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Test – Swords & Soldiers

13. September 2010 | 15:07 Geschrieben von : Keine Kommentare

Falls ihr euch jetzt fragt, warum wir erst nach über einem Jahr mit einem Test zu Swords & Soldiers herausrücken: Das Spiel erschien vor wenigen Wochen auch für den PC. Bislang war Swords & Soldiers nur für WiiWare erhältlich und konnte dort bereits große Erfolge feiern und auch zahlreiche Preise abräumen. Swords & Soldiers ist ein Strategiespiel der etwas anderen Sorte und wurde für den PC an einigen Stellen überarbeitet. Unter anderem wird der Preis von knapp 20 Euro durch HD-Grafik und einem Online-Multiplayer-Modus gerechtfertigt.

In Swords & Soldiers geht es im Grunde darum, dass man in die Rolle eines Feldherren schlüpft, seine eigene Armee in den Kampf schickt und das Drumherum versucht zu kontrollieren. Im Laufe der Kampagne dürft ihr drei verschiedene Völker in die Schlacht ziehen lassen, die sich nicht nur optisch voneinander unterscheiden: Wikinger, Azteken und Chinesen.

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Das hat uns gefallen

Ungewöhnliche Grafik und klassische Strategie?: Strategiespiele spielt man ja meist aus einer isometrischen Ansicht, in der heutigen Zeit kann man sich auch völlig frei auf den Schlachtfeldern umsehen. Swords & Soldiers ist aber so ungewöhnlich in dieser Beziehung, dass man sich erst einmal die Augen vor Verwunderung reibt. Ihr blickt tatsächlich auf ein 2D-Schlachtfeld in der Seitenansicht, was man so auch als Side-Scroller bezeichnen könnte.

Und es funktioniert wirklich hervorragend, auch wenn die Übersicht ab und an flöten geht. Wie bei vielen Strategiespielen müssen Ressourcen gesammelt werden, wobei diese hauptsächlich in Gold vorkommen. Das Gold ist äußerst wichtig, um sich neue Fähigkeiten und aber auch Kämpfer und hart arbeitende Frauen (Arbeiterinnen) zu leisten. Die Frauen sammeln das Gold in kleinen Minen nahe des Hauptquartiers, die Männer hingegen ziehen automatisch via Knopfdruck in die Schlacht – steuern lassen diese sich nicht, sondern sie schreiten direkt an die Front und kämpfen selbstständig. Alles geschieht von alleine, so dass man sich letztendlich „nur“ Gedanken über die richtige Investition von Gold machen muss. Beschränkt wird man beim Sammeln des Goldes lediglich durch die maximale Anzahl von zehn Arbeiterinnen, die Minen sind unerschöpflich.

Und das hört sich einfacher an, als es letztendlich ist. Mit der Zeit nämlich kommen immer mehr unterschiedliche Krieger in das eigene Team, egal ob Nahkampf oder für eine größere Distanz. Diese kosten unterschiedlich viel Gold, so dass man hier weise entscheiden muss. Und das ist noch nicht alles, man selbst kann mit Spezialfähigkeiten in den tobenden Krieg zwischen den Völkern eingreifen. Die Fähigkeiten kosten Gold und nehmen Mana in Anspruch. Das Mana lässt sich in drei verschiedenen Stufen ausbauen, was zwar wieder mehr Gold kostet, sich dadurch aber schneller regeneriert. Unter anderem gibt es Fähigkeiten wie Blitz und Schneesturm. Während der Blitz den Gegnern Schaden zufügt, lässt der Schneesturm diese für eine kurze Zeit lansamer werden. Aber auch die Möglichkeit, die eigenen Krieger zu heilen, sollte nicht vernachlässigt werden.

