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Test – Full Pipe

23. August 2010 | 14:45 Geschrieben von : Keine Kommentare

Röhren, bizarre Kreaturen und Rätsel über Rätsel, das ist Full Pipe, das Point & Click-Adventure von Pipe Studios, das hier in Deutschland von Deadalic vertrieben wird. Das Spiel ist bereits seit einigen Jahren über Steam für rund 5 Euro verfügbar. Die Retail-Version von Daedalic hingegen kostet 20 Euro und bringt neben einer Anleitung auch dein doppelseitiges Poster mit – inklusive einer durchaus ansehnlichen Verpackung.

Wir haben Full Pipe für euch getestet und wie immer könnt ihr bei uns lesen, was uns daran gefallen hat und was nicht.

Geschichte

Als Dude eines Morgens aufwacht und sich seine Pantoffeln anziehen möchte, bemerkt er, dass einer seiner  Pantoffeln fehlt – und auf der Suche nach ihm entdeckt er ein großes Loch unter seinem Bett, denn als er schlief, zog eine große Hand den Pantoffel da hinunter. Also steigt Dude in das Loch und findet unten angekommen auch gleich seinen Schuh. Doch wo ist er hier eigentlich gelandet und wie soll er da wieder herauskommen? In einem Labyrinth aus Röhren und verschiedenen Räumen, warten auf Dude wirklich bizarre Wesen, wie z. B. eines, das eine Schublade im Bauch hat und manche Gegenstände, die man ihm gibt, in Eier einschließt, die es dann wiederum legt. In dieser verdrehten Welt muss man nun viele Rätsel lösen, wobei man oft Gegenstände mit den skurrilsten Kreaturen tauscht, um Dinge zu erhalten, die man dann an einer anderen Stelle wieder benötigt.

Das hat uns gefallen

Sound: Während des gesamten Spiels wird nichts erzählt oder erklärt, was im Großen und Ganzen auch nicht nötig ist, dafür besticht Full Pipe mit jazziger Musik, die wirklich gut zu der bizarren Welt passt und den Spieler noch tiefer in diese besondere Atmosphäre eintauchen lässt. Die Qualität kommt zwar nicht ganz an den Klängen von Machinarium heran, der Stil aber passt hervorragend und lässt euch hin und wieder mit dem Fuß im Takt wippen.

Karte: Wenn man die gesammelten Gegenstände einsetzen muss, ist es manchmal nötig, in einen Raum zu gehen, der ein ganzes Stück entfernt ist. Wenn man diese Strecken zu Fuß zurücklegen muss, kann das ein ganzes Stück dauern. Doch um Zeit zu sparen, lässt sich eine Karte benutzen, auf der alle Räume eingezeichnet sind, die man bereits besucht hat. Und wenn man dann auf einen Raum klickt, gelangt man sofort dorthin. Das ist natürlich für Adventures untypisch, in Full Pipe hingegen sehr bequem und vor allem auch nötig. Auf die gesammelten Objekte lässt sich auch ganz einfach zugreifen, indem man mit der Maus auf den linken oberen Bildschirmrand geht. Somit wird das Inventar vom Hauptcharakter Dude geöffnet.

Gestaltung: Alle Figuren in diesem Spiel sind sehr ungewöhnlich dargestellt, so dass man jedes Mal aufs Neue gespannt ist, was für eine Kreatur im nächsten Raum auf einen wartet. Und was Dude für ein Wesen darstellen soll, darüber spekuliert man als Spieler bis zum Schluss.

Auch der Comic-Stil ist wirklich schön gestaltet und so fühlt man sich während des Spiels wie im Zeichentrickfilm. Selbst die Hintergründe sind bis ins kleinste Detail liebevoll gestaltet und lässt den Spaß zum Spielen immer wieder neu entfachen. Was wir ganz besonders toll finden, ist, dass Full Pipe gänzlich ohne Sprachausgabe und Text auskommt. Den Stil kennen einige von euch vielleicht schon von Machinarium her, der bereits damals begeisterte. Die dadurch entstehende Erzählweise ist wirklich spannend, da man an einigen Stellen auch etwas hineininterpretieren muss.

Läuft auch auf älteren Rechnern: Wir wollten es wissen und haben Full Pipe auf einem Notebook getestet, das seine besten Jahre längst hinter sich hat. Mit 192 MB Arbeitsspeicher und einem Prozessor aus der Steinzeit, läuft Full Pipe sehr bei uns flüssig. Einzig die Ladezeiten werden auf einem älteren System etwas angehoben, jedoch nicht kritisch. Das Spiel verlangt nach einem PC, der mindestens 128 MB Arbeitsspeicher und einen 500 MHz Prozessor besitzen sollte. Sehr moderate Hardwareanforderungen also.

Das hat uns weniger gefallen

Logik: Bei manchen Rätseln ist die Lösung nicht wirklich nachvollziehbar, das letztendlich dazu führen kann, dass der Spieler noch mehr angespornt wird, um die Lösung zu finden. Es kann aber auch schnell zur Frustration führen, wenn man keinen sichtbaren Anhaltspunkt für des Rätsels Lösung findet und ratlos durch das Labyrinth irrt, wobei man andauernd ausprobieren muss ob dieses oder jenes gesammelte Objekt nun endlich passt. Die Logik hinter den Rätseln jedenfalls ist zumeist nicht gegeben, was für ein Adventure einfach nur tödlich ist.

Dauer: Wenn man einmal so richtig in Fahrt ist und nicht mehr von Full Pipe loskommt, ist das Spiel schnell geschafft, denn es dauert nur knapp 5 Stunden. Das ist wirklich schade und hätte noch ein ganzes  Stück hinausgezogen (aber nicht künstlich) werden können, denn wenn man einmal dabei ist, sind 5 Stunden schnell vorbei.

Schlusswort

Full Pipe ist ein Spiel, das von richtig kniffligen Rätseln nur so strotzt und mit seinem Comic-Stil und der Jazz-Musik den Spieler in diese seltsame Welt voller bizarrer Wesen eintauchen lässt. Allerdings ist das Ganze in ca. 5 Stunden zu schaffen und somit ein ziemlich kurzer Spaß. Außerdem lässt uns der Preis von 20 Euro etwas sauer aufstoßen, da man das Spiel bei Steam bereits für 5 Euro erhält. In der Verkaufsversion im Handel sind zudem nur eine Anleitung und ein doppelseitiges Poster mit dabei. Hier wäre für diesen happigen Preis mehr drin gewesen, vielleicht der Soundtrack zum Spiel. Wer gerne Rätsel löst, keinen Wert auf großartige Geschichten legt und sich auch in unlogische Dinge gut hineinversetzen kann, für den ist Full Pipe genau das Richtige.

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