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Disney Micky Epic für Wii im Test

6. Dezember 2010 | 09:00 Geschrieben von : Ein Kommentar

Im letzten Jahr kündigte der bekannte Spiele-Entwickler Warren Spector das Spiel Epic Mickey an, das bei uns hierzulande Disney Micky Epic heißt. Damals überraschte die Ankündigung, auch wenn schon im Vorfeld durch Gerüchte klar war, dass da etwas in dieser Richtung kommen wird. Doch das Ganze war aus drei Gründen überraschend: Warren Spector entwickelt mit seinem brandneuen Entwickler-Studio Junction Point ein Spiel für Disney, Micky Maus kommt nach vielen, vielen Jahren wieder zurück auf eine Spielkonsole und es ist doch alle anders, als man sich das vorstellte.

Disney Micky Epic ist zwar ein kunterbuntes Hüpfspiel, es ist allerdings sehr düster gehalten, wovon das Disney-Universum eher selten Gebrauch macht. Eines Tages nämlich gelangt Micky durch einen mysteriösen Spiegel in seinem Schlafzimmer in eine völlig andere Dimension, in der ein Zauberer eine Welt für Figuren erschafft bzw. malt, die in Vergessenheit geraten waren. Doch angetrieben von seiner Neugier, zerstörte Micky die Welt durch ein Versehen mit Verdünner. Eine lange Zeit, ja, sogar Jahrzehnte vergingen, bis Micky wieder in diese Welt zurrückkehrte. Diesmal jedoch war er nicht freiweillig dort. Und welche Rolle Oswald spielt, der Vorreiter von Micky Maus, das findet ihr besser selbst heraus.

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Das hat uns gefallen

Pinsel, Farben und Entscheidungen: Das Abenteuer beginnt in den Katakomben eines verrückten Professors, wo sich Micky auch gleich einem ersten großen Gegner stellen muss. Dabei werdet ihr Schritt für Schritt an die Steuerung und an die Spielmechanik herangeführt, bereits von Anfang hat verfügt die Maus über einen Pinsel. Und der ist gleichzeitig auch das wichtigste Instrument in dem Spiel, bietet er doch ein paar recht frische Ideen. So kann der Pinsel sowohl Farbe als auch Verdünner spritzen. Mit Farbe lassen sich zum Beispiel bestimmte Stellen ausmalen, wodurch etwa Treppen repariert, Zahnräder in Gang gebracht werden oder gar Plattformen plötzlich auftauchen. Mit dem Verdünner hingegen macht man das wieder rückgängig, Mauern werden dann etwa gelöscht, so dass Micky hindurchkommt. Es ist also immer wieder ein Spiel mit Farbe und Verdünner, wodurch sogar Häuser  “bemalt” werden dürfen, um der ganzen Welt etwas mehr Lebendigkeit einzuhauchen.

Doch dabei spritzt Micky nicht nur einfach so mit der Farbe um sich, um die Spielwelt zu verändern. Veränderungen entstehen auch durch Entscheidungen. Eine dieser Entscheidungen kommt bei der Wahl der Farbe und des Verdünners zum Einsatz. Fiese Kreaturen machen Micky das Leben schwer. Ihr könnt sie nach Wunsch mit Verdünner vernichten oder aber ihr zeigt Herz und bespritzt sie mit genügend Farbe. Dadurch werden die Fieslinge auf Mickys Seite gezogen und helfen ihm gegen die anderen Kreaturen. Abseits davon tun sich Entscheidungsmöglichkeiten bei den Rätseln auf. Ihr könnt etwa einem Gegner helfen oder eingesperrte Charaktere befreien, die sich später dankbar zeigen. Man kann es aber auch lassen und sich dagegen entscheiden, wodurch es später eben etwas schwerer wird.

In der sogenannten Mean Street, von der im Spiel aus später alles aus geht und Micky in die Welten reist, tauchen einige bekannte Charaktere auf. Unter anderem findet sich hier Handwerker Rudi Ross, der nun zum Detektiv über gegangen ist. Der freut sich auf leckeren Kuchen von Klarabella Kuh. Allerdings zeigt er sich auch etwas enttäuscht, da er viel lieber eine Eistorte möchte und man Klarabella keinen Vorwurf machen kann, dass sie nur Kuchen backt. Befindet man sich dann in einem anderen Abschnitt und redet mit Klarabella, bittet sie uns etwas Eis zu holen, damit sie eine Eistorte machen kann. Ignorieren wir die Bitte, gibt sie uns später einfach nur einen normalen Kuchen für Rudi mit. Sollten wir ihr jedoch das Eis holen, bekommt Rudi seine leckere Eistorte. In jedem Fall aber zeigt sich Rudi erkenntlich.

