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Rayman Origins im Test

19. Dezember 2011 | 09:00 Geschrieben von : Keine Kommentare

Man muss einfach zugeben, dass sich Rayman in den letzten Jahren immer mehr vom klassischen ‚Jump & Run‘-Genre verabschiedet hat und sich in Sphären wagte, die nicht immer ganz so sinnvoll waren. Dass da die Qualität darunter litt, dürfte klar sein. Doch was Ubisoft hier mit Rayman Origin abliefert, ist ganz große Kunst.

Ein Jump & Run, das sich Jump & Run nennen darf. Ein Spiel, das sich nicht ernst nimmt und an jeder Ecke Lacher und Ooohhhs und Aaahhhs platziert. Ein Spiel, das mit zu den Besten seines Genres gehört.

Das hat uns gefallen

2D-‚Jump & Run‘ – ein unterschätztes Genre: Wenn es denn heute überhaupt mal zu einem neuen Jump & Run kommen sollte, dann springt der Held meist durch eine 3D-Welt. Das hat sicherlich seinen ganz eigenen Reiz, doch Jump & Run ist ein Genre, das seinen Ursprung nicht aus den Augen verlieren darf. Ubisoft muss man deshalb ganz besonders dankbar sein, dass sie mit Rayman Origin diesen Weg gegangen sind und das Genre bei seinen Wurzeln packten.

Rayman Origin spielt sich knackig und direkt, so wie man es von einem 2D-Plattormer erwartet. Spielerisch gesehen gibt es kaum Genre-Innovationen, stattdessen setzt das Spiel auf altbekannte Strukturen und jongliert mit diesen ein wenig herum. Das aber so gut, dass man Rayman Origin nicht anmerkt, sich von der Konkurrenz ein wenig inspirieren lassen zu haben. So oder so, das ist auch gar nicht weiter tragisch, denn es beherrscht seine Disziplinen gut und wie aus dem Schlaf.

Eine Lebensanzeige gibt es nicht, stattdessen lässt sich optional im jeweiligen Spiellevel immer mal wieder ein zusätzliches Herz aufsammeln, wodurch man einen Extra-Treffer einstecken kann. Rayman (und dessen spielbare Kollegen) aber ist ansonsten enorm verwundbar und ein unglücklicher Sprung in die Tiefe oder einem Schlag seiner Feinde bedeutet das Aus. Das ist anfangs sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig, gerade wenn man in den letzten Jahren die üblichen Jump & Runs gespielt hat, aber der Schwierigkeitsgrad wird dadurch mit der Zeit richtig fordernd, aber letztendlich nicht allzu schwer für Spieler, die in dem Genre weniger zuhause sind. Jeder Level ist in mehrere Abschnitte unterteilt, und sollte man einmal das Zeitliche segnen, wird man immer wieder zum Start des Abschnittes geschickt – es existieren keine Leben und wenn man einfach nicht weiterkommen sollte, erhält man auf Wunsch Hilfestellung, die einem den Level überspringen lässt.

Mit der Zeit eignet man sich immer weitere Fähigkeiten an: Anfangs kann Rayman laufen und springen, später auch austeilen und sogar mit seinem Haar als eine Art Propeller langsam über größere Abgründe schweben. Und genau diese Dinge wurden flüssig an das hervorragende Leveldesign angepasst, welches immer wieder zum Staunen einlädt und versteckte Ecken bietet, hinter denen sich der ein oder andere Schatz befindet oder auch ein Käfig voller Lums wartet, welche benötigt werden, um neue Level zu erreichen und neue Figuren freizuschalten.

Die Lums lassen sich in etwa mit Marios Münzen oder Sonics Ringe vergleichen, allerdings mit dem Unterschied, dass es sich dabei um schwebende Lebewesen handelt. Die Entwickler platzierten diese so in das tolle Leveldesign, dass man immer gewillt, selbst den längsten und schwersten Weg zu gehen, um sie einzusammeln. Sollte man einen Riesenlum einsammeln, erinnert das Ganze plötzlich an Super Mario 64 und die acht einzusammelnden goldenen Münzen, die nur für eine kurze Zeit auftauchen. Hier werden die Lums ebenfalls für einen kurzen Moment rot und bringen mehr Punkte ein.

