Erhältlich für:

  • wii u
  • 3ds

Monster Hunter 3 Ultimate Test / Review (3DS)

19. März 2013 | 20:20 Geschrieben von : Ein Kommentar

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Die ‚Monster Hunter‘-Reihe hat eine unglaublich große Fangemeinde und richtet sich an sogenannte „Hardcore-Spieler“, die teilweise gar Hunderte Stunden als Monster-Jäger pro Spiel verbringen. Da bleibt also die Frage: ist Monster Hunter 3: Ultimate auch für „Casual-Spieler“ interessant sowie  jene, die die Reihe bislang noch nicht gespielt haben?

Ich habe mir die 3DS-Version von Monster Hunter 3: Ultimate angeschaut, welches parallel auch für die Wii U erhältlich ist, und gebe den Test aus der Sicht eines Spielers wieder, der bislang maximal nur Demos zu Monster Hunter gespielt hat und dementsprechend von ganz vorn mit der Reihe beginnt. Ich bin wahrscheinlich auch gar nicht die Zielgruppe von Monster Hunter, auch wenn Rollenspiele mit zu meinen Lieblings-Genres gehören. Doch der Reihe nach.

Der Anfang gestaltet sich üblich: Charakter erstellen und als frischer Jäger mit den Menschen im kleinen Fischerdorf Moga sprechen. Die haben allerlei zu erzählen, schließlich haben sie mit gewaltigen Beben zu kämpfen, die für die ein oder andere Zerstörung verantwortlich sind.

In Monster Hunter kämpft ihr gegen riesige Monster.

In Monster Hunter kämpft ihr gegen riesige Monster.

Der Dorfälteste hat da auch schon so seine Vermutung, was hinter den Beben stecken könnte. Wir als Jäger kommen dem Dorf da natürlich gerade gelegen und bieten diesem unsere Hilfe an.

Passend dazu erhält man einen kleinen Unterschlupf direkt im Dorf, wo man ein Nickerchen (Speichern des Spielstandes) halten oder auch Gegenstände, Waffen und Co. in einer Truhe hinterlegen kann, um Platz in seinem Objektbeutel zu machen.

Als erstes werde ich mit den ein oder anderen Aufgaben beschäftigt. Ich muss ein paar Pflanzen sammeln und auch rohes Fleisch ins Dorf bringen. Da ich von Natur aus Jäger bin, fürchte ich mich nicht vor den riesigen Monstern, die glücklicherweise aber ohnehin nur Pflanzen fressen. Später wird mir gezeigt, wie ich das rohe Fleisch grillen kann, um damit meine Ausdauer aufzufüllen. Ich rede wieder mit den Bewohnern, diesmal soll ich Angeln gehen, suche mir dafür ein schickes Plätzchen und versuche drei Fische an den Haken zu bekommen, die verlangt werden. Aber irgendwie will das nicht so richtig klappen, denn für die Aufgabe habe ich nur 50 Minuten Zeit und nur ein einziger, sogenannter Goldenfisch hat sich bislang blicken lassen.

Die Uhr tickt und ich brauche noch zwei weitere. Da ich keine Geduld habe, gebe ich schließlich auf und recherchiere im Internet – ok, ich brauche eine Wurmbienenlarve und einen Leuchtkäfer, um einen schmackhaften Köder für den Fisch herzustellen. Die nächste halbe Stunde verbringe ich damit, mir die richtigen Zutaten zusammenzusuchen – also auf ein Neues und drei Goldenfische gefangen. Das hat dann auch super geklappt, ich nahm aber die Beine in die Hand, da irgendwelche seltsamen Katzen meinten, mir ein paar Dinge aus meinem Objektbeutel klauen zu müssen, als ich sie interessehalber näher begutachten wollte, was sie da so treiben.

Auch abtauchen könnt ihr - die Steuerung ist aber gewöhungsbedürftig.

Auch abtauchen könnt ihr – die Steuerung ist aber gewöhungsbedürftig.

