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AlternativA im Test

18. Juli 2011 | 10:00 Geschrieben von : Keine Kommentare

Prag im Jahre 2045 ist düster, stark verschmutzt, hat gewisse futuristische Einflüsse und wird von einem Staat regiert, von dem man nicht weiß, was man von ihm halten soll. Ihr selbst seid kein Held, kein  Star, sondern ein ganz normaler Bauarbeiter namens Richard Rocek, der einfach nur seiner alltäglichen Arbeit nachkommen wollte.

Nun sitzt er auf der Straße, weil ihn sein Arbeitgeber Endora vor die Türe befördert hat. In einem Gespräch mit den dort patroullierenden Blech-Wachsoldaten erfährt er dann, dass es zumindest offiziell finanzielle Niederschläge gegeben hat und daher alle Mitarbeiter gefeuert wurden. Endora stellte sämtliche Arbeiten an dem neuen Bauwerk ein, einfach so. Und als wäre das nicht schon blöd genug für Richard, manipulierten die Roboter seine ID-Karte bzw. haben seinen Pass weggenommen, so dass er auch nicht mehr mit dem Zug zurück in seinen Wohnort fahren kann und keinerlei Rechte mehr besitzt. Kurz gesagt: er sitzt fest.

Das hat uns gefallen

Futuristisches Endzeit-Szenario: Die Welt in AlternativA ist sehr interessant, was natürlich stark Geschmackssache ist, doch sie ist unserer Welt nicht gänzlich unähnlich und übt eine gewisse Macht aus, wodurch alles erdrückend wirkt. Es geht um Macht, die Welt überstand den dritten Weltkrieg und Großkonzerne entscheiden darüber, wer als vollwertiges Mitglieder der Gesellschaft angehört und arbeiten darf. Dabei verschlägt es euch in Bars, alte Lager, diverse Wohnungen, in ein Krankenhaus, Ruinen und sterile Umgebungen. Es herrschen gewaltige Kontraste – an einigen Orten sieht es wie geleckt aus und in der Welt von Richard, in der er normalerweise lebt, herrscht das genaue Gegenteil.

Klassisches ‚Point & Click‘- Adventure mit interessanten Zusätzen: AlternativA ist ein typisches Adventure. Ihr sucht die Szenen ab, legt euch Gegenstände in euer Inventar und könnt diese entweder miteinander kombinieren oder innerhalb der Spielwelt einsetzen. Manchmal simpel, manchmal doch komplex. Das sind allerdings die Haupträtsel, also das Finden von Gegenständen. Hin und wieder  kommen dann auch mal eine Passwort-Suche  oder ein Trigger-Rätsel dazu, bei dem man Reißzwecken richtig stecken muss, um eine Schublade zu öffnen.

Was AlternativA aber von anderen Adventures unterscheidet: Der Hauptcharakter kann sterben, solltet ihr euch zu verausgabt haben. Das kommt aber wiederum auf den Schwierigkeitsgrad an, den ihr zu Beginn wählen müsst. Auf der leichten Stufe habt ihr beliebig viele Versuche und könnt so theoretisch zumindest kaum das Zeitliche segnen. Auf der schwierigen Stufe hingegen ist nach zwei Versuchen Schluss.

Auf eurem Abenteuer gibt es ein paar tolle Überraschungen. Richtig cool ist zum Beispiel ein Szenario, bei dem ihr euch in eurem eigenen Traum befindet und als kleiner Richard interagieren müsst. Die nächste Überraschung, ohne natürlich zu viel verraten zu wollen: Richard ist nicht der einzige Hauptcharakter, den ihr steuern könnt. Wer die anderen Personen sind und in welcher Verbindung Richard mit diesen steht, das müsst ihr dann selbst herausfinden.

