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Easy Piano – Test

29. Juli 2010 | 00:01 Geschrieben von : Keine Kommentare

Man mag es kaum glauben, aber auch auf dem Nintendo DS werden Musikspiele immer populärer. Viele von ihnen beschränken sich zumeist auf Touchscreen-Aktivitäten, wobei es eine kleine Anzahl derer gibt, die mit zusätzlichem Zubehör auf den Markt kommen. Eines davon ist Easy Piano von Namco Bandai, das den Käufern das Klavierspielen näher bringen soll. Das Interessante an Easy Piano aber ist, dass dem Spiel eine Klaviertastatur bzw. Klaviatur aus Plastik beiliegt, die mit dem DS verbunden wird.

Wir haben nun mehrere Wochen mit dem Spiel verbracht und klären in unserem Test, welche Funktionen geboten werden, wie die Tastatur verarbeitet ist und ob man denn nach reichlichem Gebrauch auch an einem echten Klavier Spaß haben kann.

Das hat uns gefallen

Das Klavier: Die Klaviatur besteht aus insgesamt acht weißen und fünf schwarzen Tasten und bietet somit eine vollständige Oktave. Dass das Klavier allerdings auf eine Oktave begrenzt ist, liegt natürlich an der kompakten Form und kann nur beim Komponieren etwas hinderlich sein. Die Verarbeitung ist relativ gut und selbst beim Transport lose in der Tasche gibt es keine Probleme, dass etwas abfallen oder sich verbiegen könnte. Die Tasten selbst sind recht klein und für größere Finger eher ungeeignet, womit wir auch bei der jüngeren Zielgruppe wären. Wer breite Finger hat, berührt meistens unfreiwillig Nebentasten. Der Anschlagpunkt der Tasten ist ganz gut, mit einem echten Klavier selbstverständlich nicht zu vergleichen. Das Klavier wird in den GBA-Schacht des DS gesteckt, so dass der DS direkt auf dem Klavier liegt und von ihm „getragen“ wird. Durch einen kleinen Aufsatz ist das Klavier übrigens sowohl beim DS Lite als auch beim alten DS komplett wackelfrei. Wer einen DSi besitzt, kann das Klavier leider nicht verwenden. Einzig auf dem Touchscreen lässt sich Easy Piano bedienen. Was mir besonders gut an dem Klavier gefällt, sind die rutschfesten Standfüße, mit denen man selbst auf sehr glatten Oberflächen keine negativen Überraschungen erlebt.

Das Klavierspielen lernen: Damit Anfänger spielend einfach das Klavierspielen lernen können, basiert der Lernprozess auf Farben. Jede Taste und jede Note erhält ihre eigene Farbe. Easy Piano liegen dazu Aufkleber bei, die direkt auf die Tasten geklebt werden können. Ist das getan, kann es direkt in den Lern-Modus gehen, in dem ihr entweder Lektionen bestreitet oder die darauf basierenden Minispiele spielt. Insgesamt sind 10 Lektionen enthalten, was doch recht wenig ist und leider auch nicht alle Themen des Klavierspielens abdeckt. Am Anfang wird euch beigebracht, was Takte sind, wie das Notensystem aufgebaut ist und welche Funktion der Notenschlüssel hat. Bis es allerdings soweit ist und ihr Hand an das Klavier legen könnt, vergeht schon einige Zeit, da ihr zumindest die Grundelemente beherrschen müsst. Die einzelnen Lektionen sind einfach aufgebaut und immer schlüssig. Diese Übungen sind hauptsächlich auf Anfänger zugeschnitten.

Werde zum Starpianist: Der sogenannte Starpianist-Modus bietet zwei auf den ersten Blick identische Möglichkeiten zum Musizieren, doch diese unterscheiden sich wesentlich voneinander. Einmal könnt ihr eine „kurze Partie“ und einmal „Übung“ anwählen. Bei der kurzen Partie lassen sich zwei Schwierigkeitsgrade auswählen, wobei man die Noten nicht hört, die man über die Klaviatur eingibt. Vielmehr geht es wie bei Guitar Hero und Co zu. Das jeweilige Lied läuft selbstständig ab, während ihr die richtigen Noten im richtigen Moment treffen bzw. spielen müsst. Wurde eine falsche Note gespielt, sind die entsprechenden Töne nicht zu hören. Auch die falsch gespielte Note ertönt nicht aus den Lautsprechern. In Übung aber handelt es sich dabei um das genaue Gegenteil. Auch hier spielt das Lied selbstständig in einem bestimmten Tempo ab, bei dem ihr die richtigen Noten spielen müsst. Doch diesmal werden sie auch tatsächlich 1:1 von dem Klavier übernommen. Auch sind die Lieder dort etwas anspruchsvoller, da fast alle Noten von euch selbst gespielt werden. Insgesamt könnt ihr über 30 verschiedene Musikstücke aus vier Kategorien wählen. Am Anfang stehen euch nur wenige pro Kategorie zur Auswahl, der Rest muss freigespielt werden. Neben Klassikern wie Mondscheinsonate und Boléro, geht es mit Simpsons, Rocky, ABC und Oh Happy Day etwas moderner zur Sache. Aber auch Pop-Songs wie Bitter Sweet Symphony und Every Breath You Take sowie mit Kinderreimen wie Happy Birthday und O Tannenbaum werden die wichtigsten Musikstücke abgedeckt.

