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Test – Landwirtschafts-Simulator 2011

20. Oktober 2010 | 09:00 Geschrieben von : 4 Kommentare

Der Landwirtschafts-Simulator 2011 ist endlich da und dürfte in diesen Tagen bereits einige neue Rekorde aufstellen. Erfolgreiche Vorgänger und über 150.000 Vorbestellungen sprechen immerhin für sich. Wir haben die PC-Version getestet, die Version für den Mac erscheint am 27. Oktober. Ein erster Patch ist bereits seit gestern erhältlich und bringt einige Verbesserungen mit.

Die Landwirtschaft ist bekanntlich nur etwas für Leute mit Geduld, von heute auf morgen geht gar nichts, und so ist es auch beim Landwirtschafts-Simulator 2011. Der eigene Bauernhof steht diesmal in einer völlig neuen Umgebung, die man erst einmal erkunden sollte. Zum Glück liegt dem Spiel nicht nur eine farbige Anleitung inklusive Umgebungskarte bei, sondern ebenfalls ein doppelseitiges Poster inklusive der Karte im Großformat.

Gleich vorweg, bevor Fragen kommen: Wir konnten keine eigenen Bilder erstellen, da aus irgendwelchen Gründen auch immer keine unserer Programme bei dem Spiel funktionieren. Wir hätten euch gerne gezeigt, was man so alles mit der „außergewöhnlichen Physik“ anstellen kann . 😉

Aktueller Trailer

Das hat uns gefallen

Die Karriere: Bevor ihr das Spiel im Karriere-Modus startet, könnt ihr wählen, ob ihr die Zeit in Echtzeit oder etwas schneller laufen lassen möchtet. Anschließend befindet ihr euch auf eurem eigenen Bauernhof, wo sich sich ein Traktor, ein Mähdrescher, ein Anhänger und verschiedene Gerätschaften vorfinden. Auf einem Feld nahe des Hofes steht ein weiterer Mähdrescher und etwas weiter weg ein weiterer Traktor. Ihr könnt also sofort loslegen. Das Tolle ist: Ihr wechselt einfach zwischen den Fahrzeugen via Tabulator-Taste, so dass längere Laufwege wegfallen. Wer will, kann also Traktoren und Co. in der Spielewelt verteilen, um immer schnell unterwegs zu sein.

Vom eigenen Hof geht alles aus, dort sammeln sich in Silos die vier verschiedenen Kornarten und ebenso steht gleich daneben ein Tank, an dem sich die Fahrzeuge betanken lassen. Das Fahren der verschiedenen Fahrzeuge funktioniert ohne Probleme. Mit der E-Taste steigt man ein und mit WASD wird das Fahrzeug gesteuert, wobei ihr alternativ auch ein Gamepad benutzen könnt. Das funktioniert etwas besser als mit der Tastatur. Die jeweiligen Fahrzeuge unterscheiden sich vom Fahrgefühl aber kaum, sieht man mal von der Geschwindigkeit ab. Ansonsten gibt es noch die Funktion eines Tempomats, was von großen Vorteil ist. Ab einer gewissen Geschwindigkeit können etwa die Mähdrescher nicht mehr arbeiten, der Tempomat hält also die richtige Geschwindigkeit. Falls euch das Ganze aber mit der Zeit zu langweilig wird, dürft ihr sogar Helfer einstellen, die die zu erledigende Arbeit verrichten. Das kostet Geld und macht am Anfang daher weniger Sinn. Die Hilfsarbeiter sind manchmal aber nicht ganz so schlau, sollte es denn einige Hindernisse auf den Feldern geben, wie etwa Vogelscheuchen. Da bleiben sie ganz gerne mal hängen (als Spieler kann man die Vogelscheuchen umfahren), aber auch einige Gräser lassen sie stehen.

