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Pokémon X und Pokémon Y im Test / Review (3DS)

28. Oktober 2013 | 12:00 Geschrieben von : Keine Kommentare

Zumindest außerhalb Japans feiert Pokémon in diesem Jahr sein 15-jähriges Jubiläum – die beiden Editionen Rot und Blau kamen 1999 für den Game Boy auf den Markt. Wie die Zeit doch vergeht. Da erscheint es umso feierlicher, dass mit Pokémon X und Y in diesem Jahr die beiden ersten Editionen für den Nintendo 3DS herauskamen und frischen Wind in die nach wie vor unveränderte Mechanik bringen.

pokemon-x-y-screen5Das Erfolgsrezept behalten Nintendo und Gamefreak bei. Es funktioniert auch im Jahr 2013 noch immer bestens, selbst wenn das Verlangen nach etwas wirklich komplett Neuem mit Pokémon X und Y nicht befriedigt wird. Das muss es im Grunde auch nicht unbedingt, zumindest nicht mit dem 3DS-Einstand. Ihr wählt euch euren Charakter aus, erhaltet euer eigenes Pokémon, trainiert es, schnappt euch andere Taschenmonster, trainiert diese, tretet gegen die Areneleiter an, sammelt deren Orden und begebt euch zur Pokéliga. Nebenbei müsst ihr noch dem fiesen Team Flare das Handwerk legen, das eine Welt voller Schönheit erschaffen möchte. Klingt gut, aber doch ist das Team fies.

Spoiler Es ist sehr angenehm, dass nicht sofort mit der Tür ins Haus gefallen wird, sondern man auf das Team Flare erst nach vielen Spielstunden trifft. Bis dahin hat man Zeit, sich mit seinen Pokémon vertraut zu machen, einige Aufgaben zu lösen und ein paar Blicke in die wunderschöne Ferne schweifen zu lassen. / Spoiler Ende

Selbst wenn man also den Ablauf kennt und der Ausgang immer der gleiche in jeder einzelnen Edition aller Pokémon-Generationen ist, so funktioniert es einfach. Die Motivation ist ungebrochen, durch die Region Kalos zu spazieren, neue Orte kennenzulernen, selbst einfachen Monologen zu lauschen und vor allem seine Pokémon zu trainieren. Mit Pokémon X und Y versuchen die Macher nicht nur Neueinsteiger zu gewinnen, sondern auch eingefleischte Fans oder jene, die im Laufe der Jahre den Editionen den Rücken zukehrten. Es fühlt sich alles ein wenig nostalgisch an, aber auch irgwendwie frisch, was vor allem an der optischen Präsentation liegt.

pokemon-x-y-screen2Erstmals erstrahlen die Pokémon in 3D (sieht man von den Spin-offs usw. ab). Noch nie war eine Pokémon Edition schöner – das Gras wiegt sich im Wind, die Perspektive ändert sich geschickt, die an Paris angelehnte Region Kalos bezaubert mit prunkvoller Architektur, die jeweiligen Attacken im Kampf sehen endlich spektakulär aus und die Pokémon erinnern nicht mehr an plattgedrücke Grafiken.

Während das Auge wahrlich verzaubert wird, erklingen immer wieder wunderschöne und vor allem auch bekannte Melodien, die den Nostalgiefaktor noch ein wenig verstärken. Natürlich darf auch der 3D-Effekt nicht fehlen, allerdings gibt es hier einen kleinen Haken. Der 3D-Effekt wird nämlich nur in den Kämpfen und einigen wenigen Zwischensequenzen automatisch hinzugeschaltet. In allen anderen Situationen müsst ihr mit 2D vorlieb nehmen. Das hat technische Gründe, wie man bereits in den Kämpfen merkt – dort kommt es gerne häufiger zu „Framerate-Einbrüchen“. Oder anders ausgedruckt: das Bild wirkt ruckelig. Auf der anderen Seite hat das sogar einen positiven Nebeneffekt: ihr könnt länger spielen, da euer Akku durch den 3D-Effekt nicht so sehr strapaziert wird.