Sicherlich wirkt diese Aufgabe nicht ganz so spektakulär und auch der Rest der Missionen besteht meistens nur aus Hol- und Bring-Aufgaben, allerdings sind sie nicht minder unterhaltsam. Ihr werdet aber hin und wieder vor die Wahl gestellt, wie ihr eine Aufgabe lösen möchtet. Geht ihr den positiveren Weg, dann hat das auch positive Auswirkungen auf die Welt, auf Micky und auf seine restlichen Aufgaben. Wer das Spiel also mehrmals spielt, kann es beim zweiten Durchlauf durchaus aus einer etwas anderen Perspektive erleben. Es ist aber nicht so, dass die Entscheidungen ganz so üppig ausfallen, wie es Warren Spector bisher immer meinte. Dennoch, um mal bei den Städten wie Mean Street zu bleiben: Jeder Charakter dort hat seine eigene kleine Geschichte, die vor allem Disney-Fans entzücken und teilweise sogar bekannt vorkommen.


Micky-Müll-Mountain und Nostalgie: Eine der wohl beeindruckendsten Passagen ist Micky-Müll-Mountain. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich um eine Müllhalde mit weggeworfenen Micky-Objekten. Das hat insofern einen eigenen Punkt verdient, weil gerade in diesem Abschnitt die Nostalgie keine Grenzen kennt und dem Spieler permanent versucht, doch noch einige Gedanken an die längst vergangene Zeit zu entlocken. Dort findet sich gleich am Anfang eine alte Blech-Brotdose mit einer Grafik von Micky und Donalds Neffen Tick, Trick und Track. Schlendert man weiter durch die verdreckte Müllhalde, kommen auch schon die vielen alten ‘Micky Maus’-Magazine zum Vorschein, die tatsächlich bekannte Cover tragen. Doch es wird noch besser. Ein altes Micky-Telefon mit benutzbaren Tasten und sogar alte Videospiele liegen herum. Unter anderem finden sich dort NES- und SNES-Spiele verschiedener Micky-Abenteuer, wie etwa The Magical Quest.

Doch wenn wir schon von Nostalgie sprechen, dann müssen wir noch weiter ausholen. Nicht nur, dass an jeder Ecke etwas Derartiges auf euch wartet. Zwischen den eigentlichen Levels bzw. Abschnitten springt man mit Micky durch 2D-Welten, die hauptsächlich an alte Cartoons angelehnt sind. Und die 2D-Level sind mitunter so cool, dass man daraus ein eigenes Spiel machen könnte. Einer der 2D-Level nennt sich “Oh, what a Knight”. Und genau dieser ist an den gleichnamigen Cartoon mit Oswald in der Hauptrolle angelehnt. Alles ist Schwarz-Weiß gehalten und Micky muss sich wie in alter Jump&Run-Tradition seinen Weg bis zum Ende bahnen. In jedem solcher 2D-Abschnitte kommen einige kreative Ideen zum Einsatz. Mal geht es in die Lüfte mit fliegenden Spielkarten, mal befindet sich Micky auf einem Schlachtfeld und auch Fahrzeuge sind mit dabei. Doch was “Oh, what a Knight” betrifft, so ist dieser Cartoon tatsächlich in seiner alten Fassung im Spiel enthalten. Sammelt ihr fleißig alte Filmrollen, könnt ihr insgesamt zwei Cartoon-Klassiker freischalten, die sich dann natürlich auch in voller Länge anschauen lassen. Ein sehr nettes Gimmick neben den freischaltbaren Zeichnungen und Zwischensequenzen. Übrigens: Sogar eine Anlehnung an Tron gibt es.

Optischer Weitsprung: Otisch gesehen fällt Micky Epic in eine völlig andere Kategorie, was nämlich daran liegt, dass nicht nur die typischen Disney-Grafiken, sondern ebenfalls die typischen Disney-Animationen verwendet wurden. Daher kann man das Spiel einfach nicht mit anderen Wii-Spielen vergleichen. Und das ist auch gar nicht nötig, denn was die Entwickler hier hinzauberten, ist ein kunterbuntes Fest für die Augen. Durch simple Grafiken und detaillierte Objekte werden entsprechende Kontraste gebildet, so dass sich die Augen besser auf bestimmte Dinge konzentrieren können. Jedenfalls sind die Animationen putzig. Micky kann man auch schleichen lassen, wodurch er seinen Oberkörper etwas nach hinten neigt und tapsig Schritt für Schritt geht. Doch es wäre kein Disney-Spiel, wenn das Schleichen nicht noch akustisch dargestellt werden würde. Und das ist hier der Fall, Mickys Schleicheinlagen werden durch einen comichaften Sound begleitet. Einfach nur witzig. Erwähnenswert sind neben den Animationen auch die Mimiken, die Angst, Begeisterung und Fröhlichkeit ausdrücken.

