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Spiele-Maus Razer Taipan im Test

8. Oktober 2012 | 08:00 Geschrieben von : Ein Kommentar

Wer sich eine neue Maus für den PC kaufen möchte, allen voran eine reine Gaming-Maus, steht vor allem als Linkshänder vor einem Problem. Viele der Mäuse werden für Rechtshänder gebaut, die Auswahl für Linkshänder ist dagegen weniger umfangreich. Einige Hersteller bringen auch Hybrid-Modelle bzw. symmetrische auf den Markt, die sowohl für Links- als auch für Rechtshänder geeignet sind. Eine davon ist die Razer Taipan, die wir uns genauer angeschaut haben.

Razer gehört zu den führenden Peripherie-Herstellern auf dem Markt, deren Geräte fürs Gaming ausgelegt sind, aber durchaus auch für den Alltag, darunter Büroarbeiten, herhalten können. Die Razer Taipan kostet etwa 80 Euro und ist im Vergleich zu anderen Mäusen in dem Preissegment weniger umfangreich, aber nicht unbedingt schlechter ausgestattet. Als eines der Highlights wird der mit 8.200 dpi auflösende 4G Sensor ins Rampenlicht gestellt. Auf der Oberseite leuchten das Razer-Logo sowie das Mausrad grün – und optisch wirkt die Taipan vor allem von vorn ziemlich bissig – ja schon fast wie eine giftige Schlange.

Was uns an der Maus gefallen hat, was uns weniger gefallen hat und was es mit diesem auf den Namen Razer Synapse 2.0 hörenden Treiber bzw. Software zu tun hat, wollen wir in unserem Bericht klären.

Das Handling – Oder auch: für Rechts- und Linkshänder

Ein wichtiges Kriterium beim Kauf einer Maus ist das Handling bzw. Gefühl, das ein solcher Schreibtischnager vermittelt. Die Razer Taipan ist relativ groß und nimmt die gesamte Hand des Spielers in Beschlag. Wer lieber seinen Handballen auf das Mauspad bzw. den Tisch legen und sich nur mit Fingerspitzen über den Bildschirm fortbewegen möchte, könnte sich ein wenig schwerer tun – es ist aber durch die flache Bauform und den gummierten Seiten problemlos möglich. Generell liegt die Maus sehr bequem in den Händen, egal ob nun in der rechten oder linken, da die Symmetrie ihr Übriges dabei tut.

Der Mausrücken besteht aus einem matten und angerauten Kunststoff, das Mausrad ist gummiert und schön leichtgängig mit Rastfunktion und die Tasten haben einen etwas hohen Klickton. Auch bei längeren und schweißtreibenden Spieleinlagen liegt die Razer Taipan nach wie vor gut in der Hand. Eine Besonderheit durch die Symmetrie ist, dass nicht nur auf der linken Seite für Rechtshänder zwei Daumentasten sind, sondern ebenfalls auf der rechten Seite für Linkshänder. An die kommt man glücklicherweise mit dem kleinen Finger nicht großartig heran, so dass ein versehentliches Drücken ausbleibt. Zudem ist der Auslösewiderstand hoch genug.

Was nicht so gut gefällt, ist die Gleiteigenschaft auf einem Stoffmauspad von Razer (Goliathus), hier gleitet die Konkurrenz, etwa eine R.A.T. Cyborg, deutlich leichtgängiger als die Taipan. Auf einem Holztisch beispielsweise ist es hingegen umgekehrt, hier gleitet die Taipan wie von selbst. Für unseren Geschmack könnten die Gleitfüße ein wenig höher ausfallen.

Von der Verarbeitung her ist die Razer Taipan völlig in Ordnung und wirkt robust. Natürlich müssten wir erst einen Langzeittest veranstalten, um zu sehen, wie sich die Maus nach ein paar Monaten verhält. Allerdings ist das leider nicht möglich. Besonders löblich ist die Verarbeitung des Mauskabels, das mit einem Stoffgeflecht ummantelt ist, so dass vor allem Knicke kaum möglich sind. Einzig Geräusche auf dem Schreibtisch könnte das geriffelte Kabel hervorrufen, aber das ist dann schon wieder Meckern auf hohem Niveau.

Die Treiber – Razer Synapse 2.0

Bevor es überhaupt losgehen kann, müssen die Treiber installiert werden. Zwar lässt sich die Maus direkt anschließen und ohne die Treiber nutzen, aber ohne das sogenannte Razer Synapse 2.0 fehlen einige interessante Funktionen, die eine Gaming-Maus gerne können darf oder auch sollte. Razer Synapse 2.0 liegt der Maus nicht in Form einer CD bei, sondern muss erst aus dem Internet heruntergeladen werden. Das Programm selbst ist übersichtlich und selbsterklärend und bietet alle wichtigen Funktionen, die man so kennt. Es lassen sich Makros hinzufügen, die Empfindlichkeit besser anpassen, die Beleuchtung aktivieren und deaktivieren sowie diverse Einstellungen vornehmen.

