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Test – The Kore Gang – Invasion der Inner-Irdischen

11. August 2010 | 07:58 Geschrieben von : Keine Kommentare

The Kore Gang – Invasion der Inner-Irdischen ist ein Jump & Run mit einer bewegenden Vergangenheit. Ursprünglich wurde es für die erste Xbox angekündigt, schon damals sah es äußerst vielversprechend aus. Eines Tages dann wurde das Projekt auf Eis gelegt und verschwand fast vollständig aus den Gedächtnissen, bis schließlich Entwickler Snapdragon aus Deutschland auf das Projekt aufmerksam wurde und es wiederbelebte.

Aber auch hier wäre The Kore Gang beinahe untergegangen, da der ehemalige Publisher CDV dem Spiel den Rücken kehrte und dem Entwickler finanziell gesehen die Puste ausging. Schließlich konnte mit Pixonauts dann doch ein neuer Publisher gefunden werden, das übrigens auch gleichzeitig sein erstes Spiel darstellt.

In The Kore Gang geht es nicht um Außerirdische, sondern eben um Inner-Irdische, die unter der Erdoberfläche leben und nun unbedingt an die Oberfläche wollen. Die drei verrückten Krank-Brüder Hunter Bunter, Dr. Ooond und Tic von Tac entwickelten einen Krank-Panzer mit einem sieben Kilometer großen Bohrer, womit der Plan also perfekt wäre. Das wäre er in der Tat, doch blöd nur, dass die drei Brüder nicht wissen, wo eigentlich ‚oben‘ ist. Und dann ist da noch Dr. Samuelson mit seiner Erfindung namens Kore-Suit – ein Fähigkeiten-aufmotzender Blechanzug. Dr. Samuelson wollte den Testlauf des Anzugs unter der Erde starten, lief dann aber direkt in die Arme der durchgedrehten Krank-Brüder. Er dürfte ihrer Ansicht nach sicherlich wissen, wo denn „oben“ ist.

Doch dann tauchen die sich für Extremsportarten begeisternde Pixie, der coole und etwas unbeholfene Madboy sowie sein flinker Chihuahua Rex auf, die in dem Kore-Suit Platz nehmen und ab dann mit ihren Fähigkeiten versuchen den Krank-Panzer aufzuhalten.

Aktueller Trailer

Das hat uns gefallen

Witzigkeit kennt keine Grenzen, Witzigkeit kennt kein Pardon: Bereits in den ersten paar Minuten versucht The Kore Gang permanent die Lachmuskeln zu strapazieren – und schafft es dann größtenteils auch. Das kommt vor allem durch die hervorragenden deutschen Sprecher, die übertriebenen Betonungen, die unbeholfenen Bewegungen und die schrägen Charaktere.

Gerade die drei Krank-Brüder verlangen wirklich alles von euren Lachmuskeln ab. Den Anfang macht da Hunter Bunter, der Waffen über alles liebt und unbedingt an den Kore-Suit herankommen möchte, da er ja die Fähigkeiten des Trägers stärkt. Jedenfalls teilt er dem Spieler bzw. den Helden seine Liebe zu den Waffen mit und startet plötzlich eine Musical-Einlage, in der er nur Positives zu den Waffen trällert und seine Gefolgschaft in Form von Monstern dazu als Background-Tänzer tanzen. Das Ganze hat tatsächlich Musical-Qualitäten und findet sich so nur ganz selten in einem Videospiel – wenn überhaupt.

Gelungenes Gameplay: Im Kern ist The Kore Gang ein klassisches Jump & Run. Es wird gehüpft, kleinere ‚Rätsel‘ werden gelöst und es dürfen sogar Gegner verhauen werden. Insgesamt gibt es 30 Levels, deren Ende es zu erreichen gilt. Auf dem Weg dahin tauchen einige Gefahren auf, egal ob in Form von fiesen Monstern, Abgründen oder Kletterpartien.

Das Spielprinzip geht, wenn man die Kamera mal außer Acht lässt, sehr gut von der Hand. Besonders gefallen hat uns, dass die Steuerung sehr einfach gestaltet ist. Mit dem A-Button wird gehüpft, während man mit dem B-Button die Fähigkeiten der einzelnen Helden aktivieren kann. Zur Erinnerung: Die drei Charaktere nutzen den Core-Suit, um ihre Fähigkeiten um 1000 Prozent zu verbessern. Jeder Charakter kann per Knopfdruck kanz fix gewechselt werden.

Pixie, eine Extrem-Bergsteigerin, kann an bestimmten Stellen eine Art Seil ausfahren und sich über Abgründe schwingen und hochziehen. Und da Pixie nicht austeilen kann, kommt bei Gegnern Madboy zum Einsatz, der seine Fäuste fliegen lässt. Der Hund Rex hingegen kann Geräuschen lauschen, Schlösser knacken, die Witterung aufnehmen und Gegner mit seinem Jaulen betäuben.

