Sonic & SEGA All-Stars Racing – Test

7. März 2010 | 21:19 Geschrieben von : Keine Kommentare

In letzter Zeit ging dem blauen Igel Sonic einfach die Puste aus, was vor allem daran lag, weil er irgendwie nicht so richtig in die neuen Genre passte. Man möchte Sonic einfach nur durch kunterbunte 2D-Levels dirigieren und Dr. Robotnik eins auswischen. Daher ist man beim neuesten Ableger Sonic & SEGA All-Stars Racing besonders skeptisch.

SEGA versucht mit dem Titel in Richtung Mario Kart vorzudringen, um erneut im Fun-Racer-Genre Fuß zu fassen. Mit einer großen Auswahl an Charakteren, hübschen Rennstrecken und genügend Unterhaltungsstoff schafft es SEGA allerdings doch, ein im wahrsten Sinne des Wortes abgefahrenes Rennspiel abzuliefern.

Das hat uns gefallen

Viele bekannte Gesichter: Bereits im Titel des Spieles steckt Sonic, der als Fahrer selbstverständlich nicht fehlen darf. SEGA überrascht mit einer bunten Auswahl, die sehr abwechslungsreich ist und sich vor der Konkurrenz (Mario Kart) nicht verstecken muss – im Gegenteil. So ziemlich alle wichtigen SEGA-Figuren haben einen Platz erhalten, wie etwa Ulala aus Space Channel 5, AiAi aus Monkey Ball, Alex Kidd, Dr. Eggman (bzw. Dr. Robotnik), Tails und B.D. Joe aus Crazy Taxi. Aber auch die Xbox-exklusiven Gäste Banjo & Kazooie sind mit dabei. Jeder Spieleheld besitzt sein eigenes Gefährt, das sich meist nur optisch radikal von den anderen Fahrzeugen unterscheidet.

Abwechslungsreiche Kurse: Thematisch orientieren sich die insgesamt 24 Rennstrecken an klassische SEGA-Spiele. AiAi fühlt sich besonders auf seinen Monkey Island-Strecken pudelwohl, denn dort regiert die Musik und lässt Gebäude und Co. im Takt mitschwingen, während Kakteen mit großen Sombreros am Straßenrand in Feierlaune sind. Neben futuristischen Fabriken und schneebedeckten Landschaften geht es auch durch Casinos und Unterwasserwelten. Leider bieten die Rennstrecken nicht so viele Überraschungen und Aha-Momente wie Nintendos Konkurrenz.

Was aber die Runde für Runde aufkommende Eintönigkeit in Grenzen hält, sind die einzelnen Gefahren auf der Piste. Ist die erste Runde noch gut zu meistern, nehmen die Gefahren in den nächsten Runden zu und teilweise auch andere Formen an. In der Fabrik zum Beispiel gibt es Roboter, die am Anfang noch recht ruhig umherlaufen, sich später allerdings mit einem schnelleren Schritt hinfortbewegegen. Aber auch Zombies, Krebse, Eier oder gar Spielchips im Casino können die Fahrer ausbremsen und ins Schleudern bringen.

Intuitive Steuerung: Das A und O eines jeden Rennspieles, egal ob Simulation oder Arcade-Racer, ist die Steuerung. Und die ist wirklich gelungen. SEGA geht keine Risiken ein und belegte so wenig Buttons wie möglich. So könnt ihr auf einen Gas- und Brems-Button, einen Item-Button und einen Button für Drifts zugreifen. Sind die Drifts anfangs noch gewöhnungsbedürftig, möchte man nach nur kurzer Zeit nicht mehr ohne auskommen. Durch die Drifts lädt sich der Turbo in bis zu drei Stufen auf, der das Fahrzeug direkt nach dem Drift beschleunigt. Turbo sammeln lässt sich aber auch durch Stunts, die ihr in der Luft nach einem Sprung absolvieren könnt. Hier hat sich SEGA an Mario Kart Wii bedient, das genau das gleiche Prinzip mit den Stunts und Turbo ermöglicht.

Coole Items: Ohne Items geht in SEGAs Racer nichts. Wie in Mario Kart sind auf der Strecke transparente „Container“ verteilt, über die man drüber fahren kann und man dann ein zufälliges Item erhält. Als besonders hilfreich gestaltet sich eine Art Tröte, die alle Fahrer in der näheren Umgebung aus der Kontrolle bringt. Bei einem Kopf-an-Kopfrennen ist diese Tröte gerade dann von Vorteil, sobald sich das Ziel nähert und selbst Raketen und Turbos nichts mehr helfen würden. Neben Minen und Raketen gibt es etwa auch einen Regenbogen, der die Sicht des Fahrers benebelt. Ein anderes Item hingegen stellt den betroffenen Fahrer für eine kurze Zeit auf den Kopf, wodurch auch gleichzeitig die Steuerung invertiert wird. Neben diesen Items besitzt jeder Fahrer sein ganz eigenes individuelles All-Star-Item, das ihn vom letzten Platz in Richtung Spitze vorpreschen lässt. Sonic verwandelt sich in Super Sonic und rast mit einer bedrohenden Geschwindigkeit über die Strecke, ohne dass man eingreifen muss. Bei Billy Hatcher, der auch einen spielbaren Charakter darstellt, sieht das Ganze etwas ulkiger aus. Der stellt sich nämlich auf ein großes Ei und fegt damit die Fahrer weg. Letztendlich könnten die Items aber etwas vielfältiger ausfallen, denn was fliegende Fäuste, Minen und Laufschuhe (Nitro) sind, sind in Mario Kart die Schildkrötenpanzer, Bananen und Pilze.

