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Erhältlich für:

  • ps3

Papo & Yo im Test – eine bittersüße Botschaft mit ernstem Hintergrund

20. August 2012 | 11:01 Geschrieben von : Keine Kommentare

Videospiele können je nach Einsatzgebiet eine sehr beliebte Therapieform sein. Spieledesigner Vander Caballero hat mit dem exklusiv für die PlayStation 3 erschienen Spiel Papo & Yo ein Stück Software entwickelt, das eine gewisse Therapie vermittelt, hier drehte er allerdings den Spieß ein wenig um. Papo & Yo soll den Spielern Spaß bereiten und zum Denken anregen, vielleicht auch eine Art Lehre sein, während Vander Caballero die Entwicklung als eine Art Therapie für sich selbst ansah.

Mit Papo & Yo erzählt er nämlich eine Parabel auf seine eigene Kindheit, die durch seinen alkoholkranken Vater leiden musste. Allerdings verzichtet Papo & Yo vollkommen auf Gewaltdarstellung und thematisiert auch nicht den Alkohol direkt. Es ist vielmehr eine Interpretationssache, auf die man sich einlassen kann, aber nicht muss.

In dem Spiel geht es um den afrikanischen Jungen Quico, dessen bester Freund ein großes Monster ist und auf eben jenen Namen hört. Monster isst gerne Kokosnüsse, ist aber süchtig nach Fröschen. Sobald Monster diese giftgrünen Frösche in die Finger bekommt, gerät er in Rage, wodurch aus Quicos bestem Freund plötzlich sein größter Feind wird.

Im Grunde stellt Quico Vander Caballero dar, während Monster dessen Vater verkörpert. Die Frösche sind der Alkohol. Der Spieletitel Papo & Yo lässt sich somit auch als Papa und Ich übersetzen. Gleich am Anfang des Spieles hinterlässt der Spieledesigner folgende Widmung: „Für meine Mutter, Brüder und Schwestern, mit denen ich das Monster in meinem Vater überlebt habe.“

Ihr müsst euch das so vorstellen, dass das Spiel mehr in einer kindlichen Fantasie stattfindet, in einer manchmal bunten, manchmal düsteren Spielwelt voller Favelas, welche sich in schier endlosen Höhen zu stapeln scheinen. Helle, hervorgehobene Bereiche, das können beispielsweise Haken, Seile, Zahnräder oder auch große Schrauben sein, sind interaktive Elemente, die zu den Rätseln gehören und eine Aktion ausführen.

So wird man häufig ganze Häuserreihen als kleiner Junge verschieben, nur mit seinen bloßen Händen. Die großen Schrauben lassen einzelne Häuser gehen oder auch fliegen und sie etwa zu einer Brücke formieren. Zahnräder können neue Wege öffnen und bestimmte Felder lassen Quico ganze Häuser tragen. Die Rätsel sind weniger anspruchsvoll und sollten auch von Anfängern ohne Probleme gemeistert werden können.

Sollte man dann doch mal nicht weiterwissen, steht in jedem Abschnitt ein Pappkarton, den sich Quico über seinen Kopf stülpt und an den inneren Seiten des Kartons Tipps liest. Klickt man auf weiter, so dreht der Junge den Karton und kann somit auf der nächsten „Seite“ oder auch Kartonwand die nächste Hilfestellung lesen. Dieses Element mit dem Pappkarton zog Vander Caballero aus seinen Erinnerungen bzw. der Realität, denn sein eigener Sohn zeigt sich von Kartons sehr angetan. Und auch die positiven Abschnitte in Papo & Yo stellen Erfahrungen mit seinem Sohn dar, während er mit den düsteren Szenen seine Vergangenheit bewältigt.

Letztendlich befindet sich Quico auf der Suche nach einem Heilmittel für Monster, um ihn von dessen Sucht zu befreien. Währenddessen folgt man einem geheimnisvollen Mädchen, von dem sich Quico Hilfe verspricht. Um aber nochmals auf die Rätsel einzugehen: Kokosnüsse und das Suchtmittel Frösche spielen ebenso eine wichtige Rolle. Mit den Kokosnüssen lässt sich Monster an verschiedene Orte locken, wobei er nach einer gewissen Anzahl von Kokosnüssen müde wird und sich schlafen legt. Hier entsteht die Möglichkeit, sich einfach auf seinen dicken Bauch zu stellen und diesen als Trampolin zu nutzen, um höhergelegene Orte zu erreichen. Die Frösche muss man Monster manchmal gezielt zur Verfügung stellen, um Rätsel lösen zu können bzw. überhaupt weiterzukommen, was dann natürlich auch einen gewissen Beigeschmack hat, wenn man sich auf das Thema Alkohol einlässt. Beruhigen lässt sich Monster nur mit einer fauligen Kokosnuss.