Von der Spielmechanik her hat sich im Vergleich zum Vorgänger weniger geändert, ihr baut Gerste, Mais, Weizen und Raps an, erntet sie und verkauft sie anschließend an die jeweiligen Kunden. Aus Gras hingegen lassen sich Heu und Gärfutter erzeugen. Doch was ist denn nun neu im Landwirtschafts-Simulator 2011? Die Entwickler hörten auf die Community und integrierten Kühe, wodurch nun noch mehr Möglichkeiten entstehen. Extra dafür gibt es eingezäunte Bereiche, auf denen die Kühe ihrem Alltag nachgehen. Aber auch einen Stall, einen Melkautomaten und selbst einen Gülletank gibt es. Die Gülle dient als Dünger, so dass man letztendlich Geld bei den kaufbaren Düngern sparen kann. Die Kühe selbst sorgen natürlich für Milch, das direkt an die Molkereien verkauft wird. Die Kühe bekommen als Nahrung Heu und Mais-Häckselgut, was wiederum mit dem Maishäcksler produziert wird.

Solltet ihr verkaufen wollen, geht auch das leicht von der Hand, am Anfang ist es aber recht unübersichtlich. Ihr müsst nämlich direkt zu den Kunden hinfahren, wie etwa zur Brauerei, die einige Minuten Fahrt entfernt ist, dafür aber in der Regel mehr Geld für Gerste wie andere Kunden gibt. Und da die Spielewelt recht groß ist und man im Spiel selbst bis auf die Minimap im PDA keine weiteren Anzeigen hat, ist man auf die Karte im Handbuch angewiesen. Damit findet sich jeder zurecht.

Wer genügend Geld zusammen hat, kann im Shop einkaufen gehen, wo sich dann unter anderem neue Geräte und Landmaschinen finden. Was mehr Geld kostet, ist gleichzeitig auch effektiver für die Arbeit. Es macht also durchaus Sinn, noch etwas länger für eine edle Landmaschine zu sparen, als sein Geld für zwei oder drei „alte“ Maschinen auszugeben.

Übrigens: Befindet ihr euch gerade nicht in einem Fahrzeug, agiert ihr aus der Ego-Perspektive heraus und könnt euch völlig frei in der Spielewelt bewegen. In den Fahrzeugen selbst lässt sich die Ego-Ansicht einstellen, alternativ aber schaut ihr eurem virtuellen Ich einfach über die Schulter und könnt dabei die Kamera nach Belieben bewegen. Sollte es dunkel werden, weil gerade die Nacht hereinbricht, lassen sich Scheinwerfer und auch die Taschenlampe einschalten.

Der PDA: Bis auf eine Uhrzeitanzeige am oberen rechten Bildschirmrand, sparten die Entwickler glücklicherweise mit sämtlichen Anzeigen, die sonst nur stören würden. Stattdessen gibt es im Spiel einen PDA, also einen kleinen Computer, der sich ganz einfach per Tastendruck öffnen lässt. Die erste Anzeige ist die Karte der Spielwelt. Die Karte wird während dem Fahren etwas herausgezoomt, leider haben wir keine Option gefunden, mit der man sie manuell herauszoomen kann. Dadurch ist sie schon beinahe etwas überflüssig. Die nächste Anzeige, die man einfach mit der I-Taste durchschaltet, zeigt das Wetter der nächsten drei Tage an. Die folgende Anzeige zeigt die tagesaktuellen Preise für die eigenen Produkte an, die man bei den verschiedenen Kunden bekommen würde. Ein ständiger Vergleich lohnt sich also, da nicht alle Kunden gleichviel zahlen. Die letzte Anzeige zeigt den aktuelle Bestand an, also wieviel Gerste oder Weizen man lagert oder wieviel Liter der Milchtank enthält.

Die Missionen: Neben dem Karriere-Modus habt ihr außerdem die Möglichkeit Missionen zu absolvieren. Laut astragon sind die Missionen in erster Linie für Einsteiger gedacht, aber auch Alteingesessene dürften ihren Spaß daran haben. In den Missionen werden einige neue Features vorgestellt und unter anderem lernt man die Steuerung etwas besser kennen. Gleich am Anfang muss man mit dem Traktor einen Parkour absolvieren und kann dabei eine Bestzeit aufstellen, die mit einer Medaille belohnt wird. In fortgeschrittenen Missionen muss man etwa mit einem Mähdrescher das Feld ernten und den Mais danach in den Anhänger entladen. Die Jagd nach einer Bestzeit sollte für einige Zeit beschäftigen.