Freischaltbares, Missionen und Multiplayer: Im Laufe des Spieles sammelt ihr SEGA-Rennmeilen, die ihr für allerlei Goodies ausgeben könnt. Ihr könnt nicht nur Strecken und neue Fahrer freischalten, sondern ebenso frische Musik für die Strecken. Das Schöne an der Musik ist, dass ihr diese vor dem Start einer Runde auswählen könnt. Bis alles freigeschaltet wurde, vergeht eine ganze Weile. Um aber nicht nur im Singleplayer-Modus für Pokale zu fahren, wurden Missionen und ein richtig guter Multiplayer integriert.

Bei den Missionen ist es so, dass ihr eine Beschreibung erhalttet was zu tun ist. Egal ob ihr einfach nur vor allen anderen Fahrern im Ziel ankommen, Münzen in einer bestimmten Zeit einsammeln oder Hühner mit einem großen Ei zerquetschen müsst. Die Missionen sind mit das Spaßigste an SEGAs Racer und müssen nicht mit der vollen Punktezahl abgeschlossen werden. Neben den Missionen lassen sich die Rennstrecken auch auf Zeit fahren, was im ersten Moment ziemlich langweilig klingt. Ihr könnt allerdings versuchen Rekorde aufzustellen und dabei gegen die „Geister“ anderer Fahrer weltweit antreten.

Das Highlight dürfte aber der Multiplayer-Modus sein. Dieser funktioniert ohne Probleme und ohne Lags und macht die einzelnen Rennen spannender, da man nicht gegen KI-Gegner antreten muss. Sollten aber nicht alle freien Plätze mit einem menschlichen Spieler belegt werden können, können auch KI-Fahrer hinzugeschaltet werden.Außerdem lassen sich verschiedene Optionen einstellen, damit noch mehr Spannung in die Runde kommt. Was man aber im Multiplayer häufiger als im Singleplayer bemerkt, ist die fehlende Aufholmöglichkeit. Zwar gibt es wie bereits erwähnt einen All-Star-Move, doch ein ähnliches Item wie der blaue Panzer aus Mario Kart Wii fehlt einfach. Hat man nämlich erst einmal einen bestimmten Vorsprung herausgefahren, ist der Sieg schon so gut wie in der Tasche. Der erste Fahrer ist fast nicht mehr angreifbar, da auch die Raketen keine Wirkung mehr zeigen, weil man einen Fahrer erst anvisieren muss. Ebenso ein NoGo: Auf dem PC fehlt der Online-Modus.

Das hat uns weniger gefallen

Ungünstige Itemverteilung: Was Super Mario Kart Wii nur in seltenen Fällen hat, hat SEGAs Rennspiel in jeder Runde. Die Items werden unter den Fahrern ungünstig verteilt, egal ob er sich am Ende oder am Anfang eines Platzes befindet. Sollte man auf dem ersten Platz liegen, so ist besonders die Schutzblase sinnvoll, die gegen Gefahren schützt. Oftmals ist es aber so, dass der Erstplatzierte auch Raketen und fliegende Fäuste erhält, die im Grunde genommen überhaupt nichts bringen. Im Bestenfall kann man beide Items auch gegen Bahngefahren, wie etwa Zombies und Krebse, einsetzen. Wenn man den Bogen heraus hat, lassen sich die fliegenden Fäuste auch gegen eine Wand schleudern, damit sie dort abprallen und den hinteren Fahrer treffen. Das sind aber eher Ausnahmesituationen, die viel zu selten vorkommen, um letztendlich die fehlplatzierten Items rehtfertigen zu können. Ebenso bringen dem Letztplatzierten Fäuste und drei Turbos nicht viel.


Schlusswort

Ein Fun-Racer ala Mario Kart hat auf den Nicht-Nintendo-Plattformen bisher noch gefehlt. Diesen Part übernimmt Sonic & Sega All-Stars Racing gekonnt und entpuppt sich als ganz gelungener Klon. Inhaltlich wird viel geboten, nicht nur freischaltbare Charaktere, Strecken und Musikstücke, sondern auch abwechslungsreiche Missionen und ein spaßiger Multiplayer. Schade ist, dass SEGA keine Risiken eingehen wollte und sich zu oft an Mario Kart bediente. Die Entwickler hätten etwas mehr Feintuning investieren sollen, gerade bei der unsinnigen Item-Zuordnung und der Balance zwischen dem Erst- und den Letztplatzierten. Trotzdem begeistert das Spiel ab der ersten Minute und kann ebenso mit einer grandiosen Optik punkten.

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