Ansonsten lassen sich etwa für jede Frakation ein Gebäudetyp an verschiedenen und extra dafür vorgesehenen Stellen errichten. Die Wikinger zum Beispiel bauen ein Turm, der als Schutzwall dient und sich mit einem axtwerfenden Soldaten bemannen lässt. Die Azteken hingegen errichten gefährliche Selbstschussanlagen und die Chinesen bauen sich Buddhastatuen, die Mana ausschütten. Und wer mit der Zeit mehr und mehr Mana sowie Gold bunkert, darf solche Waffen wie Feuer speiende Drachen oder Lawinen auf das Schlachtfeld loslassen. Man entwickelt sich also ständig weiter, die Waffen werden monströser und die Gegner stärker. Einige Schlachtfelder bieten auch Wegweiser an, die ihr als Feldherr so einstellen könnt, dass die eigenen Krieger verschiedene Zweigungen ansteuern können. Dort warten zwar zumeist noch mehr Gegner, dafür aber auch die beiden Ressourcen Gold und Mana.

Komfortable Kriegsführung: Das Tolle an der Aufmachung von Swords & Soldiers ist der Komfort, den man so wohl in noch keinem Strategiespiel hatte. Das bedeutet, dass ihr riesengroße Symbole habt, die sich am oberen Bildschirmrand befinden und die einzelnen Krieger und Fähigkeiten widerspiegeln. Da die Übersicht bei hitzigen Gefechten nicht so das Wahre ist und man schnell hier und da reagieren muss, gestaltet sich die Bedienung durch einfache Klicks auf die entsprechenden Symbole als sehr komfortabel. Und das zieht sich auch beim Radar hin, das nämlich komplett über den gesamten Bildschirm verläuft. Auf dem Radar lassen sich nicht nur Gebäude und Co. des eigenen Teams, sondern selbst die Gruppenbewegungen der gegnerischen Fraktion sichten, sofern diese denn im Blickfeld sind. Man kann zwar komplett zum feindlichen Bereich rüberschwenken, allerdings werden die nicht im Blickfeld liegenden Bereiche mit Nebel umhüllt.

Der Multiplayer: Der Multiplayer ist eine der wichtigsten Neuerungen in Swords & Soldiers für den PC. Wer möchte, der kann sich ganz einfach nur die Singleplayer-Version installieren. Wollt ihr den Multiplayer-Modus haben, kommt hier Steam zum Einsatz – das Spiel lässt sich optional über Steam aktivieren, so dass es die Onlinefunktionen nutzen kann. Zwar ist es nicht gerade einfach, mit der deutschen Version über Matchmaking Spieler zu finden, das soll sich aber in Zukunft ändern, sobald die internationale Version in den Handel kommt. Wir konnten den Multiplayer daher nicht so ausgiebig testen, dafür aber sei gesagt, dass es äußerst spaßig ist, gegen einen menschlichen Spieler in die Schlacht zu ziehen. Während man übrigens auf einen Spieler wartet, und das ist wirklich mal ein richtig tolles Feature, lässt sich im Singleplayer weiterzocken. Im Gegensatz zur Wii-Version gibt es keinen lokalen Multiplayer, was etwas schade ist, wäre Swords & Soldiers doch für die LAN ganz spaßig.

Das hat uns weniger gefallen

Viel zu kurze Schlachten: Swords & Soldiers ist genial, doch der Spielspaß wird manchmal enorm durch die viel zu kurzen Schlachten getrübt. Je nachdem, wie schwer es euch die künstliche Intelligenz macht, kann eine Runde schonmal nach unter zwei Minuten vorbei sein. Das ist nicht ganz so toll, gerade weil man das in der Kampagne recht häufig hat.

Schlusswort

Swords & Soldiers war schon auf WiiWare ein richtiger Kracher, auf dem PC ist es das Strategiespiel ebenso. Die Kampagne macht trotz der viel zu kurzen Schlachten sehr viel Spaß, die unterschiedlichen Storys und die drei Fraktionen Wikinger, Azteken und Chinesen sorgen für viel Abwechslung und das Spielprinzip ist einfach nur richtig, richtig witzig und vor allem völlig anders. Neben einem Online-Modus, den wir wegen noch fehlender Spieler nicht richtig testen konnten, sorgen auch verschiedene Herausforderungen und die Möglichkeit auf ein schnelles Geplänkel für genug Spielspaß. Und wer gerne mal die Lachmuskeln strapaziert, wird hier und da einige witzige Textpassagen entdecken. Auch wenn die PC-Version mit knapp 20 Euro mehr kostet als die Wii-Version, sehen wir den Preis durchaus als gerechtfertigt an.

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