Der wohl beste Spiele-Soundtrack 2010: Nicht nur optisch ist Micky Epic ein echter Hochgenuss, vor allem beim Soundtrack wurde richtig dick aufgetragen. Viele der Melodien sind Neuinterpretationen, die auf klassischen Disney-Lieder basieren. Alleine wenn man relativ nah am Anfang das bekannte “It’s a small World” hört, fühlt man sich wie im Disneyland. Die Qualität der Musik im Spiel steht jener in den Filmen in nichts nach. Gerade wenn Micky durch 2D-Szenen hüpft, ertönt auch schon mal ein kratziger und leiender Sound, wie man ihn so in den alten Cartoons hörte. Micky Epic hat einfach einen charmanten Soundtrack, der unserer Meinung nach auch der beste Spiele-Soundtrack in diesem Jahr ist. Sehr charakteristisch, verspielt und motivierend. Komponist war übrigens James Dooley, der sowohl Film- als auch Spielesoundtracks komponiert.

Das hat uns weniger gefallen

Kamera ein Graus: Der größte Kritikpunkt an Micky Epic ist die Kamera. Die Kamera ist einfach nur schlimm und hinterlässt am tollen Gesamtpaket ein paar unschöne Kratzer. Das fängt schon damit an, dass die Kamera manchmal das macht, was sie will. Es werden Einstellungen gezeigt, die wichtige Bereiche vollkommen verschwinden lassen. Zwar lässt sich die Kamera mit dem Steuerkreuz justieren und man kann sie auch zentrieren und in die Ego-Ansicht für einen besseren Überblickt schalten. Doch wenn die Kamera plötzlich während einem Sprung eine andere Perspektive zeigt, ist das nicht mehr schön. Zumal die Justierung viel zu langsam abläuft. Bis man die Kamera mit dem Steuerkreuz in die richtige Position gebracht hat, vergehen einige Sekunden. Hinzu kommt, dass man Sprünge sehr oft falsch einschätzen kann und nur Mickys Schatten hilfreich ist, der zeigt, wo er landet. Wenn man aber Glück hat, hängt Micky noch an einer Kante und zieht sich hoch.

Schlusswort

Ok, ich gebe zu, ganz so objektiv konnte ich Epic Micky nun doch nicht betrachten. Ich als großer Disney-Fan bin von dem Spiel einfach nur begeistert, wenn auch ein klein wenig enttäuscht, da das Potential der gesamten Figuren und der gesamten Disney-Welt nicht völlig ausgeschöpft wurde. Doch wenn euch Disney nicht vollkommen fremd ist, gibt es an jeder Ecke einen kleinen Wink, der euch bekannte Situationen, Figuren und mehr offenbart. Das fängt zum Beispiel schon bei einem Level an, in dem Micky über Boote springen muss. Währenddessen wird das Lied “It’s a small World” in leicht abgeänderter Form gespielt. Und wer schon einmal im Disneyland war, der entdeckt dort eine Bootsfahrt mit eben diesem Lied. Und so ergeht es euch im gesamten Spiel. Einer der wohl aufregendsten Abschnitte, zumindest von der Optik und von den Eindrücken her, ist Micky-Müll-Mountain, wo sich sämtliche Objekte längst vergangener Tage befinden.

Natürlich gibt es auch ein paar negative Aspekte. Die größte Kritik muss die Kamera einheimsen, sie ist so ziemlich das Schlimmste, was man einem Spieler vor die Nase setzen kann. Nicht nur, dass man Sprünge oftmals falsch einschätzt, sie dreht sich auch ganz gerne mal schnell weg vom Geschehen und zeigt Dinge, die man überhaupt nicht sehen will. Und selbst die Entscheidungen im Spiel haben keine so großen Auswirkungen, wie es uns Warren Spector die ganze Zeit weismachen wollte. Ansonsten kann man auch bemängeln, dass es einige Widersprüche gibt. Die sind aber so klein, weshalb ich mir nicht sicher bin, ob man das wirklich kritisieren sollte. Immerhin sind sie ein wichtiger Bestandteil des Spieles, sonst wären etwa Kater Karlo, Klarabella Kuh und Rudi Ross erst gar nicht in dieser Welt der Vergessenen “gefangen”. Denn so selten tauchen die in der Disney-Welt gar nicht auf, wie einem vorgegaukelt wird.

Aber um mal zum Schluss zu kommen. Wer Disney und vor allem Micky Maus liebt, der muss Disney Micky Epic einfach haben. Gerade als Geschenk für unter den Weihnachtsbaum ist das Spiel bestens geeignet. Und da es doch ziemlich einfach ist, werden besonders Kinder ihre Freude daran haben. Disney Micky Epic spielt sich am laufenden Band so, als würde man durch das Disneyland spazieren und gleichzeitig einen Disney-Comic lesen. Was will man mehr als Disney-Fan?

1 Kommentar Antworte

  1. das disney mal etwas schafft das nich typisch für sie ist
    Respekt =)

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