 

Das hat uns weniger gefallen

Spannender, aber eiskalter Einstieg: Der Einstieg ist mysteriös und spannend, es werden einige Fragen in den Raum geworfen, um euer Interesse zu wecken. Das funktioniert wirklich gut, gerade auch deshalb, weil die Geschichte so unspektakulär, aber dennoch vertraut wirkt. Ihr geht mit Richard also auf Erkundung, stoßt dabei auf Müll, Dreck und dunkle Gassen – irgendwo darin müssen ein paar nützliche Dinge versteckt sein, um doch noch einen Weg nachhause zu finden. Habt ihr es dann irgendwie geschafft, trefft ihr auf verschiedene Charaktere, mit denen ihr euch unterhalten könnt.

Dabei könnt ihr die Fragen selbst auswählen, wobei ihr tiefgründige Antworten auf die wirklich interessantesten Fragen kaum erhaltet. Stattdessen muss Richard auf seinen PDA zugreifen, der nicht nur Notizen zur aktuellen Aufgabe enthält, Videos und Disks abspielen und bei Rätseln helfen kann, sondern auch eine Wissensdatenbank bereithält. Da die Charaktere sich nicht so richtig offenbaren und einige Hintergründe verschweigen, wirken sie dadurch austauschbar – man kann keine Verbindung zu ihnen aufbauen, zumal es hier und da einige Personen gibt, die Richard schon länger kennt.

Lange Wege: AlternativA bietet den inzwischen noch immer nicht bei allen Adventures eingezogenen Komfort, dass man via Doppelklick ganz schnell in Szenen wechseln kann, ohne dass man den Charakter den gesamten Weg entlang laufen sieht. Generell ist es so, dass ihr sehr häufig bereits besuchte Szenen besuchen müsst. Das ist auf der einen Seite durch die Komfortfunktion sicherlich ganz angenehm, aber andererseits ist es manchmal doch etwas zu nervig, an jene Orte immer und immer wieder zurückzugehen.

Das wird besonders dadurch nervig, weil die Komfortfunktion dann doch einen kleinen Haken hat. Ihr wechselt zwar schnell in andere Szenen, könnt jedoch nicht nacheinander sofort in andere Szenen springen, da der Charakter erst „anzukommen“ scheint und sich noch keine Hotspots auftun. Erst gefühlt zwei bis drei Sekunden später erscheinen die Hotspots. Außerdem sind die Hotspots für den Szenenwechsel manchmal ungünstig verteilt. Obwohl man zum Beispiel direkt zur U-Bahn gehen könnte, muss man erst zu einer kaputten Straßenbahn laufen und kann erst von dort aus zur U-Bahn. Das fällt gleich zu Beginn negativ auf und ändert sich leider auch im gesamten Spielverlauf nicht. Geduldige Adventure-Fans aber sollten damit kein Problem haben.

Deutsche Sprachausgabe: Nachdem AlternativA bereits seit einigen Monaten als englische Version erhältlich ist, schaffte es das Spiel vor wenigen Wochen ebenfalls auf den Markt. Bis auf den Hauptcharakter wirken die restlichen deutschen Synchronstimmen häufig deplatziert und lustlos. Es ist aber nicht so schlimm, dass man sich die Ohren zuhalten muss.

 

Schlusswort

AlternativA bietet ein sehr interessantes Konzept, nutzt allerdings das vorhandene Potential nicht aus. Das merkt man hauptsächlich daran, dass die offenen Fragen nur oberflächlich behandelt werden und es keine tiefgründigen Zusammenhänge gibt. Und auch zu den Charakteren lässt sich dadurch einfach keine so richtige Verbindung herstellen. Sie sind da, allerdings größtenteils austauschbar. Zudem wirft das Ende nur noch mehr Fragen auf und … aber das müsst ihr selbst sehen und beurteilen. Im Grundkern ist AlternativA dennoch spannend, das Szenario ist super und wer auf klassische ‚Point & Click‘-Adventure steht, wird seinen Spaß haben.

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