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Rennspiel DiRT 3 im Test

30. Mai 2011 | 10:05 Geschrieben von : Keine Kommentare

War DiRT 2 einfach zu sehr amerikanisiert und fuhr seine Casualschiene, kommt mit DiRT 3 endlich die Wende. Codemasters geht wieder etwas mehr zurück zu den Wurzeln und lässt sowohl Einstiger als auch Fortgeschrittene Spaß haben. Was sofort auffällt: Erstmals wird auf den Namen der Rennlegende Colin McRae verzichtet.

DiRT 3 nutzt auf den Konsolen den sogenannten VIP Pass, der den Gebrauchthandel etwas unterbinden bzw. Codemasters dann doch noch ein paar Euro einbringen soll. Jedem Spiel liegt also dieser VIP Pass bei, der im Hauptmenü anfangs eingegeben werden kann – nicht muss. Dadurch erhaltet ihr Zugriff auf das generelle Online-Spielen, fünf exklusiven Fahrzeugen und die Möglichkeit Youtube-Videos hochzuladen. Ganze Rennen können leider nicht hochgeladen werden, stattdessen ist das Ganze nur auf maximal 30 Sekunden begrenzt. Zudem kann es recht lange dauern, bis das Video hochgeladen wird – als ich beim zweiten Mal ein Video hochladen wollte, befand ich mich in einer Warteschlange… irgendeine Nummer von über 300.

Aktueller Trailer

Das hat uns gefallen

Abwechslungsreiche Karriere: Wer DiRT 2 gespielt hat, wird sicherlich noch das gutaussehende Hauptmenü in Erinnung haben. Der Haken war allerdings, dass es dann doch recht langwierig und unübersichtlich war. In DiRT 3 erwartet euch ein aufgeräumtes Menü, das frei von irgendwelchen ablenkenden Elementen ist.

In der Karriere erwarten euch die verschiedensten Disziplinen. Darunter typische Rallye-Runden, Trailblazer, Landrush und Gymkhana, auf das wir weiter unten näher eingehen werden. Letztendlich sammelt ihr in der Karriere Punkte, um weiterzukommen. Solltet ihr zu wenig Punkte haben, müsst ihr in den jeweiligen Disziplinen eben besser werden. Das ist aber nicht großartig frustierend, da sich schnell der ‚Das muss doch zu schaffen sein‘-Effekt blicken lässt.

Neue Fahrzeuge erhaltet ihr diesmal erst, sobald ihr einen entsprechenden Fahrer-Rang freigeschaltet habt. DiRT 3 hat einige deutsche Marken im Angebot, darunter neben BMW auch Audi und Opel. Mit einem Opel Manta 400 über eine schneebedeckte Pisten zu brettern oder einen Audi Quattro durch Schlamm zu prügeln – unbezahlbar. Natürlich verhalten sich die jeweiligen Modelle unterschiedlich – das Tolle hier ist aber, dass sich die Generationen voneinander unterscheiden. Man merkt, in welchem Auto die bessere Technik steckt. Ein Auto aus den 60ern, 70ern oder 80ern verhält sich auf der Rennstrecke etwas sperriger, als die ebenfalls enthaltenen aktuellen S2000- und WRC-Autos.

Gymkhana…: Erstmals hält in der DiRT-Reihe die sogenannte Gymkhana-Disziplin Einzug, die dem Spiel einfach nur gut tut und von Ken Block persönlich ins Leben gerufen wurde. Gymkhana … was? Bei Gymkhana handelt es sich um Stunts bzw. Tricks, die nacheinander auf einer entsprechend dafür präparierten Strecke absolviert werden müssen. Unter den Tricks finden sich Sprünge, Drifts, Donuts und Sprints. Solltet ihr zwischen den Tricks ständig an eine Wand fahren, kommt ihr irgendwann nicht mehr weiter. So ähnlich wie in den ‚Tony Hawks‘-Spielen gilt es hier also Tricks aneinanderzureihen und so das Publikum zu beeindrucken. Daher ist es nicht so, dass ihr einfach nur stupide eure Tricks vollführt und ein paar Runden dreht. Es ist etwas Köpfchen und Geschick gefragt, um eine ideale Route auszumachen, so dass sich die Tricks bzw. Abläufe nicht wiederholen.

Casualisiert? Mitnichten: Vor allem DiRT 2 hat ja den Ruf, die Reihe auf die Casual-Schiene zu führen. Das mag vielleicht in einigen Dingen so sein. Für DiRT 3 trifft das definitiv nicht zu. Als Beispiel sei die grandiose Steuerung genannt. Ihr könnt sie natürlich casualisieren und sämtliche Fahrhilfen so einstellen, dass es euch kaum noch aus der Kurve trägt. Wollt ihr es aber anspruchsvoller und komplexer haben, bieten sich auch hier die Möglichkeiten an.

Man hat wirklich das Gefühl, als fahre man hier ein Auto, spüre jeden Untergrund und jeden einzelnen Reifen. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass das Fahrverhalten dem aus Forza 3 und Gran Turismo 5 in nichts nachsteht. Solltet ihr trotz perfekter Fahrweise dann doch mal aus der Kurve geschleudert werden, könnt ihr optional eine Zurückspulfunktion verwenden.

Details an jeder Ecke: DiRT 3 strotzt nur so vor Details, ganz egal ob das nun die technischen oder die kreativen sind. Besonders schön zu sehen ist, dass die Rennstrecken etwas belebter als noch in den Vorgängern wirken. Da rennen zum Beispiel Zuschauer plötzlich über die Rennstrecke, nur um einen anderen Ausblick zu erhaschen. Auf der anderen Seite plätschert ein Fluss, Vögel flattern umher und es scheint, als könne man auch hier und da einige größere Tierchen sehen.

