Erhältlich für:

  • xbox360
  • ps2
  • ps3
  • psp
  • wii
  • ds
  • pc
  • iphone

Test – FIFA 11

12. Oktober 2010 | 11:00 Geschrieben von : Keine Kommentare

PES 2011 und FIFA 11 streiten sich seit einigen Tagen um den ersten Platz auf dem Siegertreppchen, FIFA scheint den Pokal aber bereits eingefahren zu haben, da die Verkaufszahlen wieder beeindruckend sind und es sich dabei laut EA um den bisher größten Entertainmentstart in Deutschland handelt. Auch in diesem Jahr gilt es bei beiden Spielen: Der Geschmack antscheidet.

Wir haben uns FIFA 11 angeschaut, von dem man sich bei FIFA Fussball Weltmeisterschaft 2010 Südafrika bereits einen ganz guten Vorgeschmack holen konnte. Beide Spiele sind von der Spielmechanik her recht verschieden, da FIFA einige neue Features bietet, die das bisherige Gameplay völlig abändern.

Die Lizenzen sind nach wie vor der wohl größte Vorteil von FIFA gegenüber PES. Zwar dürfen sich PESler in diesem Jahr auf Werder Bremen und sogar Bayern München freuen, dafür aber haben die FIFA-Zocker die gesamte Bundesliga zur Auswahl.

Aktueller Trailer

Das hat uns gefallen

Der Realität ein Stückchen näher: Die Featureliste von FIFA 11 liest sich mehr als nur interessant. Personality+, Pro-Passing-System, überarbeitetes 360° Dribbling, eine überarbeitete Ballphysik … all diese Dinge bringen den Realitätsgrad tatsächlich auf ein sehr hohes Niveau, was am Anfang aber auch etwas Frust kostet. Die Pässe kommen nicht wie gewollt an, die Gegenspieler scheinen jetzt irgendwie ihr eigenes Ding durchzuziehen und der Spielablauf ist weniger vorhersehbar.

Personality+ verleiht den Spielern ihre ganz eigene Persönlichkeit, die gerade bei den bekannten Spielern die ein oder andere Eigenschaft bzw. Angewohnheit hervorlocken. Dadurch wird den einzelnen Spielepartien eine individuelle Note verliehen, die ihren Duft in Spielspaß umwandelt. Konnte man bei den vorherigen FIFA-Spielen noch ein bestimmten Verhaltensmuster der Mit- und aber auch der Gegenspieler ausmachen, ist dies bis auf einige Ausnahmen nun nicht mehr so richtig möglich. Dadurch spielt sich ein Spiel mit den gleichen Mannschaften und den gleichen Voraussetzungen nie identisch. Und das Tolle ist, dass die Fußballprofis auch hier und da mal ein paar Fehler machen und sich verdribbeln oder den Pass zu ungenau schießen. All das wiederum bringt gleichzeitig auch mehr Strategie mit ein, so dass man schon im vor dem Spielstart planen sollte, welche „Personalität“ gegen die gegnerische Mannschaft von Vorteil wäre.

Das neue Pro-Passing-System dient ebenso einem realistischeren Spielfluss, ist aber gerade am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig. Der Ball wird nämlich nicht einfach mehr nur durch Knopfdruck direkt vor die Füße des Mitspielers gespielt. Stattdessen muss man nun etwas mehr Einsatz zeigen und im Hinterkopf behalten, dass der virtuelle Spieler von mehreren Faktoren beeinflusst wird. Das bedeutet, dass nicht nur die Fähigkeiten des jeweiligen Spielers eine Rolle spielen, sondern ebenfalls die aktuelle Situation auf dem Spielfeld und sogar der Druck der gegnerischen Mannschaft. Außerdem muss der Spieler die Schussstärke und aber auch die direkte Richtung bestimmen. Es reicht nämlich nicht mehr einfach nur den Analogstick grob in die jeweilige Abspiel-Richtung zu drücken, man muss exakt den Mitspieler anspielen. Dadurch ist es zwar nun nicht mehr ganz so einfach, die Bälle durch Pässe schnell nach vorne zu spielen, dafür aber werden die Spielzüge viel dynamischer. Natürlich ist es auch weiterhin möglich, schnelle Konter einzuleiten, es ist nur nicht mehr ganz so einfach wie zuvor. Neben den Pass-Einlagen müssen selbstverständlich auch die Schüsse aufs Tor oder die Flanken exakt mit dem Analogstick in die Richtung gegeben werden, in die ihr euch den Ball wünscht.