Übrigens lässt es sich sogar im 4er-Koop-Modus zocken – einfach ein paar zusätzliche Controller anschließen und schon kann es losgehen. Anschließend ist auf dem Bildschirm zu viert das Chaos los – nicht aber unbedingt im negativen Sinne, sondern es macht einfach Spaß, durch auch mal „versehentlich“ einem Mitspieler eins auf die Mütze zu geben. Das geht nämlich auch. Ansonsten läuft es ein wenig besser als in New Super Mario Bros. Wii ab, wenn auch die Übersicht etwas darunter leidet.

Ein echter Hingucker: Ein 2D-Plattformer hat nicht nur spielerisch seinen ganz eigenen Charme. Auch optisch können hier enorme Qualitäten geboten werden. Rayman Origin ist eines dieser Spiele, sieht aber nicht nur von seinem 2D-Gewand äußerst beeindruckend aus, sondern es darf sich zurecht als eines der schönsten aktuellen Spiele bezeichnen. Es sieht schon fast aus wie ein interaktiver Zeichentrickfilm – die Charaktere und Animationen der Spielewelt sind so fantastisch und liebevoll umgesetzt worden, dass einem regelrecht warm ums Herz wird. Die Elemente in der Spielewelt, ganz egal ob sich baumelnde Lianen, Windstürme oder zerberstende Holzstapel – nichts davon wurde einfach zufällig platziert, alles ist genau da, wo es sein soll. Das Gesamtwerk wirkt wie aus einem Guss und ist ständig in Bewegung. Ja, ständig, nichts fühlt sich statisch an – die Spielwelt atmet.

Ähnlich ist es auch beim Sound, der euch selbst hin und wieder zum Mitpfeifen und Mitwippen verführt. Er fühlt sich so an, als sei er ein wesentlicher Bestandteil der Welt und nicht einfach nur schmuckes Beiwerk im Hintergrund. Man hat das Gefühl, die Welt werde durch die Melodien rhythmischer und manchmal werden sie sowieso optisch integriert.

Das hat uns weniger gefallen

Langweilige Bosskämpfe: In jeder Welt, nicht Spielelevel, sondern Welt, gibt es einen Abschnitt, bei dem man auf einem riesigen Moskito Platz nimmt. Wie in gewohnter Horizontal-Shooter-Manier geht es mit dem Insekt pfeilschnell durch die Lüfte. Dabei schießt man sämtliche Gegner ab und kann diese auch einsaugen, wodurch man einen ziemlich durchschlagenden Schuss erhält. Am Ende dann taucht noch ein riesiger Bossgegner auf, der Rayman und Co. an den Kragen will. Das kann etwa am Anfang quietschgelber Riesenvogel sein oder aber auch mal unter Wasser ein riesiger Seedrachen.

Die jeweiligen Bosse sehen auch wie der Rest durchgehend hochwertig animiert aus, doch deren Verhaltensweisen sind dann schon etwas zu vorhersehbar. Die Bosse sind in ihrem eigenen Schema verankert und im Grunde reicht es nur, deren Muster sich einzuprägen. Gut, bei nicht wenigen Oldschool-Plattformern ist das der Fall und vielleicht dachten sich hier die Entwickler, ebenfalls zurück zu den Wurzeln zu gehen. Aber etwas herausfordernder und abwechslungsreicher hätten die Bosskämpfe schon sein können, zumal sie einfach nur ihr Programm abspulen und den Schwierigkeitsgrad teilweise stark erhöhen. Aber das ist eben keine Herausforderung in dem Sinne.

Schlusswort

Das kam jetzt wirklich überraschend. Rayman Origin zeigt, dass das ‚Jump & Run‘-Genre auch neben Mario noch den ein oder anderen Leckerbissen bereithalten kann. Kunterbunter Spaß mit zuckersüßen und herrlich übertriebenen Animationen, einem grandiosen Leveldesign sowie witzigem Slapstick Humor. Wer auf Jump & Runs steht, kommt hier einfach nicht vorbei. Rayman Origins ist nicht nur eines der besten Jump & Runs der vergangenen 10 Jahre, sondern auch einer der besten aktuellen Titel. Zugreifen Leute, zugreifen!

 

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