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Paper Mario: Sticker Star für Nintendo 3DS im Test / Review

26. November 2012 | 10:00 Geschrieben von : 2 Kommentare

„Schon wieder ein Mario Jump & Run?“, werden sich einige jetzt sicherlich fragen, nachdem Nintendo erst vor wenigen Monaten New Super Mario Bros. 2 für den 3DS veröffentlichte. Doch Paper Mario: Sticker Star geht in eine völlig andere Richtung als die typischen Mario-Spiele und ist tatsächlich nicht das erste Spiel dieser Art. Denn dahinter steckt eine Rollenspiel-Reihe, die im Grunde bereits mit Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars auf dem Super Nintendo im Jahre 1996 begann.

Ins „Papierzeitalter“ ging es erst 2001 mit Paper Mario für das Nintendo 64, das zur damaligen Zeit einen neuen und noch nie gesehenen Grafikstil hervorbrachte – Charaktere und Gegenstände aus Papier, die sich in einer dreidimensionalen Welt bewegen, wodurch dieses Papierhafte besser zur Geltung kommt. Schließlich folgten noch Paper Mario: Die Legende vom Äonentor 2004 für den GameCube und Super Paper Mario 2007 für die Wii.

Mit Paper Mario: Sticker Star erscheint am 7. Dezember 2012 der neueste Teil für den 3DS und schlägt erneut eine andere Richtung ein. Denn wie der Name schon sagt, dreht sich zwar alles wieder um Papier bzw. ausgeschnittene Charaktere und Gegenstände, doch diesmal sind das waschechte Sticker bzw. Aufkleber. Dadurch wirkt das Spielprinzip viel frischer, während man zu den Wurzeln der Reihe zurückkehrt.

Das Spiel beginnt am Tag des alljährlichen Sticker Festivals in Stickershoven. Doch der Frieden hält nicht lange an, denn Bowser taucht wieder auf und lässt den Sticker-Kometen explodieren, wodurch er in sechs Royalsticker über das gesamte Land verteilt wird. Nun muss Mario mit der Sticker-Fee Kersti die sechs Royalsticker aufspüren. Allerdings befinden sich die Sticker in der Gewalt von Bowser und seiner Gefolgschaft. Also muss man Rätsel lösen und sich in Welten wie Wüste, Wälder oder auch schneebedeckte Berge den Sticker-Gegnern stellen. Und natürlich ist da noch Peach, die von Bowser entführt wurde.

Nahezu fast alle Gegenstände und Charaktere sind in Paper Mario: Sticker Star normale Aufkleber. Hin und wieder muss man Freunde in Not also abziehen, da diese beispielsweise an einer Wand festkleben. So verhält es sich auch zum Großteil bei den Gegenständen, die Mario für Kämpfe und Rätsel benötigt.

Der Ausgangspunkt in Sticker Star ist ein friedliches Dörflein, in dem ihr eure ersten Erfahrungen sammelt und auf viele Toads trefft. Ihr müsst ihnen helfen, mit ihnen reden, erhaltet dort sogleich einen Holzhammer, könnt einen Sticker-Shop besuchen und von dort aus euer Abenteuer in alle vier Himmelsrichtungen beginnen. Der Holzhammer ist ein wichtiges Utensil, da sich mit ihm etwa Sträucher plätten oder auch die ein oder anderen Dinge auf dem Boden umdrehen lassen, wodurch man Verstecke findet. Vor allem aber ist er für die Begegnung mit Gegnern wichtig, denn sobald ihr einen erblickt oder erblickt werdet, solltet ihr versuchen ihnen auf die Rübe mit dem Holzhammer zu schlagen. Hat das geklappt, so habt ihr den ersten Angriff gemacht und der Kampf beginnt damit, dass dem Gegner schon ein paar Lebenspunkte abgezogen werden.

Die Kämpfe selbst sind rundenbasiert, was also bedeutet, dass erst Mario an der Reihe ist und dann seine Gegner, das nicht nur einer, sondern auch etwa 2 oder 3 sein können. Da braucht man natürlich dann manchmal auch eine strategische Vorgehensweise, da die Gegner unterschiedliche Fähigkeiten besitzen und unterschiedlich stark sind. Während den Kämpfen kommen die von Mario gesammelten oder gekauften Sticker zum Einsatz, die sich in eurem Stickeralbum befinden, welches nach und nach um weitere Seiten erweitert wird. Das kann ein ganz normaler Holzhamme, aber auch Feuer- und Eisblumen, Schildkrötenpanzer, diverse Hammerarten, Stiefel, Powerblöcke und viele weitere unterschiedliche Sticker sein. Bei allen Stickern kommt es auf das richtige Timing an, in dem man den A-Button je nach Sticker einmal oder auch mehrmals zur richtigen Zeit drückt. Etwa wenn man einen Stiefel hat, muss man den A-Button beim Sprung drücken und dann immer wieder, wenn Mario auf den Köpfen seiner Feinde herumspringt, um mehr Schaden zu machen.