Was uns auch sofort in der ersten Partie aufgefallen ist: Die Zweikämpfe sind viel knackiger umgesetzt worden. Da wird gezupft, gedrückt, gedrängelt und auch ab und zu mal geschubst. Interessant ist auch das Abnehmen des Balles. War es in früheren Spielen noch so, dass man mit dem „Pass-Button“ die Bälle weniger spektakulär dem Gegner abnehmen konnte und der Schiedrichter auch nicht abgepfiffen hat, ist es nun das genaue Gegenteil. Stattdessen werden die Ballabnahmen durch den „Pass-Button“ auch mal mit gelben Karten quittiert – allerdings eher selten – und die Abnahmen selbst wirken etwas intensiver. Die allseits beliebte Grätsche hingegen gerät nun mehr in den Hintergrund und ist vielmehr eine Notlösung. Solltet ihr den Gegnern den Ball abnehmen wollen, spielt das richtige Timing eine Rolle. So kann man auch Grätschen wirkungsvoll einsetzen, ohne dass es gleich ein Foul gibt.

Die Ballphysik hat im Vergleich zu FIFA WM sogar noch etwas zugelegt. Der virtuelle Ball verhält sich realistisch und wird von herumstehenden Spielern auch unfreiwillig abgefälscht. Selbst wenn der Ball nur an die Ferse eines Spielers streift, wird seine Bahn verändert. Die Schüsse wirken durch die Ballphysik viel wuchtiger und härter, die Bälle senken sich gefährlich ab und sogar die bisher eher laschen Kopfbälle knallen richtig ins Netz. Genau so wünschen wir uns einen realwirkenden Ball.

Stürmer, Torwart oder Manager?: Natürlich gibt es in FIFA 11 die typischen Spielmodi, die Jahr für Jahr mit dabei sind. Erwähnenswert ist der neue Karrieremodus, bei dem ihr eine Spielerkarriere oder die eines Spielertrainers oder gar Managers übernehmen könnt. Solltet ihr die Spielerkarriere wählen, könnt ihr euch euren Lieblingsspieler entweder unter den bekanntesten Fußballern auswählen oder aber ihr erstellt euch euren eigenen Spieler. Das funktioniert selbstverständlich auch außerhalb der Karriere.

Das Besondere aber ist, dass ihr auch in die Rolle des Torwarts schlüpfen könnt. Das ist tatsächlich neu und gab es bisher in noch keinem FIFA. Der Haken: Befindet ihr euch als Torwart in einer spielerisch starken Mannschaft, kann es sogar passieren, dass ihr das gesamte Spiel über nur wartet und wartet. Bei uns war es so, dass in der ersten Spielhälfte kein einziger Ball in Richtung Tor geflogen ist. Und das bedeutet schnell Langeweile, zumal man noch nichtmal zu dem Spielgeschehen zoomen kann und man nur vom Tor aus die Situation betrachten muss. Ausnahmen bilden hier etwa Ecken, wo sich direkt hinzoomen lässt. Sogar zum Geschehen kann man sich als Torwart beamen lassen, was aber schnell nach hinten losgehen kann, da das Tor ldann leersteht und der Goalkeeper wieder in seinen Bereich sprinten muss. Mit dem Torwart lässt sich aber nicht nur in Richtung Ball hechten, er kann auch aus dem Tor herauslaufen und seine Teammitglieder durch Zurufe mehr oder weniger dirigieren – das klappt aber leider nicht ganz so gut, was in dem Sinne auch so gewollt ist. Zwar steht man als Torwart hauptsächlich nur im Tor, dafür aber legt er nicht gerade wenige Meter zurück, sofern das andere Team denn Druck aufbaut. Er muss ständig in die richtige Position gebracht werden, um den richtigen Winkel und Abstand zum Ball aufzubauen. Letztendlich läuft es aber auf gute Reflexe hinaus.

Falls ihr euch für Spielertrainer oder Manager entscheidet, liegt euer Aufgabenbereich nicht direkt auf dem Spielfeld, sondern ihr kümmert euch unter anderem um das Finanzielle, die Aufstellung und auch die Transfers sowie Training. Für Strategen wird eine Menge geboten, wir wurden allerdings nicht so richtig warm mit den beiden Karriere-Möglichkeiten.

Grandiose Musik: Wie man von EA Sports gewohnt ist, werden die Ohren mit einer attraktiven Musikauswahl beschallt. Nur um ein paar Beispiele zu nennen: Scissor Sisters mit Fire with Fire, Linkin Park mit Black Out oder Gorillaz mit Rhinestone Eyes. Die Musikauswahl ist einfach stets passend und führt euch durch die Menüs, woe sie nicht zuletzt auch zu einem längeren Verweilen einladen. Ihr könnt die einzelnen Musikstücke im Menü direkt anhören und anwählen. Wer möchte, darf sogar seine eigene Musik sowie die Fangesänge importieren. Anschließend lassen sich Musik und Gesänge noch an Spielsituationen und Co. anpassen.