Lizenzierte Landmaschinen und Geräte: Das Herzstück im Landwirtschafts-Simulator 2011 sind unter anderem die lizenzierten Landmaschinen und Geräte. Von Pöttinger bis hin zu Lizard und Horsch sind nahezu alle bekannten Gerätschaften enthalten. Was uns aufgefallen ist, sind die akribisch genau nachgearbeiteten Modelle, die mit sämtlichen Details versehen wurden. Wer sich für Landmaschinen interessiert, wird seine pure Freude daran haben.

Spaßiger Mehrspieler-Modus: Eine Neuerung im Landwirtschafts-Simulator stellt der Multiplayer-Modus dar, in dem ihr erstmals mit bis zu zehn Spielern gleichzeitig wirtschaften könnt. Das funktioniert auch ganz gut. Im Grunde müsst ihr euch das so vorstellen, dass man im gleichen Gebiet wie in der Karriere unterwegs ist, jedoch neun weitere Landwirte ihr Unwesen treiben und sich gegenseitig helfen können. Der eine kümmert sich um den Verkauf, der andere macht die Viehwirtschaft und wieder ein anderer holt die Ernte ein. Das Geld wird untereinander aufgeteilt, Konkurrenzdenken gibt es also nicht. Wer will, kann sogar Geld verschenken und Textnachrichten schreiben. Was etwas schade ist und eine Möglichkeit für einen Patch oder den Nachfolger wäre: Man kann sich nicht über ein Headset bzw. Mikrofon untereinander unterhalten.

Große Community: Wenn man über den Landwirtschafts-Simulator berichtet, sollte die enorm große Community nicht unerwähnt bleiben. Das ist es nämlich, das die Spielereihe ausmacht. Die große Community bastelt ständig neue Modifikationen und hilft mit Tipps und Tricks. Gerade durch den Mehrspieler-Modus könnten uns so einige Leckerbissen in Zukunft erwarten.

Das hat uns weniger gefallen

Kein leichter Einstieg: Wer die Vorgänger gespielt hat und sich in der Landwirtschaft hervorragend auskennt, der wird keine Probleme mit dem Einstieg haben. Solltet ihr jedoch keine großartige Ahnung haben, ist der Einstieg alles andere als leicht. Ihr werdet einfach so auf euer virtuelles Grundstück ‚geworfen‘ und müsst alles auf eigene Faust erkunden. Zwar tauchen an allen wichtigen Stellen einige Informations-Symbole auf, die Tipps geben, aber es fehlt einfach eine richtige Anleitung. Wir hätten uns so etwas wie ein Tutorial gewünscht, in dem die gesamten Arbeitsschritte nacheinander erklärt werden. Neben den Informations-Symbolen bleibt euch nur noch die Logik und das farbige Handbuch, in dem ihr ein paar Informationen zu den alltäglichen Dingen und über die Landmaschinen und Geräte erhaltet. Das muss zumindest aus unserer Sicht nachgebessert werden, blutige Anfänger dürfen nicht mit Fragezeichen über dem Kopf sitzengelassen werden.

Gummi-Physik: Die Physik ist mal wieder so ein leidiges Thema, wenn auch nicht ganz so schlimm wie in den Vorgängern. Trotzdem kann man hin und wieder beobachten, wie die eigenen Fahrzeuge über die kleinsten Unebenheiten stolpern und sich wie auf dem Mond bewegen. Auch sehr unschön: Ein Traktor fährt ohne Hänger etwa 34 km/h, mit vollbeladenem Hänger fährt er ebenfalls so viel – auch bergauf. Da der Landwirtschafts-Simulator 2011 realistisch sein möchte, ist das natürlich ziemlich unschön. Zumal das vielleicht sogar strategische Auswirkungen haben könnte, wenn ein vollbeladenes Fahrzeug nicht mehr so schnell wie ein unbeladenes Fahrzeug fahren würde und die Kunden auf ihre Ware warten. Ein Denkanstoß für den Landwirtschafts-Simulator 2012.

