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LittleBigPlanet 2 im Test

31. Januar 2011 | 09:00 Geschrieben von : Keine Kommentare

Wenn man LittleBigPlanet beschreiben müsste, dann würde wohl am ehesten „große Spielwiese“ dazu passen. LittleBigPlanet legte die Messlatte, was die Masse und Kreativität an benutzererstellten Inhalten betrifft, enorm hoch.

LittleBigPlanet 2 schafft den Sprung darüber und bietet neben tollen Ideen auch einen Editor, der eure Vorstellungskraft aus dem Gleichgewicht bringt.  Schon die Beta zeigte, was alles so möglich ist. Statt einfach nur Jump & Run, erwarten euch eine Vielzahl an Genre, von denen ihr niemals gedacht hättet, dass sie in LittleBigPlanet möglich sind.

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Das hat uns gefallen

Kurz, aber intensiv: Ohne Zweifel gehört Media Molecule zu den kreativsten Entwicklern. Und das beweisen sie mal wieder eindrucksvoll im Story-Modus, wo es diesmal darum geht, dass das fiese Negativitron sämtliche Welten ins Chaos stürzt und die Kreativität zerstört. Zugegeben, das klingt nicht sonderlich kreativ, doch die Levelgestaltung und die vielen Ideen sind es, die uns ein riesengroßes Wow entlockten. Der Story-Modus ist leider sehr kurz, nach nur wenigen Stunden schon flimmert das Ende über den Bildschirm. Trotzdem verbirgt sich dahinter eines der intensivsten Spielerlebnisse, die man in einem Videospiel haben kann.

Das Spieldesign nämlich wird vor allem durch die neuen Gadgets geprägt. Sackboy verfügt in einigen Levels über einen Handschuh, mit dem sich Objekte wie kleine Törtchen aufnehmen und für kleinere Rätsel verwenden lassen. So kann man mit ihnen Zahnräder verstopfen, sie mit ihrem klebrigen Zuckerguss an Wippen kleben, damit deren Gewicht die ganze Arbeit macht. Oder aber man nutzt sie einfach nur als kleinen Vorsprung. Ein richtig tolles Gadget ist der Greifhaken, mit dem sich Sackboy über Schluchten hangeln kann oder Hebelvorrichtungen aus sicherer Entfernung aktiviert. Richtig cool ist aber auch der sogenannte Creatinator, eine Helmkanone, die die verschiedensten Dinge verschießt, darunter Wasser, um natürlich Feuer zu löschen.

Erinnert ihr euch noch an die Fahrzeuge aus dem Vorgänger? Vergesst die hölzernen und langweiligen Geräte, denn LittleBigPlanet 2 macht es diesmal richtig. Da gibt es nun zum Beispiel einen Hasen, auf dem ihr durch die Levels springt und Rammattacken einsetzen könnt. Ein weiteres Reittier ist ein kugelrunder Hamster, der sehr schnell ist und sehr hoch springt. In Schieß-Levels hingegen setzt Media Molecule auf Bienen.

Ab etwa der Mitte dann setzt der Entwickler Sackbots ein, die sich von euch nach Belieben programmieren lassen. Im Story-Modus sind sie definitiv eines der großen Highlights, kommen sie doch in geschickten Rätseln zum Einsatz. Das Ziel ist es, so viele Sackbots wie möglich ins Ziel zu bringen und sie an Gefahren vorbeizulotsen, was viel einfacher klingt, als es letztendlich ist. Nicht alle der Sackbots folgen euch treudoof, sondern manche von ihnen haben auch Angst und rennen vor euch weg, können aber vom Sackboy hochgehoben und geworfen werden.

Optische Eleganz, akustische Vielfalt: War LittleBigPlanet optisch damals ein richtiger Knaller, setzt der zweite Teil nochmals einen drauf. Auf den ersten Blick mag sich gar nicht mal so viel geändert haben. Schaut man aber etwas genauer hin, entdeckt man viele Kleinigkeiten, die dem Gesamtbild Stärke verleihen. Die Materialen, egal ob nun Glas, Metall oder Holz sehen viel realistischer und greifbarer aus. Und während Flammen vor sich hinlodern, tröpfelt das Wasser physikalisch korrekt durch die Gegend. Als besonders wunderhübsch bezeichnen lassen sich Sachen wie Marmelade und Teig, die so eindrucksvoll zermatschen und fließen, dass man regelrecht Hunger bekommt. Haare, Blätter und Stoffe wiegen sich hingegen herrlich im Wind.