Das hat uns weniger gefallen

Kommentatoren mit Fehlern: Man muss die Kommentatoren einfach wieder kritisieren, auch wenn sie im Vergleich zu den vorherigen FIFA-Ablegern etwas intelligenter wirken. Jedoch ist es bei FIFA 11 wie schon zuvor mit der Zeit nervig, wenn sie ständig Sätze wiederholen. Und überhaupt scheint Breuckmann und Buschmann der Satz ‚Da geht er vehement in den Zweikampf.‘ ganz besonders zu gefallen, alle paar Sekunden ertönt dieser Kommentar. Da bleibt also nur noch der Gang in das Menü, um die Kommentatoren zu deaktivieren. Leider sind deren Sprüche auch nicht immer ganz so passend und es gibt hin und wieder sogar ein paar Fehler. Man zielt als Spieler aufs Tor, man hört die Kommentatoren schon zum Jubelschrei „To…“ ansetzen und dann wird der Ball aber vom Torwart abgeblockt. Diese „To…“-Schreie treten aber nur selten auf und stellen definitiv einen Fehler dar und kein „menschliches Versagen“. Und wenn ein Kommentator zehn Sekunden nach einem Tor noch herumjubelt, obwohl das Spielgeschehen schon längst wieder stattfinden, ist das nicht mehr ganz so toll.

Der verflixte KI-Pass: Zwar haben wir das Passsystem gelobt, doch es gibt noch immer einen Kritikpunkt, der uns schon bei FIFA WM gestört hat. Steuert ihr etwa im Karrieremodus nur euren Spieler, seid ihr auf die Pässe der KI angewiesen. Natürlich könnt ihr mit einem Knopfdruck den Ball auch direkt anfordern, in den meisten Fällen wird er euch dann zugespielt. Doch das System dahinter wurde leider nicht verändert. Will heißen: Sobald man den Ball anfordert, der KI-Mitspieler aber schon Millisekunden zuvor das Gleiche dachte, spielt der eigene Spielfeldakrobat den Ball nach der Annahme wieder mit einem Pass weg. Das sind nur Milisekunden zwischen den Aktionen. Das System denkt nämlich, dass wir einen Doppelpass machen und den Ball direkt den nächsten Spieler zuspielen wollen. Das ist aber nicht der Fall. Hier müssen die Entwickler einfach etwas tun, da die Situation sehr häufig auftritt und extrem nervt. Es würde ja schon reichen, die Zeit zwischen den Eingaben etwas nach oben zu schrauben, so dass wenn man den Pass-Button genau während der Pass-Abgabe drückt, der Ball nicht einfach zum nächsten Spieler bzw. auch mal ins leere Feld gepasst wird. Weil abbrechen kann man seine Aktionen nicht.

Schlusswort

FIFA 11 erhöht deutlich spürbar das Niveau unter den Fußballspielen, was unter anderem an den brandneuen Features Personality+, die überarbeitete Ballphysik und dem Pro-Passing-System liegt. Kaum zu glauben, dass diese drei Dinge ein völlig neues Spielgefühl auf den Bildschirm zaubern, das zumindest unserer Ansicht nach dem von PES 2011 überlegen ist. Alles wirkt realistischer, runder, dynamischer und auch fordernder.

Natürlich gibt es wieder zahlreiche Möglichkeiten, wie ihr FIFA spielen könnt, egal ob offline, online, als einzelner Spieler in der Karriere, als Manager, als Spieletrainer oder diesmal sogar als Torwart. Was die Online-Funktionionen betrifft, so kommt ihr nur mit dem Online-Pass in den Genuss, der auf der Rückseite der Anleitung abgedruckt ist. Habt ihr ihn eingelöst, dürft ihr unter anderem sogar ein echtes 11-gegen-11-Match online zocken. Das ist ebenfalls neu und äußerst spaßig.

Letztendlich bleibt zu sagen, dass mal wieder der Geschmack entscheidet, ob man nun FIFA 11 oder PES 2011 spielt. Wer nicht auf Lizenzen verzichten kann, der kommt um FIFA 11 ohnehin nicht herum. Für uns aber ist FIFA 11 das bessere Fußballspiel in diesem Jahr.

Sei der Erste, der einen Kommentar schreibt.

Anmelden Schreibe einen Kommentar ( Gast )

(*)

(wird nicht veröffentlicht) (*)

Danach suchten andere Leser:

  • gelegenheitsspieler fifa oder pes
  • fifa 11 karrieremodus verschieden
  • 90
  • farmerama bonus codes
  • content
  • ninjago de kostenlos
  • sims freispiel cheats