Toll: Fährt man in der Cockpitansicht durch Wasser, wird zwar wie im Vorgänger die Sicht kurz verschwommen, allerdings nicht mehr solange – rund Zweidrittel kürzer. Die Ego-Engine gehört im Moment einfach zu den schönesten Engines. Egal ob ihr Nachtrennen bestreitet, durch Afrika im Sonnenuntergang über die staubaufwirbelnden Strecken düst oder euch mit den verschiedenen Witterungsbedinungen außeinandersetzen müsst. Gerade die neuen Schneerennen sind eine echte Augenweide und erschweren bei heftigem Schneeschauer enorm die Fahrt – so muss das sein.

Vor allem aber die akustischen Details sind so ziemlich die besten, was ein Rennspiel im Moment zu bieten hat. Schaltet ihr in die Cockpitansicht, so gibt es darin allerlei zu erleben. Ihr hört Steinschläge, nervenzerfetzende Kratzer im Lack, den Regen auf der metallenen Karosse und den Scheiben… Apropos Scheiben: splittert eine Scheibe und hinterlässt ein Loch, so hört sich das Erlebnis plötzlich wieder ganz anders an – eben so, als hättet ihr eine Scheibe in eurem Auto heruntergedreht. Ist es die Scheibe hinten rechts, hört ihr auch aus dieser Richtung, dass eine Scheibe fehlt.

Sogar jeden einzelnen Reifen und jede Umgebung hört man. Fahrt ihr durch eine Schlucht, hört sich die Beschallung völlig anders an, als wie wenn ihr durch ein kleines Dorf oder durch einen Wald fahrt. Selbst wenn sich rechts oder links große Steine befinden, hört man das – wow! Natürlich – und wir hätten es auch nicht anders erwartet – hören sich auch die Kameraperspektiven jeweils anders an. In der Heckansicht hört ihr den fauchenden Auspuff und bei der Frontkamera rackert der Motor.

Spaßiger Multiplayer: Wer die Karriere durch hat, kann sich noch mit Einzelrennen und natürlich dem Multiplayer vergnügen. Letzterer macht wieder sehr viel her und ermöglicht es euch, gegen Online-Gegner sämtliche Rennvarianten aus der Karriere zu fahren und witzige Minispiele zu bestreiten – sogar im Splitscreen auf den Konsolen und dem PC. Zum Beispiel gibt es eine Art Capture the Flag und das sogenannte Outbreak, bei dem ein Spieler andere Spieler nacheinander mit einen Virus ansteckt.

Das hat uns weniger gefallen

KI weniger risikofreudig: Die KI-Fahrer sind nicht dumm, sind auch nicht unfair. Solltet ihr nicht gerade auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad fahren und somit auch nicht sämtliche Fahrzeughilfen angeschaltet haben, werden die Rennen häufig zur ganz knappen Sache. Oftmals ist es nur eine Entscheidung von Sekunden oder auch nur Millisekunden. Das ist wirklich super, doch man hat eben das Gefühl, als würden die KI-Fahrer im Vergleich zum Vorgänger nicht mehr so risikofreudig fahren. Das ist es doch aber, was einen Rennfahrer ausmacht. Auch ein Driften um die Kurve sieht man nicht mehr so häufig und Kontakt scheuen sie – zumindest wenn man selbst nicht damit anfängt. Es ist aber nicht so, dass es nicht mehr scheppert oder die Rennen stocksteif sind. Nein, es geht noch immer rau und dreckig zur Sache. Aber es ist eben so, dass die KI im Vergleich zum Vorgänger einen Ganz zurückgeschaltet hat. Sehr schade.

Abgespeckte Strecken?: Eigentlich ist DiRT 3 doch recht umfangreich – und auch durchaus umfangreicher als dessen Vorgänger. Das Blöde hier sind aber die recht kleinen Strecken, die trotz des hervorragenden Designs gemischte Gefühle hinterlassen. Vorbei die etwas längeren Fahrten, wie man sie noch beim ersten DiRT-Teil relativ häufig hatte. Meistens fährt man bereits nach einer anderhalben Minute durch die Ziellinie und absolviert im Durschnitt maximal zwei Rennen in einem Event. Das ist einfach zu wenig. Hinzu kommt, dass ihr klassische Rallyes nur in Finnland, Kenia, Michigan und Norwegen austragen könnt. In Aspen und Los Angeles beispielsweise kommen die anderen Disziplinen zum Einsatz. Etwas exotischere Plätze und vor allem mehr Umgebungen bei den Rallyes wären dann doch etwas abwechslunsgreicher gewesen. Man hat das Gefühl, als fahre man immer wieder die gleichen Strecken – was später leider auch bestätigt wird.

Schlusswort

Man muss Codemasters dankbar sein, dass der Schnickschnack in DiRT 3 begrenzt wurde und man wieder etwas mehr zu den Rallye-Wurzeln zurückgegangen ist. Simulations-Freaks müssen ein paar Kompromisse eingehen, gerade bei der extrem spaßigen Gymkhana-Disziplin, die zwar frischen Wind in die DiRT-Reihe bringt, dann aber doch etwas zu arcadelastig wirkt.

Trotzdem kommen sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene gleichermaßen auf ihre Kosten, was nicht zuletzt der Skalierung der Fahrzeugeigenschaften zu verdanken ist. DiRT 3 ist ein Rundumsorglospaket, das einmal angespielt, nicht mehr aus den Händen gelegt werden möchte. DiRT 3 ist im Moment einfach das beste Rennspiel. Punkt.

 

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