Die Szenarien selbst sind abwechslungsreich und lassen euch unter anderem in Höhlen, Dschungel, einem Raumschiff, einer Fabrik und sogar in menschlichem Innenleben herumtollen. Gerade die Detailverliebtheit hat uns beeindruckt. Mal sind irgendwo euch verfolgende Augen zu sehen, mal gehen Blumen auf und mal kommt man plötzlich an einem Spielautomaten vorbei, an dem sich Pong spielen lässt.

Was die akustische Seite betrifft, so präsentiert sich diese genauso verspielt und charmant, wie der Rest des Spieles. Von orchestralen Klänge, bis hin zu Chorgesängen, psychedelischen Ohrwürmern und auch Kinderlachen ist so ziemlich alles dabei, was man sich vorstellen kann. Ach, einfach herrlich dieses kindliche und nicht ganz ernste Gedudel, was vielleicht nicht jedermanns Geschmack ist, aber eben hervorragend zu dem Spiel passt. Der zweite Pluspunkt ist hier dann auch die professionelle Vertonung, die den Witz und den Charme eines verrückten sowie schusseligen Larry Da Vinci und eines ängstlichen Clive Handforth super herüberbringt. Als Erzähler fungiert der bekannte Synchronsprecher Stephen Fry, den man als Robert de Niros Stimme kennt.

Sammelfreude und Individualisierung: Schon im Vorgänger konntet ihr etwa zahlreiche Objekte, Materialen, Kostüme und Sticker einsammeln, mit denen sich nicht nur die Levels verschönern, sondern auch der eigene Sackboy anpassen lässt. Das sogenannte Popit-Menü steht euch dabei immer zur Seite. Darüber ruft ihr beispielsweise das Charaktermenü auf und passt euren Sackboy in nahezu allen Dingen an. Macht aus ihm eine Senorita, setzt ihm verrückte Mützen auf, verpasst ihm einen Schnuller, zaubert aus ihm eine Fee oder gar ein Tier. Nie wird ein Sackboy wie jeder andere aussehen, ihr gebt ihm eure persönliche Note. Das Schöne ist dabei, dass es unzählig viele Dinge zum Sammeln gibt. Dadurch spielt man Levels im Singleplayer nicht nur einmal oder zweimal, sondern auch öfter. Man erwischt sich sogar dabei, nur wegen eines banalen Stickers einen Umweg zu gehen oder ein hohes Risiko auf sich zu nehmen. Man will einfach alle sammelbaren Objekte haben, auch wenn man sie gar nicht nutzt oder braucht.

Community der pure Wahnsinn: Der Story-Modus ist nur die Spitze des Eisberges, nur ein kleiner Vorgeschmack, nur ein kleiner Abstecher in die vielfältige LBP-Welt. Das Herz von LittleBigPlanet 2 ist der Community-Modus, der euch nicht nur tagelang, wochenlang oder gar monatelang vor dem Bildschirm lockt. Die Community ist nämlich enorm groß und steuert täglich hunderte oder gar tausende neue Kreationen hinzu. Dabei habt ihr die Wahl der Qual und könnt stundenlang nach Levels Ausschau halten und herumprobieren.

Besonders empfehlenswert sind die Kreationen, die höchstpersönlich von Media Molecule als Favoriten ausgewählt wurden. Dort findet man dann auch schonmal ein Zelda-Adventure, das beinahe 1 zu 1 umgesetzt wurde, selbst die wunderschöne Dudelmusik ist mit dabei. Oder aber ihr trefft auf ein Super Mario, auf ein Prügelspiel ala Street Fighter, Rennspiele, oder, oder, oder. Sehr beeindruckend ist auch ein Projekt, das ein Rollenspiel werden soll und wirklich hervorragend funktioniert. Gerade die besonderen Highlights lassen sich im Vergleich zum Vorgänger viel einfacher finden und sortieren, so dass die Übersicht trotz der gewaltigen Menge auch weiterhin gegeben ist. Selbstverständlich dürft ihr wieder mit mehreren Sackboys gleichzeitig Spaß haben, multiplayertechnisch wurde der Spaß auf eine neue Ebene anehoben.

