Sachsens Senioren sind die besseren Spieler

1. Oktober 2010 | 17:43 Geschrieben von : Keine Kommentare

Wie wir bereits mehrmals berichteten, fand kürzlich die Wii Sports Bowling Seniorenmeisterschaft statt, deren Ergebnisse Nintendo heute veröffentlichte. Demnach sind Sachsens Senioren die besseren Spieler. Von allen 15 Teams, die an der dritten Seniorenmeisterschaft teilgenommen haben, erzielten die Bewohner des Leipziger AWO Seniorenzentrums „Dr. Margarete Blank“ mit 1.044 Punkten die höchste Wertung.

Das Team der Einrichtung „Seniorenwohnen Alzenau“ konnte sich mit 962 Punkten gegen die Bayern durchsetzen, wo die Meisterschaft in dieser Woche ihr Ende fand. Weitere Städtesieger sind die Evangelische Altenhilfe in Solingen-Wald mit 988, das Emmaus-Heim in Wolfsburg mit 808 und das Vinzenzhaus in Oberhausen mit 1.030 Punkten. Alle fünf Gewinner dürfen sich über Medaillen und je eine Wii-Konsole samt dem Spiel Wii Sports Resort für ihre Häuser freuen.

Nintendo versucht mit Spielen wie Wii Sports Resort quasi eine Brücke zwischen den Generationen zu bauen, weshalb die Initiatoren in diesem Jahr auch Jugendliche in ihr Konzept einbezogen. Schüler der Städtischen Gesamtschule in Solingen, der Haupt- und Realschule in Lehre, des Oberhausener Elsa-Brändström-Gymnasiums, des Leipziger Robert Schumann-Gymnasiums und der Karl-Amberg-Schule in Alzenau halfen an den jeweiligen Austragungsorten mit, die Meisterschaft zu organisieren. Sie machten die Senioren-Teams z.B. mit der Videospieltechnik vertraut und lernten dabei ihrerseits den einfühlsamen Umgang mit den älteren Herrschaften.

„Familien, in denen Kinder und Eltern noch mit den Großeltern zusammenleben, sind eine Seltenheit geworden. Um so wichtiger erscheint es uns, Schülern zu vermitteln, wie sie mit älteren Menschen umgehen sollten“, sagt Markus Deindl. Zu diesem Zweck wurde jedem Wettkampf der Alten ein Workshop für die Jungen vorgeschaltet. Im Sozialkompetenztraining ging es um einfache Dinge wie deutliches Sprechen, aber auch um den Abbau von Vorurteilen gegenüber Senioren. „Besonders beeindruckt waren die Schüler jedes Mal vom Age Man“, erklärt Josef Kiener. „Das ist ein Anzug, der ihnen nur eine eingeschränkte Bewegung und Wahrnehmung erlaubt und ihnen eine Vorstellung davon vermittelt, wie es sich anfühlt, alt zu sein.“

Der Pädagoge Marco Fileccia, Experte für neue Medien und Betreuer der Oberhausener Gymnasiasten, sieht in der Seniorenmeisterschaft erhebliche Vorteile für beide Altersgruppen: „Bewegungsgesteuerte Videospiele sind durchaus eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für ältere Menschen. Sie können damit zusätzlich geistige und motorische Fähigkeiten trainieren. Im Sozialkompetenztraining wiederum schlüpfen die Jugendlichen in die Rolle älterer Menschen. Dies ist eine wichtige Erfahrung. Beim Spielen mit den Senioren lernen sie außerdem die Übernahme von sozialer Verantwortung und sehen ihre heißgeliebten Videospiele einmal von einer anderen Seite. Ideal wäre es, wenn die Seniorenmeisterschaft eine Initialzündung wäre und zu regelmäßigen Spiele-Nachmittagen zwischen Jung und Alt führen würde.“

An Nintendo dürfte dieser Vorschlag nicht scheitern. Denn ein Credo des Unternehmens lautet: Spielen ist keine Frage des Alters. Wenn es für diesen Satz noch eines Beweises bedurft hätte – die Begeisterung der Alten und das Engagement der Jungen für die Wii Sports Bowling Seniorenmeisterschaft 2010 haben ihn erbracht.

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