Klingt im ersten Augenblick ganz gut, doch das Ganze hat einen fürchterlichen Haken. Razer Synapse 2.0 benötigt einmal ein Razer-Konto und einmal eine Internet-Verbindung, da sämtliche Einstellungen über die Cloud gespeichert werden. Es ist völlig unverständlich, warum Razer diesen Weg überhaupt geht. Der einzige Vorteil wäre, dass die vorgenommen Einstellungen überall auf der Welt durch das Einloggen im Razer-Konto zur Verfügung stehen würden. Doch wer reist wirklich um die halbe Welt oder geht zu einem Freund mit seiner Maus, um sie dort anzuschließen? Wenn man den Rechner formatiert, dürfte das Feature sicherlich bequem sein, doch wenn, dann so etwas bitte in Zukunft optional anbieten, Razer. Ein kleiner Speicher in der Maus oder das Speichern der Profile auf dem Rechner hätte es auch getan. Einen wirklichen Mehrwert bietet Razer Synapse 2.0 mit der Cloud-Anbindung im Grunde nicht – höchstens für Razer bei der Sammlung von Daten.

Die Präzision

Wie bereits erwähnt, besitzt die Razer Taipan einen 8.200 DPI 4G Sensor, der „die Genauigkeit eines Lasersensors mit der Beschleunigung und DPI eines Infrarotsensors“ kombinieren soll. Bedeutet also im Klartext, dass die Präzision laut Razer äußerst hoch sein soll. Vorne auf dem Mausrücken und zwischen den beiden primären Maustasten befinden sich zwei kleine Knöpfe, über die ihr die DPI-Werte hoch- und runterschalten könnt. Insgesamt fünf vordefinierte Stufen stehen dabei zur Auswahl: 8.200, 6.400, 4.000, 1.800 und 800 dpi. Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten ist die hohe Abtastrate zumindest in der Theorie ein großer Vorteil. In der Praxis aber sieht das schon wieder anders aus, hier ist im Grunde kein wirklicher Unterschied auszumachen. Dennoch wirkt die Razer Taipan sehr präzise, egal welches Spielegenre Verwendung findet. Aber auch bei der Bildbearbeitung ist pixelgenaues Steuern von Vorteil. Die maximale USB-Frequenz liegt bei 1.000 Hz, anfangs sind jedoch 500 Hz eingestellt. Wer auf 1.000 Hz erhöht, darf sich auf eine besonders ruhige Mausbewegung freuen.

Fazit

Razer hat mit der Taipan eine wirklich schmucke Maus im Angebot, die sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder geeignet ist. Viel Auswahl gibt es auf dem Markt schließlich nicht, so dass die Razer Taipan hier ganz vorne mitspielt. Vergleicht man sie mit reinen Rechtshänder-Mäusen, so bietet die Konkurrenz für den Preis von 80 Euro dann doch einige Features mehr.

Vor allem die Tatsache, dass Razer auf einen Cloud-Treiber setzt, der einen Razer-Account benötigt, stößt sehr sauer auf. So etwas muss nicht sein und kommt auch bei den Spielern nicht gut an, liebes Razer-Team. Wenn, dann künftig lieber optional anbieten.

Alles in allem aber ist die Razer Taipan eine sehr präzise Gamer-Maus, die optisch sehr schick wirkt und auf nahezu allen Oberflächen ihre Kräfte spielen lässt. Etwas überrascht aber waren wir dann doch, als wir das Mauspad Goliatus von Razer nutzten, wo die Maus im Gegensatz zu gleichwertigen Konkurrenz-Produkten sich etwas schwergängiger anfühlt und auch leichte Schleifgeräusche hinterlässt. Wer nicht bereit ist, so viel Geld für eine symmetrische Maus auszugeben, steht leider vor nicht allzu viel Auswahl. Da wäre zum Beispiel die SteelSeries Sensei für ein paar Euro weniger, die aber optisch nicht ganz so schick wirkt. Oder aber die gerade einmal nur 30 Euro teure Logitech G300. Alternativ bietet Razer auch noch die Razer DeathAdder Left-Hand Maus 3500dpi an, die speziell für Linkshänder gebaut wurde.

1 Kommentar Antworte

  1. gold account
    9. Oktober 2012

    was hängt ihr euch an den 8200 dpi auf? mir ist auch bewusst das man sie eigl nie brauchen wird.. aber der sensor kanns numal ich persönlich hab meine auf 3500 dpi.. bei 2 bzw 3 bildschirmen ist das für mich ein muss.. sonst kann ich mir gleich noch das einmeter-mouspad von razer dazubestellen und einen schreibtisch der noch einen meter breiter ist in spielen kann man sich die dpi sowieso nachregeln und das individuell gestallten.

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