Komponieren: Ein wichtiger Bestandteil von Easy Piano ist das Komponieren, bei dem auch fortgeschrittene Spieler ihren Spaß haben werden. Hier sind die Noten nicht mehr farbig dargestellt, sondern erstrahlen in schwarzer Farbe. Ihr könnt einfach auf dem Klavier herumklimpern, ohne dabei irgendwelche Vorgaben beachten zu müssen. Das Komponieren macht sehr viel Spaß, da man eigene Lieder erschaffen kann. Dabei lassen sich die Noten entweder über den Touchscreen oder aber über das Plastik-Klavier einspielen. Die von euch gespielten Noten werden dabei je nach Wunsch auch direkt aufgenommen. Ihr könnt das beliebig oft wiederholen und euch z.B. nur auf Akkorde und später nur auf einzelne Noten konzentrieren, um ein Gesamtlied aus mehrere Bestandteilen zusammenzusetzen. Insgesamt drei Minuten Länge darf ein Musikstück haben. Auch bietet der Editor einen Modus für Fortgeschrittene, über den Notensymbole angezeigt werden, was man im gesamten Spiel leider viel zu selten zu Gesicht bekommt. Und wer mal etwas anderes als ein Klavier hören möchte, darf sogar aus vier weiteren Instrumenten wählen, wie etwa Gitarre oder Trompete.

Das hat uns weniger gefallen

Farben, Farben, Farben: Einige Musiklehrer bringen ihren Schülern bei, das Klavierspielen mit Farben und auch Zahlen zu lernen. Wie wir bereits schrieben, wird dies in Easy Piano mit Farben versucht. Leider hat das Ganze aber einen Haken. Man lernt mit der Zeit sich hauptsächlich auf die Farben zu konzentrieren, anstatt auf die Noten. Es existiert auch keine Option für Fortgeschrittene, über die man diese Farben hätte ausblenden können. Letztendlich erinnert es im weitesten Sinne vor allem beim Starpianist-Modus an die Guitar-Hero-Reihe und Co., wo man einfach nur nach den Farben geht. Schade, denn gerade das ist ein großer Kritikpunkt an dem Spiel.

Ersetzt keinen Musiklehrer: Zwar sind die Übungen und Lektionen gut gewählt, doch sie ersetzen keinen Musiklehrer. Ein Musiklehrer bringt seinem Spieler auch Dinge bei, wie etwa die korrekte Hand- und Körperhaltung am Klavier. Solche Sachen fehlen hier und sind gerade wegen des kleinen Klaviers nicht möglich. Auch kann ein Klavierlehrer immer dazwischen gehen und dem Spieler sagen, was er nicht richtig gemacht hat und wie er es noch besser hätte machen könnte. Und selbst wenn man fleißig mit Easy Piano übt und das gesamte Spiel im Schlaf beherrscht, kann man nur ansatzweise Klavier spielen, denn das Thema ist sehr umfangreich, und viele Themen werden nicht behandelt. Easy Piano kann Interessierten aber hilfreich zur Seite stehen und die Grundbegriffe beibringen. Auch Noten lassen sich gut durch die Minispiele lernen.

Schlusswort

Easy Piano macht aus euch keinen Pianisten, kann aber begleitend zum Musikunterricht sehr hilfreich sein. Man hat das Gefühl, als vermittle Easy Piano sogar einen falschen Eindruck vom Klavierspielen, da man selbst beim hohen Schwierigkeitsgrad nie alle Noten spielt, die man auch wirklich hört. Dennoch macht Easy Piano viel Spaß, hebt sich durch das beiliegende Plastik-Klavier positiv ab und weckt das Interesse an der Thematik. Ihr könnt Noten lernen, Fingerübungen zur Fingerfertigkeit machen und eure eigenen Lieder komponieren. Vor allem für jüngere Spieler ist Easy Piano super geeignet, um ihnen das Klavierspielen näher zu bringen.

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