Frisch Geschnetzeltes

Moment, schon sechs Stunden auf der Uhr? Und dabei habe ich bislang doch noch gar nichts Aufregendes erlebt. Tatsächlich ist Monster Hunter 3 Ultimate eher zäh im Einstieg, gut die ersten 8, 10 bis 12 Stunden verbringt ihr mit relativ schnöden Aufgaben, ihr holt euch bei der Questgeberin eure Missionen ab und löst diese innerhalb eines bestimmten Zeitlimits. Aber der zähe Einstieg muss offenbar so sein, wie ich später herausfand, denn erst nach und nach entfaltet das Spiel seinen Reiz, nachdem man anfangs noch gähnend die Aufgaben entgegennahm. Monster Hunter nimmt den Spieler eine lange Zeit an die Hand und versucht ihm verständlich zu machen, um was es in dem Spiel letztendlich geht und wohin es überhaupt will. Es ist kein Spiel, bei dem ihr einfach loszieht, euer Bogen spannt oder Schwert zückt und dem Monster damit eins auf die Rübe gebt. Es funktioniert nicht, wenn ihr einfach nur euer Schwert schwingt, zumindest nicht bei den großen Monstern, die euch eine lange Zeit beschäftigen werden.

Denn wendet ihr diese in Rollenspielen allseits beliebte „Haudrauf-Texhnik“ an, so liegt ihr schneller am Boden, als ihr Monster Hunter sagen könnt. Ihr müsst die Monster genau studieren, um herauszufinden, wie diese ticken und was ihre Schwachstellen sind. Dann, ja erst dann solltet ihr in die Vollen gehen. Dabei müsst ihr sogar alles aus euren Waffen und Rüstungen herausholen, denn das sogenannte Crafting und Kombinieren ist mit das Wichtigste in dem Spiel. Das bedeutet also, dass ihr in der Spielewelt Materialien und Co. abbaut, einsammelt, erntet, woraus ihr stärkere Rüstungen und Waffen schmieden oder diese auch verbessern lassen könnt. Darüber hinaus lassen sich die Materialenbzw. Ite ms miteinander kombinieren. Das klingt jetzt natürlich alles ziemlich einfach, aber glaubt mir, das ganze System ist ziemlich komplex – vor allem wenn sie die ganzen Materialien und für einen Neuling nichtssagenden Zutaten immer weiter ansammeln. Häufig muss man ein wenig tüfteln, um den Dreh herauszubekommen.

19_N3DS_MonsterHunter3Ultimate_Screenshots_41Der Großteil der Elemente, die ihr einsammelt und herstellt, erfüllt in der Welt von Monster Hunter einen wichtigen Zweck. Dabei könnt ihr euch sogar Prognosen geben lassen, wie das Verhalten der Monster in bestimmten Regionen für die nächsten paar Tage aussieht – so lässt sich super im Voraus planen. Zur Verfügung steht euch ebenso eine Monsterliste in den Jägernotizen mit wichtigen Informationen zu den Monstern.

Diese könnt ihr im Shop gegen Bares erweitern, was sich auch anbietet, wenn ihr genügend Geld gesammelt habt, da es manchmal vorkommt, dass man ein Monster jagen muss, man aber nicht weiß, wie es aussieht. Zwar sind die Monster als eine Art Zeichnung bzw. Symbol angegeben, trotzdem bekommt man einen ganz guten Eindruck davon, was einen da so erwartet. Habt ihr also genügend Geld auf eurem Konto, so zögert nicht, die Monsterliste zu vervollständigen – sie ist äußerst nützlich. Gleichzeitig zeigt auch an, wie viele Monster ihr bereits pro Gattung erlegt habt. Darüber hinaus habt ihr ein umfassendes Hilfe-Büchlein, das euch Hilfestellung zur Grundsteuerung, den Waffen, Amuletten, Fähigkeiten und auch generell Jägertipps gibt.

Am Ende jedenfalls ist es immer wieder befriedigend, eine Quest erfüllt zu haben, nachdem man erst ein wenig getüftelt hat. Das ist also der Charme, den Monster Hunter ausmacht – zumindest aus meiner Sicht. Die Spielwelt selbst ist gar nicht mal so groß und in mehrere Abschnitte unterteilt. Ihr könnt diese entweder über die Missionen betreten oder „frei“. Der Unterschied ist hier, dass wenn ihr eine Mission annehmt und die Welt bzw. den Wald mit den Monstern betretet, so könnt ihr darin nur eine gewisse Zeit verbringen und müsst die Mission abschließen, wenn ihr euer Gesammeltes mitnehmen wollt.

