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RollerCoaster Tycoon 3D für Nintendo 3DS im Test / Review

12. November 2012 | 10:00 Geschrieben von : Keine Kommentare

Im Jahre 1999 erschien mit RollerCoaster Tycoon eine Wirtschaftssimulation, in der man seinen eigenen Freizeitpark aufbauen konnte und sich nebenbei auch um die wirtschaftlichen Aspekte Gedanken machen musste. Damals eines der besten Spiele in dem Bereich, welches auch noch heute Kultstatus genießt und das Genre maßgebend mitprägte.  2002 erschien schließlich RollerCoaster Tycoon 2 und 2004 ging die Reihe mit RollerCoaster Tycoon 3 erstmals in die dritte Dimension.

Seitdem war es ruhig um die Reihe geworden, auf ein RollerCoaster Tycoon 4 warten vielen Fans auch heute noch. Daher war die Ankündigung, dass mit RollerCoaster Tycoon 3D ein neuer Teil erscheinen wird, wie Weihnachten. So auch bei mir, da ich ein sehr großer Fan der Reihe bin. Also habe ich mir das exklusiv für den Nintendo 3DS erhältliche RollerCoaster Tycoon 3D genauer angeschaut und werde euch sagen, ob dahinter überhaupt noch RollerCoaster Tycoon steckt.

Das Spielprinzip hat sich im Grunde nicht verändert, zumindest auf den ersten Blick. Noch immer müsst ihr einen eigenen Freizeitpark bauen und fangt dabei von Null auf an. Ihr könnt im Story-Modus oder auch im Sandbox-Modus eure Zeit verbringen, wobei wohl der Sandbox-Modus wohl der meistgespielte sein dürfte. Hier legt ihr fest, mit welchem Kapitel ihr starten möchtet – mit wenig oder gar unendlich viel Geld, um einfach nur eurer Kreativität freien Lauf zu lassen.

Ihr errichtet große Achterbahnen, baut verschiedene Stände, schnelle und langsame Fahrgeschäfte, und kümmert euch noch um die Optik, in dem ihr zum Beispiel Bäume und verschiedene Dekorationsgegenstände aufstellt.  Natürlich lassen sich auch Mitarbeiter einstellen, die sich um die Sicherheit, die Animation der Besucher, die Technik sowie Sauberkeit kümmern. Je mehr ihr von ihnen einstellt, desto mehr Ausgaben habt ihr im Monat. Das gilt auch für den Bau der Fahrgeschäfte, so dass man je nach Budget weise wählen sollte, welches Fahrgeschäft oder auch welcher Stand (Getränke, Essen, Toiletten, Infoschalter, etc.) sich lohnen. Euch sind auf den ersten Blick keine allzu großen Grenzen gesetzt.

Man sieht die Besucher fröhlich durch den eigenen Park tapsen, erhält hin und wieder nützliche Hinweise… . Auf den zweiten Blick aber ist RollerCoaster Tycoon 3D im Vergleich zu seinen „großen Bürdern“ doch sehr eingeschränkt. Zuerst einmal könnt ihr nicht unbegrenzt bauen. Es lässt sich zwar die komplette freie Fläche des Parks nutzen, aber das Bauen von Fahrgeschäften, Buden und Co. Ist limitiert, was vermutlich eher technische Gründe als spielerische hat. Denn habt ihr Imbissbuden bzw. Fahrgeschäfte gebaut, ist irgendwann Schluss und es lassen sich keine weiteren errichten, da das Limit erreicht wurde. Ihr erhaltet dann auch den entsprechenden Hinweis – einzige Möglichkeit ist hier, alte Gebäude wieder abzubauen, um dann wieder freie „Ressourcen“ zu erhalten. Die Gestaltungsmöglichkeiten des eigenen Parks werden also alleine dadurch schon ziemlich eingeschränkt, was nicht im Sinne von RollerCoaster Tycoon ist.

Ok, mag man sich nun denken, immerhin gibt es da doch dann noch die mehr oder weniger tragende Tiefgründigkeit, was etwa die Preisgestaltung der Fahrgeschäfte und die verschiedenen Persönlichkeiten der Besucher betrifft, die den Parkeigentümer beispielsweise mit Nichtbesuchen einer Attraktion bestrafen, wenn man nicht für eine gewisse Ausgewogenheit sorgt. Aber weit gefehlt, all das existiert tatsächlich nicht in RollerCoaster Tycoon 3D. Ich suchte vergebens nach Einstellungen für die Preise der Attraktionen, man wird auch nicht darüber informiert, wie viel Geld eine Fahrt kostet. Es lässt sich noch nicht einmal der Eintrittspreis des Park bestimmen. All das aber ist doch gerade das, was eine Wirtschaftssimulation und letztendlich auch RollerCoaster Tycoon ausmacht. Es ist unverständlich, weshalb Entwickler n-space nur ein solch oberflächliches Spielerlebnis auf die Beine gestellt hat, zumal das Spiel mehrfach verschoben wurde.