Die Kreativität nimmt ihren Lauf: Solltet ihr nicht das finden, wonach ihr sucht. Oder aber ihr möchtet selbst eure Ideen umsetzen, dann könnt ihr das natürlich tun. LittleBigPlanet 2 bietet einen mächtigen Editor, mit dem ihr fast all das machen könnt, was ihr wollt. Hervorzuheben ist hier gerade die Einfachheit der Bedienung. Selbst wenn ihr das Wort Kreativität nicht einmal schreiben könntet, würdet ihr zauberhafte Dinge mit dem Editor hinbekommen. Dafür sorgen einerseits das umfangreiche Tutorial und andererseits die vielen Einflüsse, die euch massenhaft Anregungen geben. Seien es nun die Community-Levels oder aber auch der Story-Modus.

Vieles ist zudem schneller zur Hand, und sogenannte Level-Links lassen das Thermometer-Problem nahezu verschwinden. Richtig komplex wird es dann, wenn man mit den Microchips herumexperimentiert. Dadurch lassen sich Aktivitäten, Schalter, Maschinen und mehr miteinander verknüpfen. Wenn Sackboy auf jene Plattform kommt, löst er jene Aktion aus. Oder aber er muss erst diesen einen Schalter betätigen, um eine Tür zu öffnen. Ok, diese Beispiele waren natürlich nicht gerade komplex, ihr könnt solche Sachen aber miteinander verknüpfen und noch viel mehr Aktionen durchführen lassen.

Das hat uns weniger gefallen

Lange Ladezeiten: Gerade am Anfang, als LittleBigPlanet 2 herauskam, gab es oft Probeme mit den Ladezeiten. Jetzt hat sich das Ganze etwas gelegt, doch trotzdem muss man hin und wieder noch recht lange warten, bis man einen Level spielen kann. Der Grund dafür ist, dass LBP 2 ständig online die verschiedensten Dinge abfragt, darunter etwa, wie viele Spieler gerade einen bestimmten Level spielen oder Highscore-Listen. All das schlägt auf die Ladezeiten, gerade dann, wenn die Server etwas voller werden. Das Problem lässt sich natürlich leicht umgehen, indem man einfach die Internetverbindung trennt. Doch dann kann man die ganzen coolen Kreationen nicht mehr ansteuern.

Schlusswort

Merkt ihr was? Das Wort Kreativität scheint gefühlt in jedem zweiten Satz des Tests vorzukommen. Das hatten wir selbst bei einem Nintendo-Spiel noch nicht, wie etwa Super Mario Galaxy 2, das vor Einfallsreichtum nur so strotzt. Wahrhaftig ist LittleBigPlanet 2 das kreativste Spiel, das uns in den letzten Jahren untergekommen ist. Und das liegt vor allem an den vielen neuen Möglichkeiten, die der Editor mitbringt. Egal ob pixelige 2D-Shooter im Retro-Stil, Adventures, Rollenspiele, Rennspiele, Arcadespiele, Puzzlespiele, Rätselspiele oder gar völlig neue Genre – nahezu alles ist möglich.

Gerade die Community ist äußerst fleißig und hält LittleBigPlanet 2 am Laufen. Ihr könnt euch ohne Witz mehrere Millionen Levels und Kreationen herunterladen – und täglich kommen tausende hinzu. LittleBigPlanet 2 kann man also gar nicht durchspielen, denn das wäre eine nicht zu bewältigende Lebensaufgabe. Toll finden wir auch die Kreativität von Entwickler Media Molecule, der die einzelnen Level so liebevoll erschaffen hat, dass einem warm ums Herz wird.

Doch bitte verzeiht uns, wenn wir nicht alle Möglichkeiten angesprochen haben, denn dafür ist LittleBigPlanet 2 einfach zu umfangreich. Leider nicht ganz so umfangreich ist der Story-Modus, wenn auch ziemlich originell. Vielmehr dient er nur dazu, euch Appetit zu verschaffen. In vielleicht vier bis fünf Stunden hüpft, schießt und hangelt ihr euch durch den Einzelspieler. Dadurch ergibt sich auch verschenktes Potential, Media Molecule hätte noch viel mehr herausholen können. Wem der Editor und die Community kalt lassen, sollte sich den Kauf also gut überlegen. Alle anderen greifen zu, LittleBigPlanet 2 ist Pflicht für PS3-Besitzer.

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