FIFA Fussball Weltmeisterschaft 2010 Südafrika – Test

16. Mai 2010 | 21:05 Geschrieben von : Keine Kommentare

Bis zur Fußballweltmeisterschaft 2010 sind es nur noch wenigen Wochen, was also bedeutet, dass diese von Fußball-Fans irgendwie herumgebracht werden müssen. Daher bietet EA Sports traditionsgemäß mit FIFA Fussball Weltmeisterschaft 2010 Südafrika einen Ableger der FIFA-Reihe passend zur WM an. Das Spiel ist für sämtliche Plattformen seit dem 18. April erhältlich und erlaubt es euch, euren Favoriten schonmal zum Finale zu begleiten.

Natürlich sollte man sich vor Augen halten, dass es hier um Länderspiele geht und etwa die Bundesliga somit komplett fehlt. Für das hat man ja immerhin noch FIFA 2010. Insgesamt bietet euch das Spiel 199 Nationalmannschaften, die 10 offiziellen Stadien und viele Hintergrundinformationen. Ihr könnt euer eigenes Team aufbauen, Strategien ändern und sämtliche Modi spielen. Die Entscheidung, ob euch der Vollpreis all das wert ist, versuchen wir euch durch unserem Test zu erleichtern.

Aktueller Trailer

Das hat uns gefallen

Optimale Präsentation: Was sofort positiv hervorsticht, ist die äußerst gelungene Präsenation auf allen Ebenen. Da Afrika der Austragungsort der WM ist, wurde das Spiel im Afrika-Stil gehalten. Belebende, warme Farben laden euch dazu ein, munter durch die Menüs zu schalten und die Musik lässt die Atmosphäre aufleben. Der Soundtrack ist – wie von EA Sports gewohnt – ein absoluter Knaller. Hauptsächlich ist moderne afrikanische Musik stimmen zu hören, darunter auch die offizielle WM-Hyme K´NAAN mit Wavin´Flag.

Nicht minder spektakulär sind die Geräusche, sowohl auf dem Spielfeld selbst als auch von den Zuschauerplätzen. Die Fans singen und die Trainer meckern in ihrer Landessprache. Wählt ihr etwa eine Kameraperspektive, mit der ihr eurem Spieler über die Schulter schauen könnt, so hört ihr während dem Sprinten Windgeräusche, das Flattern vom Trikot und die Erschöpfung. Ab und zu kommunizieren die Spieler untereinander mit einem „frei“ oder der Trainer mischt sich mit ein. Die Zuschauer hingegen bringen die nötige Stimmung in das Spiel mit ein. Sie feiern, werden laut, leiser, drehen am Rad und seufzen.

Apropos Zuschauer: Zwar wirken diese noch immer wie ein Stück Tapete, doch es gibt einige Szenen, da wird direkt auf die Sitzplätze geschwenkt, wo man wunderhübsch animierte Fans sieht, die Fahnen schwingen oder sich über das Geschehen freuen. Was die Spieler anbelangt, so sind diese zwar nicht immer ganz so detailgenau ihren Vorbildern aus dem Gesicht geschnitten, dafür bewegen sie sich butterweich über das Spielfeld. Man könnte sogar meinen, dass einige der etwas bekannteren Spieler ihre individuelle Tor-Geste erhalten haben, die sie auch in der Realität nutzen. Richtig Spaß macht auch das Betrachten des Rasens, der im Vergleich zum FIFA 10 deutlich realistischer, saftiger und plastischer wirkt. Gepaart wird das Ganze mit tollen Lichteffekten und Konfetti an den Eckfeldern, die farblich zum jeweiligen Team passen.