Geht ihr hingegen ohne Mission in den Wald, könnt ihr tun und machen was ihr wollt, ganz ohne Zeitdruck und der Möglichkeit, all euer Gesammeltes mitzunehmen. Es dauert übrigens nicht lang, da ist euer Objektbeutel mit den verschiedensten Dingen gefüllt. Was diese letztendlich bringen und für was die gut sind, wissen nur die langjährigen Fans der Reihe. Alle anderen müssen abwarten und probieren – ihr könnt sie derweil in eurer Truhe im Unterschlupf verstauen oder verkaufen. Sollte euer Schwert übrigens stumpf werden, ist es natürlich nicht mehr so richtig zu gebrauchen. Also nehmt ihr euch einen Schleifstein her (oder einen dieser Käfer, die ebenfalls eine solche Eigenschaft besitzen) und schleift die Klinge wieder schön scharf.

Ansonsten könnt ihr euch hin und wieder auch abseits ein wenig beschäftigen und Bitten der Dörfler nachgehen, wie etwa beim Bau neuer Einrichtungen zu helfen oder Fischer beauftragen, in bestimmten Regionen fischen zu gehen, um so an Rohstoffe zu gelangen.

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3DS und Wii U – ein (fast) harmonisches Miteinander

Ich habe zwar nur die 3DS-Version getestet, ein Kollege war aber so nett und stellte mir noch die Version für die Wii U kurz zur Verfügung – und ich bin begeistert. Denn ihr habt die Möglichkeit, die Spielstände zwischen den beiden Konsolen zu tauschen, da es ja das ein und dasselbe Spiel ist. Ihr spielt Monster Hunter 3 Ultimate beispielsweise auf der Wii U und macht später unterwegs auf eurem 3DS einfach an der Stelle weiter, wo ihr bei der Wii U abgespeichert habt. Das ist wirklich ein fantastisches Feature und lädt noch mehr dazu ein, „hunderte Stunden“ mit dem Jagen von Monstern und mit dem „Crafting“ zu verbringen.

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Schade: wer Monster Hunter mit 3DS und Wii U spielen möchte, muss das Spiel zweimal kaufen.

Schade ist aber einerseits, dass man nicht jederzeit speichern kann, sondern nur direkt nach den Missionen sowie im Unterschlupf. Wenn eine Mission also 50 Minuten dauert und ihr noch mittendrin steckt, aber morgen oder unterwegs dort weiterspielen wollt, so funktioniert das nicht. Andererseits müsst ihr das Spiel zweimal kaufen, wenn ihr die Spielstände zwischen 3DS und Wii U tauschen wollt. Es wäre sicherlich eine nette Geste gewesen, wenn sich Käufer der Wii U Version wenigstens die 3DS-Version kostenlos oder vergünstigt herunterladen hätten dürfen.

Ein Vorteil auf der Wii U im Vergleich zur 3DS-Version ist übrigens die Möglichkeit, online mit anderen Spielern auf die Jagd zu gehen. Das ist mit dem 3DS online nicht direkt möglich, durch einen zusätzlichen, für Europa angekündigten Relay Channel aber kann man über die Wii U mit dem 3DS online gehen und ebenfalls mit antreten – allerdings nur ein 3DS pro Konsole. Immerhin: lokal geht das Spielen mit drei anderen Jägern dann doch, hierfür könnt ihr den brandneuen Mehrspieler-Hafen Tanzia ansteuern.

Die 3DS-Version nutzt natürlich das Streetpass-Feature, worüber ihr sogenannte Guild Cards tauschen könnt, die wiederum die Daten der anderen Monsterjäger enthalten.

Die technische Seite

Optisch gesehen geht Monster Hunter 3 Ultimate auf dem 3DS voll in Ordnung. Ihr müsst bedenken, dass es sich dabei um ein Wii-Spiel handelt (Monster Huner Tri), das auf den 3DS und die Wii U portiert wurde. Während die Wii U gar nicht erst ins Schwitzen gerät, wirkt die 3DS-Version optisch ansprechend, hauptsächlich im Fischerdorf Moga, wo Dorfbewohner im Hintergrund mit kleinen Booten über das Wasser tuckern und Windräder sich bewegende Schatten auf den Holzuntergrund werfen. Außerhalb des Dorfes wirkt das Spiel wiederum nicht ganz so schick, muss sich aber auch nicht verstecken.

Gespielt werden kann optional mit dem Circle Pad Pro, was sich auch empfiehlt, da die Steuerung noch im Gameplay-Mittelalter verweilt. Andererseits wäre Monster Hunter 3 Ultimate wohl auch wieder zu einfach, wenn man eine knackige Steuerung hätte. Habt ihr kein Circle Pro Pad, könnt ihr die Kamera über den Touchscreen verändern, was aber alles andere als optimal ist.