Doch nicht alle Sticker sind bei allen Feinden effektiv oder überhaupt anwendbar. Bei normalen Gumbas reicht ein Holzhammer oder der Sprung auf seinen Kopf mit einem Stiefel. Manche Gegner fliegen über den Erdboden und können beispielsweise von einem sehr effektiven Schildkrötenpanzer nicht getroffen werden, während andere stachelig sind – spezielle Gumbas können sich in einen Stachelsticker verwandeln -, wo ein Sprung auf ihren Köpfen mit einem normalen Schuh natürlich schmerzhaft ist und da nur ein Eisenstiefel oder ein Hammer sinnvoll ist.

Um das Ganze ein wenig zu vereinfachen, gerade wenn mehrere Gegner vor Mario stehen, die ordentlich Schaden austeilen und nacheinander angreifen, lassen sich die Angriffe nicht nur blocken, sondern ihr könnt noch eine Art Drehrad benutzen, wo ihr drei oder zwei Symbole nebeneinander bringen müsst. Hier habt ihr die Chance zwei oder drei Angriffe nacheinander zu gewinnen, was gerade bei den doch sehr knackigen Bosskämpfen sehr von Vorteil ist. Denn bei denen bringt stumpfes Draufhauen mit den Stickern kaum etwas, stattdessen muss man ein wenig überlegen und herumprobieren, bis man die passenden Sticker und die passende Vorgehensweise gefunden hat. Und wenn alles nichts hilft, kann man jederzeit fliehen und sich beispielsweise im kleinen Dörflein mit neuen Stickern ausstatten.

Sollte aber auch der schwerste Gegner nicht bezwingbar sein, hilft vielleicht ein „Dingse“. Das sind 3D-Objekte, die sich in der Spielwelt finden lassen und im kleinen Dörflein zu einem großen und sehr hilfreichen Sticker verwandeln oder sich später dort einfach gegen Münzen kaufen lassen, sobald man sie erstmals seiner Sammlung hinzugefügt hat. Sehr hilfreich ist da zum Beispiel die große Schere, mit der man enorm viel Schaden bei den Gegnern anrichten kann und Bosskämpfe etwas einfacher werden. Der Haken aber ist, dass die Sticker, solltet ihr sie euch kaufen wollen, sehr viel Münzen kosten und darüber hinaus auch noch viel Platz in eurem Stickeralbum einnehmen. Sehr schade nämlich ist, dass man die Sticker im Album nicht sortieren kann und dadurch Lücken entstehen. Manchmal sind die Sticker so unvorteilhaft angeordnet, dass keine großen Sticker mehr in das Album passen, obwohl genügend Platz dafür wäre, wenn man sie denn anordnen könnte. Zudem wirkt alles dadurch unübersichtlicher.

Die Sticker helfen aber nicht nur bei Kämpfen, sondern sie lassen sich auch für Rätsel einsetzen – sowohl die normalen als auch die großen Sticker. Für was könnte wohl ein Ventilator-Sticker gut sein? Und was hat es mit diesem Trinkdosen-Aufkleber auf sich? Man muss hin und wieder schonmal um die Ecke denken, manchmal ist es aber auch offensichtlich, für welche Rätsel die Sticker Verwendung finden sollen. Solltet ihr trotzdem feststecken und einfach nicht mehr weiterkommen, könnt ihr eure Begleiterin Kersti um Hilfe beten. Auch wenn es doch ungewohnt ist, dass Sticker Star für ein Nintendo-Spiel relativ wenig Hilfestellung gibt. Aber auch das macht es irgendwie aus.

Fazit

Im Vergleich zu den vorherigen Paper Mario Abenteuern verzichtet Sticker Star auf Erfahrungspunkte bzw. Levelaufstiege und der Humor hat etwas abgenommen, auch wenn davon noch genügend vorhanden ist, um unterhalten zu werden. Sticker Star ist ein gewisser Rückschritt, gleichzeitig aber auch ein Fortschritt und ein Rückgang zu alten Tugenden. Die Sprüche und die Optik sind sehr charmant und der 3D-Effekt gehört so ziemlich zu den besten, die ein 3DS-Spiel bislang zu bieten hat. Es existieren die typischen „Pop-Outs“, ohne dabei aber zu übertreiben, während der Soundtrack größtenteils typische Gute-Laune-Klänge verbreitet. Und die verschiedenen Levels sind sehr abwechslungsreich, durchdacht, hübsch anzuschauen und an altbekannte Gegenden aus früheren Mario-Abenteuern angelehnt. Aber nicht in allen Levels muss gekämpft werden, hin und wieder trifft man auch nur auf Verbündete, plaudert ein wenig und hilft ihnen.

Auch wenn die Kämpfe am Ende weniger anspruchsvoll und abwechslungsreich sind, so bereichern immerhin die Bosskämpfe Marios neues Abenteuer, die dann doch teilweise richtig knackig sind – selbst für erfahrene Spieler. Wer ein unterhaltsames und vor allem umfangreiches 3DS-Spiel sucht, ist mit Paper Mario: Sticker Star gut beraten. Gut 20 Stunden braucht es, um die Welt mal wieder vor Bowser zu retten.

2 Kommentare Antworte

  1. Playstation Vita
    28. November 2012

    Tja,was soll man sagen? 3DS Schrott vom feinsten : = )

  2. 3DS Schrott? Das Spiel hat nicht gerade schlecht abgeschnitten und bietet teilweise mehr Substanz als das ein oder andere Vita-Spiel.

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