Komplexes Gameplay: Generell lässt sich das Spiel mit nur wenigen Tasten spielen. Wer nicht so auf den Tastenoverkill steht, dem würde ein Pass-, Torschuss-, und Sprintbutton ausreichen. Wer es hingegen komplexer mag und auch gerne Tricks zur Täuschung vollführt, der kann seine Vorlieben ebenfalls ausleben. Schier unendliche Möglichkeiten tun sich auf, die wohl auch nur für die Profis interessant sind. Alleine bei den Flanken fühlt man sich als Laie überfordert: halbhohe Flanke, Flache Flanke, frühe Flanke, frühe halbhohe Flanke oder einfach nur eine frühe flache Flanke. Neben den zahlreichen Buttons und deren Kombinationen, lässt sich ebenfalls der rechte Analogstick einsetzen, mit dem sich Spezialbewegungen ausführen und die gegnerischen Spieler austricksen lassen – egal ob Flip-Flap, Ballrolle, Übersteiger, Hackentrick oder eine Schaufel-Drehung. Was auch immer all das sein mag. Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Elfmeter, der überarbeitet wurde und mit pendelnden Balken daherkommt. Im richtigen Moment muss man einen Button drücken und mit Sorgfalt den Ball in die gewünschte Ecke dirigieren. Dabei spielt auch die körperliche Verfassung des Spielers eine wichtige Rolle, der einen Ball auch gerne mal versemmelt, wenn er aufgeregt oder erschöpft ist. Das erschwert auch den Elfmeter zunehmend.

Der Mannschaftskapitän: Von den Spielmodi her ist der Mannschaftskapitän-Modus das Highlight, zumindest für uns. Die Besonderheit ist hier, dass man nur mit einem einzigen Spieler auf dem Rasen steht und alle restlichen Protagonisten von der KI aus gesteuert werden. Das heißt also: Man muss aktiv im Team mitspielen. Das primäre Ziel ist es natürlich auch in diesem Modus, in das Finale der WM zu kommen, jedoch auch das Team als Mannschaftskapitän dort hinzuführen. Also ringt man mit anderen Teamkollegen um den durchaus herausfordernden Platz. Ihr könnt euch hier heraussuchen, ob ihr Verteidiger, im Mittelfeld oder gar als Stürmer agieren möchtet.

Im Mittelfeld dürfte wohl die schwierigste Position als Mannschaftskapitän liegen, denn hier muss man nicht nur gleichzeitig eine Verbindung zur Verteidigung und dem Stum aufbauen, sondern auch mindestens drei wichtige Punkte beachten: Der Ball muss beobachtet werden, man selbst muss Gegner blocken und der eigene Spieler muss auch immer sinnvoll verteilt und bewegt werden. Da das drei Informationen auf einmal sind, klappt das nicht immer ganz so gut. EA beschreibt das so: Mittelfeldspieler müssen ihre Pässe ins Ziel bringen, den Ball sicher erkämpfen und ab und zu ein Tor schießen, während sie ansonsten eine Menge Vorlagen liefern. All das wird übrigens vom Trainer bewertet und kann in Echtzeit eingesehen werden. Auch in die Bewertung fließen solche Dinge ein, wie etwa Fouls oder ein sauberes Passverhalten.

Zukunft und Vergangenheit: Natürlich dürften Fußballfans ohnehin wissen, dass das Kader im Spiel nicht der aktuellen Aufstellung in der Realität spricht. Damit die Teams auf dem aktuellen Stand bleiben, kann man sich stets ein aktuelles Kader herunterladen. Und da die Aktualität in Fußballspielen ein wichtiges Thema ist, wurde der Modi „Geschichte der Enderunde“ integriert. Sobald die Jungs in Afrika am 11. Juni anstoßen, kann man sich bestimmte Szenarien herunterladen, die anhand der gespielten Partien erstellt wurden. Testen konnten wir das selbstverständlich noch nicht.

Was also bleibt, wäre im Moment die Vergangenheit. Und die wird mit dem Modi „Geschichte der Qualifikation“ wiederbelebt. Hier könnt ihr Situationen aus der Qualifikation nachspielen und müsst Aufgaben erledigen, wodurch ihr dann bei erfolgreicher Durchführung Punkte erhaltet. Es kann passieren, dass ihr in der 89. Minute im Rückstand liegt und noch ein Tor schießen müsst. Mit den Punkten könnt ihr neue Dinge freischalten, wie etwa die Weltmeisterschaft 2006.

Multiplayer mal wieder Top: Der Multiplayer ist wie zu erwarten einfach nur spitze und fördert das gemeinsame Zusammenspiel im Team, was mit KI-Gegnern doch ab und zu untergeht. Egal ob offline oder online, insgesamt können bis zu vier menschliche Spieler auf einem Feld agieren. Und wenn ihr mal keine Freunde habt, die mit euch online zocken möchten, könnt ihr euch eure Mit- bzw. Gegenspieler auch einfach suchen lassen. Und das funktioniert prima und ohne Probleme.