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Die Optik ist mitunter ziemlich bunt gehalten.

Zudem könnt ihr mit einem Druck auf den L-Button die Kamera direkt hinter eurem Charakter positionieren, so dass es in hitzigen Gefechten nicht mehr so unübersichtlich zur Sache geht. Ein richtiges „Lock-On-Feature“ existiert nicht direkt, was sicherlich auch Absicht ist, da man sonst die Schwachstellen nicht mehr angreifen könnte. Wer mit der Steuerung nicht so richtig zurechtkommt – ich verwechsle auch jetzt noch nach wie vor einen Knopf –, kann zumindest den Touchscreen des 3DS mehr oder weniger frei anpassen.

Ganz gelungen ist übrigens der 3D-Effekt. Alleine das Intro strotzt nur so vor schönen Effekten, während das 3D in der Spielewelt vor allem für eine bessere Orientierung sorgt. Allerdings wirkt der 3D-Effekt teilweise auch viel zu stark ausgeprägt – glücklicherweise kann man den bekannten Schieberegler nutzen. Nicht gelungen hingegen ist der Text, der auf einem 3DS XL zwar gut zu lesen, auf einem normalen 3DS jedoch unleserlich ist und sich anstrengend lesen lässt, vor allem auf dem Touchscreen. Wer den Text auf dem 3D-Bildschirm nicht erkennt, schaltet das 3D einfach aus, danach sollte er halbwegs lesbar sein.

Ihr könnt Monster Hunter 3 Ultimate für den 3DS ab dem 22. März über den eShop herunterladen. Der Haken: es ist wirklich sehr groß, ihr benötigt 14.284 freie Speicherblöcke auf eurer SD-Karte, wodurch die normale 2GB große Speicherkarte, die standardmäßig dem 3DS beiliegt, fast randvoll wird und kaum weitere Software darauf Platz findet. Am besten holt ihr euch noch eine größere Karte.

Fazit

Auch wenn der Einstieg ziemlich zäh ist und es mehrere Stunden dauert, bis wirklich etwas Aufregendes passiert, so ist die Vorgehensweise doch interessant für Neueinsteiger. Ihr werdet nämlich nicht ins kalte Wasser geworfen (höchstens ins kalte Planschbecken) und lernt nach und nach was es heißt, ein Monster Hunter zu sein.

Monster Hunter 3 Ultimate baut dabei auf ein Ökosystem auf, das mitunter ziemlich komplex ist. Man lernt die Monster zu respektieren, muss ihre Schwachstellen ausmachen, Rohstoffe sammeln, Materialien kombinieren, Rüstungen schmieden und viel herumtüfteln, um erfolgreich zu sein. Für Anfänger kann das durchaus eine ziemlich harte Nuss sein, es ist aber immer wieder befriedigend, eine Mission nach langer Vorarbeit abzuschließen. Und irgendwie macht all das Monster Hunter auch aus und fesselt ungemein.

Die Frage, ob Besitzer der Wii-Version von Monster Hunter Tri hier zugreifen sollen, kann ich nicht direkt beantworten. Aber da über 1.000 neue Rüstungsteile, drei neue Gebiete, ein neues, großes Monster und 211 neue Quests geboten werden, dürfte die Version auch für Besitzer des Original interessant sein.

Monster Hunter 3 Ultimate ist wahrscheinlich das bisher umfangreichste 3DS-Spiel, das zwar Spieler anspricht, die gerne viel Zeit investieren. Aber es spricht absolut nichts dagegen, dass auch Gelegenheitsspieler ihren Spaß damit haben können. So, ich gehe noch ein Monster jagen…

(Wichtige Info zum Bewertungssystem)

Hinweis: Nintendo wird am 22. März einen Patch für Wii U und 3DS veröffentlichen, der folgende Funktionen ermöglicht:

  • Relay Channel Unterstützung (die eigentliche Relay Channel-App wird jedoch erst nach Verkaufsstart verfügbar sein)
  • Kameraoptimierung für Wii U (mit ZL und ZR kann die Kameraeinstellung geändert werden, genauso wie mit dem Circle Pad Pro für Nintendo 3DS)
  • Unterstützung für USB-Tastaturen
  • Voice Chats

 

1 Kommentar Antworte

  1. Oh man. Wie es nervt, dass sich die Spieler selbst immer in Casual- und Core-Wasauchimmer einteilen müssen…

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