Man merkt sofort, dass die Entwickler den Spielern bzw. Neueinsteigern / Gelegenheitsspielern / Jüngeren unter die Arme greifen wollen. Kurz nachdem das erste Pokémon ausgewählt wurde – standardmäßig Feuer, Wasser oder Pflanze -, erhält man den EP-Teiler, der sofort aktiviert wird. Dadurch erhält jedes Pokémon automatisch im Team Erfahrungspunkte nach einem Kampf, ohne dass dies aktiv daran teilgenommen hat. Mit dem EP-Teiler fällt es deutlich leichter, die Pokémon im Level aufsteigen zu lassen. Der Teiler ist zwar optional, schließlich kann man ihn deaktivieren und es sich somit schwerer machen, aber die Versuchung ist wirklich sehr groß, diesen aktiviert zu lassen. Und überhaupt wird man vielleicht ein wenig zu sehr an die Hand genommen, denn es dauert nicht lange, da darf man sich bereits ein zweites Pokémon auswählen: die drei Starter-Pokémon der Blauen und Roten Edition, nämlich Glumanda, Shiggy und Bisasam. Dadurch kann man sich direkt ein passendes Gegenstück zum ersten Pokémon ins Team holen, ohne etwas dafür tun bzw. ohne es erst fangen zu müssen.

Darüber hinaus erhält man an nahezu jeder Ecke im Spiel bei einem Plausch mit einem der verschiedenen Figuren Beeren, Tränke, Pokébälle, TM (Technische Maschine) und mehr. Der Belohnungsfaktor ist wirklich sehr hoch – für Alteingesessene zu hoch. Man muss natürlich immer wieder betonen, dass alles optional ist – man muss den EP-Teiler nicht verwenden, man muss nicht das Pokémon-Gegenstück (statt etwa Feuer – Wasser nimmt man eben Feuer – Feuer) nutzen und man kann auch die Geschenke verkaufen oder nicht nutzen. Es wäre aber vielleicht ausgewogener gewesen, wenn Gamefreak die Wahl eines Schwierigkeitsgrades eingebaut hätte, um mehrere Zielgruppen zu definieren. So hätte der EP-Teiler erst in der Mitte des Spieles auftauchen können, während Geschenke und auffindbare Items in der Welt seltener sind.

pokemon-x-y-screen4Während ihr im Laufe der Zeit eure Kämpfe austragt, trefft ihr an einem bestimmten Punkt auf die sogenannten Mega-Evolutionen. Das ist eine Neuerung, die es den Pokémon im Kampf erlaubt, eine vierte, mächtige Entwicklungsstufe zu nutzen. Bisher entwickelten sich die Pokémon bekanntlich nur bis zur dritten Stufe.

Mit der Mega-Evolution aber hält eine vierte Stufe Einzug, die nicht dauerhaft ist, sondern nur für die Dauer eines Kampfes mittels Items aktiv bleibt. Es bleibt sicherlich interessant zu sehen, wie sich das im professionellen Bereich – Stichtwort eSport bei realen Wettkämpfen – auswirken wird. Die Kämpfe selbst gestalten sich erst zum Ende hin wirklich anspruchsvoll – oder zumindest anspruchsvoller. Es spielt hier sicherlich auch viel der Zufall eine Rolle, aber so richtig genutzt oder ausgereizt wird das Kampfsystem von den anderen Figuren kaum. Neu sind übrigens Kämpfe, die mit Flug-Pokémon am Himmel ausgetragen werden können.

Ansonsten gibt es auch einige spielerische Änderungen. Erstmals lässt sich eure Spielfigur diagonal bewegen, wodurch ihr mehr Bewegungsfreiheit habt. Mit dem Steuerkreuz lauft bzw. rennt ihr, mit dem Schiebepad schnallt sich euer Charakter automatisch die Rollschuhe an und flitzt deutlich schneller über Wiesen, Pfade und Co. Etwas nervig ist allerdings, dass man hier häufig an Kanten, Türen und so weiter hängen bleibt, denn das Design der Welt ist weniger für eine derartige Bewegungsfreiheit geschaffen. Um aber schnell zwischen Städten über eine lange Route zu reisen, sind die Rollschuhe perfekt.

pokemon-x-y-screen1Über was man sicher auch viel diskutieren kann, sind die neuen Pokémon. Es ist absolut eine Geschmacksfrage, doch man merkt, dass die Designer bei einigen Schöpfungen krampfhaft versuchten neue Pokémon zu basteln. Die Ideen und Designs wirken zum Teil irgendwie zu abstrakt.