Hin und wieder pausiert das eigentliche Spiel und „schwelgt“ in Erinnerungen, die Quico in der realen Welt mit seinem Vater zeigen. Diese Erinnerungen lassen sich selbst spielen und verlaufen immer in Zeitlupe ab. Es ist also immer mal wieder ein Wechsel zwischen Fantasie und Realität bzw. Erinnerungen.

Während ihr die Rätsel absolviert, durch die Welt sprintet und euch an Leitern hochhangelt, so wird Quico noch von seinem Spielzeugroboter begleitet. Dieser verleiht dem Jungen einen Düsenantrieb, mit dem er zum Doppelsprung ansetzen und für eine kurze Zeit in der Luft schweben kann. Außerdem kann der Spielzeugroboter unerreichbare Schalter betätigen, was aber nur mit ganz bestimmten Schaltern funktioniert. Der Roboter ist übrigens eine Metapher auf Vander Caballeros Liebe zur Technik und Videospielen.

Im Laufe von Papo & Yo wird Monsters Sucht zu einer immer größer werdenden Bedrohung. Manchmal fühlt man sich auch etwas genervt, wenn Monster in seiner Rage die Sicht und den Weg versperrt und Quico durch die Gegend schleudert. Gesundheit aber verliert der Junge nie, auch kann dieser nie das Zeitliche segnen, da wie gesagt Gewalt nicht vorhanden ist.

Ansonsten spielt sich Papo & Yo zwar rund, hat aber einige Fehler. Darunter zum Beispiel optische, wie etwa Spiegelungen, die plötzlich rot werden (wahrscheinlich sind das Spiegelungen der großen Abwasserröhren, die in dem Spiel rot dargestellt werden). Außerdem ereignete sich in etwa der Mitte des Spieles ein Fehler, bei dem Quico in die Tiefe gefallen ist und der Monster mit ihm, anschließend blieb das Bild dunkel und das Spiel musste neu gestartet werden.

Fazit

Papo & Yo ist ein Wechselbad der Gefühle, vor allem wenn man sich auf das Hintergrundthema einlässt. Das dreht sich um Alkoholismus und basiert auf den eigenen Erfahrungen des Spieledesigners Vander Caballero, der in Papo & Yo seine eigene Kindheit aus einer anderen Perspektive erzählt. Wer aber mit dem Thema nichts anfangen kann oder will, muss dies auch gar nicht, denn Papo & Yo spielt sich auch ohne diesen Hintergrund so, wie von den Entwicklern gedacht. Es lässt auch eine gewisse Freiheit an Interpretation zu und kann auf andere Dinge angewandt werden, vielleicht auch eure eigenen Erfahrungen oder Vorstellungen.

Vander Caballero wollte Emotionen herüberbringen, was ihm auch wunderbar gelungen ist. Das Spielprinzip selbst ist einfach zu beherrschen, die Rätsel sind kaum fordernd oder abwechslungsreich und einige technische Fehler können das Gesamtbild ein wenig schmälern. Wer zudem auf ein längeres Abenteuer hofft, muss enttäuscht werden: rund 4 Stunden verbringt man mit der Suche nach einem Heilmittel für Monsters Sucht. Dennoch: sieht man von der seichten Rätselkost ab, so ist es die auf einer ernsten Thematik aufbauende, wahre Geschichte, die Papo & Yo zu einem der vielleicht wichtigsten Spiele in diesem Jahr macht.

In einem Interview sagte Caballero Folgendes, was er den Spielern mit auf den Weg geben möchte: „Ich möchte, dass die Menschen die Bedeutung von gewaltfreien Spielen selbst erleben, dass sie echte Gefühle wie Trauer empfinden können. Fast noch wichtiger ist aber für mich, einer neuen Generation von Kreativen meine Erfahrung zu vermitteln, damit auch ich selbst weiterhin gute Spiele spielen kann.“

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