Leblose Umgebung: Man kann den Punkt sehen, wie man möchte. Obwohl es Fahrzeuge und auch Fußgänger gibt, ist die Spielewelt doch ziemlich leblos. Das hat in erster Linie aber damit zu tun, weil weder die Fahrzeuge noch die Fußgänger auf den Spieler reagieren. Sollte man vor die Fahrzeuge laufen oder gerade mit einem Traktor vor ihnen zum Stehen kommen, dann halten sie natürlich an. Das war es aber auch schon. Wir hätten uns gewünscht, dass die Fahrzeuge bei längerem Stehen hupen oder uns gar umfahren würden. Und auch die Fußgänger setzen ihren Weg fort, ohne auf den Spieler oder die Umwelt in irgendeiner Art und Weise zu reagieren. Das macht das Ganze leider etwas zur Geisterstadt. Zwar kann man sich so mehr auf das Arbeiten konzentrieren, eine weniger leblose Spielewelt hätte dem Landwirtschafts-Simulator aber gut getan.

Schlusswort

Der Landwirtschafts-Simulator 2011 ist faszinierend, da wir uns immer wieder dabei ertappten, bei jeder freien Minute nur mal eben schnell die Ernte einzufahren, die Kunden zu beliefern oder einfach nur mit der lustigen Gummiphysik herumzuspielen. Letzteres ist sicherlich nicht im Sinne der Entwickler, sorgt aber für ordentlich Spielspaß, gerade wenn man einen tonnenschweren Mähdrescher auf einem Holdzaun parkt.

Ansonsten bietet der Landwirtschafts-Simulator einige neue Features, wie etwa einen äußerst spaßigen Mehrspieler-Modus und endlich auch die Möglichkeit, Viehzucht zu betreiben. Was wir uns aber gewünscht hätten bzw. für den Nachfolger wünschen: Es muss mehr Hilfen für Anfänger geben und der Spielwelt sollte mehr Leben eingehaucht werden. Etwas mehr Abwechslung und mehr Tiere sind weitere Wünsche, die es leider nicht in den Landwirtschafts-Simulator 2011 geschafft haben. Nachdem man den gesamten Wirtschaftskreislauf Stunden für Stunden und Tage für Tage durchlaufen ist, stellt sich etwas Langeweile ein.

Damit das aber nicht lange so bleibt, gibt es immerhin die große Community, die das Spiel mit Mods versorgt. Wer die Vorgänger gespielt hat, wird um den Landwirtschafts-Simulator 2011 nicht herumkommen. Nach dem frühzeitigen Aus der Konkurrenz bleibt das Spiel weiterhin die Nummer Eins.

Systemvoraussetzungen:

  • Windows XP (SP3)/Vista/7
  • AMD oder Intel Prozessor mit mind. 2 GHz
  • Nvidia Geforce 6800 Serie, ATI Radeon x850, S3 Chrome 430 GT Grafikkarte oder besser (mind. 256 MB VRAM)
  • 1 GB Arbeitsspeicher
  • 1 GB Festplattenspeicherplatz
  • Soundkarte
  • Internetverbindung


4 Kommentare Antworte

  1. Hallo,

    @Kein leichter Einstieg:

    im Hauptmenü des Spiels gibt es ein Menüpunkt Namens “Missionen“,
    wenn man nachfolgend alle Missionen gespielt hat, hat man eigentlich hmm Kenntniss von der Spiel-Materie.

    mfg

  2. Richtig, ich muss Stefan zustimmen.
    Wer die Missionen (Art von Tutorial) spielt lernt das auch ganz einfach 😉

  3. das is dumm

  4. fiendt ihr nicht auch?????

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