Braucht es wirklich immer wieder neue Taschenmonster in einer neuen Edition und vor allem eines, das wie ein Schwert aussieht? Sinn ergeben neue Pokéon sicherlich angesichts des neuen Typs Fee, zu dem etwa das Guardevoir oder nun auch das altbekannte Pokémon Marill gehört. Zehn Jahre hat es gedauert, bis ein neuer Pokémon-Typ vorgestellt wird – besonders gegen den Typ Drachen ist er stark.

Gamefreak gab sich ansonsten wirklich Mühe, immer wieder etwas Abwechslung in das Spielgeschehen zu bringen. Da sind einige kleinere Rätsel und Quizfragen, allen voran in den Arenen. Doch wer möchte, kann zwischendurch auch kleinere Minispiele absolvieren, die vorwiegend auf dem Touchscreen stattfinden. So lassen sich die Pokémon etwa streicheln, füttern und mittels Supertraining für verbesserte Statuswerte trainieren. Es hat zwar letztendlich keine großen Auswirkungen, ist aber eine nette Abwechslung und gibt einem das Gefühl, eine stärkere Bindung zu den kleinen Monstern aufzubauen. Übrigens verfügt das Feature sogar über Gesichtserkennung, so dass ein Pokémon darauf reagiert, wenn man lacht oder den Kopf neigt. Wer nichts davon wissen möchte, muss das nicht verwenden – all das ist optional.

Eure Spielfigur selbst bleibt weiterhin stumm. Dafür könnt ihr mit ihr Boutiquen besuchen, um etwa kleidung, Schuhe, Kopfbedeckung und Anstecker zu erwerben. Hiermit gebt ihr ihr einen individuellen Touch.

pokemon-x-y-screen3Wie bei allen Pokémon Editionen, heißt es auch diesmal wieder :“Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Habt ihr die Liga erfolgreich gemeistert und seid der Champ, geht es erst so richtig los. Ihr könnt euren Pokédex vervollständigen, was durchaus eine lange Zeit dauern kann. Oder aber ihr spielt gegen anderen menschliche Trainer.

Der Mehrspieler ist einer der Stärken von Pokémon-Titeln, so auch bei X und Y. Auf dem Touchscreen könnt ihr euch etwa eure Freunde anzeigen lassen. Neben Freunden seht ihr darauf auch Bekannte und Passanten. Ihr könnt diese direkt herausfordern, sofern ihr mit dem Internet verbunden seid. Auch ist es möglich, mit ihnen Pokémon zu tauschen oder sich einfach nur mit ihnen zu unterhalten. So muss das sein, so macht das Laune.

Fazit

Pokémon X und Pokémon Y können auch weiterhin das Pokémon-Fieber wecken und nicht nur Neueinsteiger, sondern auch alte Hasen am Bildschirm kleben lassen. Am Spielprinzip hat sich nichts weiter verändert, sieht man von ein paar neuen und interessanten Features ab, sei es nun die Mega-Entwicklung oder auch die verschiedenen Minispiele, mit denen man sein Pokémon trainieren bzw. sich darum kümmern kann.

Es ist selbst 15 Jahre nach den ersten beiden Editionen faszinierend, mit seinen Pokémon Abenteuer zu erleben, sie zu trainieren und die große Region Kalos zu erforschen. Pokémon hat nichts von seinem Charme verloren, auch wenn Entwickler Gamefreak die ein oder andere Altlast gerne hätte beseitigen dürfen. Und dann sind da noch der Mehrspieler und der Wunsch, seinen Pokédex aufzufüllen und jedes Pokémon zu besitzen, was die Langzeitmotivation in die Höhe treibt.

Es sind vielleicht nicht die perfekten Pokémon Editionen, es sind aber fast perfekte Pokémon Editionen. Wer bisher Spaß an Pokémon hatte, wird es mit X und Y auch weiterhin haben. Selbst jene Spieler, die bislang nichts mit der Reihe zu tun hatten oder vor einigen Jahren damit aufhörten, kommen nicht um Pokémon X und Pokémon Y herum.

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