Dass man dann noch nicht einmal die Landschaften bzw. den Baugrund verändern kann, ist da nur das kleinere Übel. Immerhin lassen sich verschiedene Szenarien auswählen, darunter sogar der Mond mitsamt entsprechenden optischen Anpassungen der Attraktionen. Werbung für den Park machen oder Forschung betreiben ist darüber hinaus ebenso nicht möglich.

Neben dem Sandbox-Modus habt ihr noch den Story-Modus, der euch mit einem Tutorial alles Wichtige erklärt und wo ihr als junger Einsteiger Herausforderungen absolvieren musst. Ob ein solcher Story-Modus nötig ist, muss jeder selbst entscheiden. Außerdem gibt es noch einen Modus, mit dem ihr einfach nur eine Achterbahn selbst baut. Das ist natürlich auch im Sandbox-Modus möglich, hier aber geht es ausschließlich nur um Achterbahnen. Ebenso wie in allen anderen Modi stehen euch die verschiedensten Möglichkeiten zur Verfügung: Kettenaufzug, Spiralen und Co. lassen sich einbauen. Besonders interessant ist die automatische Fertigstellung. Wer keine Lust mehr hat oder nur eine gewisse Richtung für die Bahn vorgeben möchte, klickt einfach auf die automatische Fertigstellung und schon sucht sich das Spiel eigene Möglichkeiten, die Bahn fertigzustellen und schlägt euch am Ende ein Ergebnis vor, das ihr nicht annehmen müsst. Ich kann gar nicht mehr so genau sagen, ob es diese Funktion auch in den PC-Spielen gibt. Die automatische Fertigstellung kann je nach Gelände und eigener Vorausarbeit durchaus etwas länger dauern, da das System mehrere Baum-Möglichkeiten durchgeht, wie man die Achterbahn am besten baut.

Und wenn wir schon beim Bauen sind, dann muss auch die Steuerung angesprochen werden. Die ist auf dem Nintendo 3DS nicht gerade gelungen und sehr hakelig. Man kann sich zwar ohne Probleme daran gewöhnen, doch da wäre mehr drin gewesen, da schon andere Wirtschaftssimulationen auf dem DS gezeigt haben, wie es richtig geht. Den Touchscreen nutzt man größtenteils zum Auswählen von Buden und Fahrgeschäften sowie zum „Zeichnen“ von Wegen. Die Ansicht und das Bewegen bzw. Aufstellen der Gebäude wird mit dem Steuerkreuz bzw. dem Schiebepad realisiert. Alles wirkt etwas umständlich und teilweise unplatziert.

Auch die Menüs sind weniger ansprechend, zumal der Text auf dem normalen 3DS häufig eher anstrengend lesbar und teilweise verschwommen wirkt – auf dem 3DS XL sieht es hingegen besser aus.

Fazit

RollerCoaster Tycoon 3D ist im Vergleich zu den anderen Ablegern der Reihe sehr abgespeckt und bietet keine tiefgründigen Funktionen einer Wirtschaftssimulation, so dass das Spiel diese Bezeichnung entsprechend auch nicht verdient hat. Ihr könnt keinen einzigen Preis für Fahrgeschäfte, Eintritt oder Imbissbuden festlegen und seid sogar im Bau des Parks doch zu stark eingeschränkt, da ein gewisses Limit für die Anzahl an Gebäuden herrscht. Es ist aber eher von technischen Gründen davon auszugehen, weshalb Entwickler n-space ein Gebäude-Limit eingebaut hat. Das hängt sicherlich auch mit der 3D-Optik des Spieles zusammen, da zu viele Gebäude auf dem Bildschirm wohl den Handheld an seine Grenzen bringen würden. Was aber nicht verständlich ist, ist der Verzicht auf die genannten wirtschaftlichen Aspekte.

Was ist RollerCoaster Tycoon 3D also, wenn keine Wirtschaftssimulation? Mit Sicherheit kein vollwertiges Spiel der Reihe und auch kein Spiel für diejenigen, die die vielen Möglichkeiten der Reihe liebgewonnen haben. RollerCoaster Tycoon 3D sehe ich vielmehr als Spiel für Casuals an, also für Gelegenheitsspieler, die Spaß am Aufbau ihres eigenen Freizeitparks haben und sich nicht um Dinge wie Geldverdienen und Co. kümmern wollen. Das ist zwar auch ein Bestandteil des 3DS-Titels, aber das steht deutlich mehr im Hintergrund und ist eher oberflächlich gehalten. Wer unterwegs oder einfach so nebenbei seinen Freizeitpark bauen möchte, der wird sicherlich Spaß mit RollerCoaster Tycoon 3D haben. Alle anderen bleiben bei den PC-Versionen und hoffen auf RollerCoaster Tycoon 4 oder zumindest auf einen vollwertigen 3DS-Ableger für die Zukunft.

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