Das hat uns weniger gefallen

Langweilige Kommentatoren: Egal ob FIFA oder PES, die Kommentatoren nerven nach nur sehr kurzer Zeit. Auch in der WM-Ausgabe wiederholen diese nach stets ihre Kommentare . Das erste Mal wirkt all das noch ganz stimmig, doch spätestens beim zweiten Spiel nerven sie so richtig. Oftmals ist es auch so, dass die Kommentare überhaupt nicht zu der Situation auf dem Spielfeld passen. Glücklicherweise dürft ihr die Kommentatoren komplett deaktivieren, so dass euch auf dem Spielfeld nur noch die Fangesänge um die Ohren fliegen. Was auch etwas blöd ist, ist die nicht vorhandene zeitliche Verzögerung, sobald es zum Abpfiff der Partie kommt. Immer finden gleichzeitig zum Abpfiff Kommentare statt, wie etwa mit dem Hinweis darauf, dass es jetzt vorbei ist. Schnelle Reaktion von den beiden Jungs.

Blödes Abspielverfahren: Sobald man alleine auf dem Platz steht und die KI die anderen Mitspieler übernimmt, kann man sich den Ball von ihnen in verschiedenen Varianten zuspielen lassen. Zumeist genügt ein einfacher Druck auf einen Button und schon erhält man den Ball zugespielt. Was aber ganz und gar nicht so toll ist und uns in jeder Runde auf die Nerven ging, ist die Mechanik dahinter. Die KI-Kollegen agieren natürlich selbstständig und spielen den Ball nach eigenem Ermessen auch mal automatisch zu. Es kommt aber immer wieder vor, dass wenn man den „Abspielbutton“ drückt, die KI nur Millisekunden zuvor ähnlich dachte und den Ball zu uns spielt. Sollte der Abspielbutton gedrückt werden, während die KI uns den Ball aber automatisch zuspielt, so kickt der eigene Mitspieler den Ball nach Ballannahme wieder weg. Und das passiert sehr häufig.

Manchmal doofe [menschliche] KI: Die KI scheint in FIFA WM doch etwas doof zu sein, vielleicht irren wir uns aber auch und sie wirkt dadurch viel menschlicher. Eine KI, die perfekt reagieren würde, wäre eben keine perfekte KI. Dennoch kommt es relativ häufig vor, dass es Eigentore regnet, weil die KI-Spieler mit dem im Strafraum liegenden Ball plötzlich ins Tor laufen. Und an wem liegt es? Natürlich zu 50 Prozent am Torward, weil er die Situation nicht realisiert und völlig verwirrt ist. Wie im echten Leben, könnte man meinen. Ob man die KI-Schnitzer doch eher positiv sehen könnte, bleibt euch überlassen.


Schlusswort

Alle vier Jahre wieder. Auch zur Fußballweltmeisterschaft 2010 bringt EA Sports mit FIFA Fussball Weltmeisterschaft 2010 Südafrika einen gelungenen Ableger der FIFA-Reihe auf den Markt, der das afrikanische Flair nicht hätte besser einfangen und präsentieren können. Schon das Menü lädt euch direkt nach Afrika ein und begrüßt euch durchweg mit warmen Farben und afrikanisch angehauchten Klängen. Die gesamte Präsentation zieht sich bis auf das Spielfeld hin. Gerade wenn die Fans ihre bunten Fahnen schwingen und auch mal in ihrer Landessprache ihr Team anfeuern, fühlt man sich rundum wohl und freut sich über die vielen kleinen Details, die erst nach und nach hervorstechen. FIFA WM 2010 ist definitiv besser als FIFA 10 und kommt mit einigen Verbesserungen daher. Das Spiel wirkt flüssiger, die Animationen runder und die Tore spektakulärer. Wer eine KI mit kleineren [menschlichen] Fehlern gutheißen und auf Bundesliga und Co. verzichten kann, der sollte hier zugreifen.

Das Spiel könnte interessant sein für: Fußball-Fans und die, die es werden wollen

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