Was wir aber noch nicht erwähnt haben: Mit der Bewegungssteuerung lassen sich weitere Fähigkeiten der Helden einsetzen. Pixie dreht zum Beispiel eine Pirouette, während Madboy einen Wirbel-Angriff startet oder Objekte (etwa Schneebälle) wirft. Etwas Probleme hatten wir mit dem Werfen von Objekten, da man hier die Wiimote zur Seite drehen muss, das Ganze aber nicht immer so richtig funktioniert.

Hübsche Optik: Sicherlich, dem Spiel ist sein Alter anzusehen. Wer aber eine tolle Optik vor matschigen Texturen und detailarmen Umgebungen stellt, der wird seine Freude daran haben. Besonders gefallen haben uns hier einige Effekte, wie etwa Spiegelungen auf Fahnen, die sich im Wind wiegen. Optisch gesehen ist The Kore Gang kunterbunt und teilweise sogar mit Cel-Shading-Elementen ausgestattet, was einfach nur richtig toll aussieht. Abwechslungsreich gestalten sich zudem die verschiedenen Umgebungen. Da geht es zum Beispiel in luftige Höhen, dann wieder in tiefgelegene Szenarien, in saftig grünenden Levels und sogar direkt in den Magen eines gefräßigen Monsters.

Toller Soundtrack, grandiose Sprecher: Der Soundtrack bietet einige Ohrwürmer, die nicht zuletzt durch die Musical-Einlagen auftauchen. Häufig zum Einsatz kommen Melodien, die in Richtung Action und Fantasy einzuordnen sind. Die Klänge treiben euch regelrecht voran und klingen teilweise herrlich chaotisch und wirr.

Trotzdem gibt es auch ein paar Dinge, die uns beim Soundtrack etwas gestört haben. So werden die einzelnen Lieder im jeweiligen Abschnitt immer und immer wieder wiederholt, was auf die Dauer eintönig wirkt. Hinzu kommen die mit „Vocals“ versehenen, orchestralen Klänge. Die klingen wirklich gut, doch man merkt, dass die „Stimmen“ nur aus dem Synthesizer kommen.

Was die Sprecher betrifft, so waren hier richtige Profis am Werk. Selbst Komiker Tetje Mierendorf konnte verpflichtet werden, der in dem Spiel Dr. Ooond vertont. Den meisten sicherlich nicht so bekannt, dafür aber ein echtes Urgestein, ist Robert Missler, dessen Stimme man unter anderem in Naruto, Käpt’n Blaubär und Dr. House sowie in Spielen wie World of WarCraft und Star Wars: Knights of the Old Republic hören kann. Nur selten findet man solch eine hohe Qualität in lokalisierten Versionen.

Das hat uns weniger gefallen

Nervige Kamera: Wirklich viele Jump & Runs haben mit der Kamera so ihre Problemchen, da macht selbst Genre-Primus Mario (jüngstes Beispiel Super Mario Galaxy 2) keine Ausnahme. Und ebenso The Kore Gang reiht sich hier mit ein. Die Kamera lässt sich mit dem Steuerkreuz drehen und zeigt sich durch das Drücken des Z-Buttons inklusive der Wiimote-Bewegungen noch etwas gelenkiger. Allerdings ist die Kontrolle der Kamera etwas hakelig und viel zu langsam. Auch trifft man hin und wieder auf Situationen, da lassen sich Distanz und Höhe überhaupt nicht richtig einschätzen. Das passiert auch gleich mit am Anfang, wo man auf riesige Plattformen hüpfen muss, die hoch und runter fahren. Wir haben da sicherlich zehnmal gebraucht, bis wir den richtigen Sprung raushatten, da die Spielfigur immer daneben gesprungen ist.

Wirkt teilweise aufgesetzt: Klar, The Kore Gang ist ein typisches Jump & Run. Die Rätsel und Gameplay-Elemente aber wirken teilweise etwas aufgesetzt. The Kore Gang ist spaßig, gar keine Frage. Es gehört auch mit zu den witzigsten Jump & Runs, doch es wird einfach keine Innovation geboten, wie man sie etwa von Nintendo kennt. Rote Knöpfe drücken, über Abgründe schwingen, einen Endgegner mit einer vorhersehbaren Taktik besiegen, Sammelaufgaben erledigen und natürlich die typischen Hüpfpassagen. Es ist alles irgendwie schonmal dagewesen.


Schlusswort

The Kore Gang – Invasion der Inner-Irdischen ist zwar kein Meisterwerk, dafür aber ein durchweg großartiges Jump & Run. Wir sind froh, dass sich Entwickler Snapdragon / Zoink und Publisher Pixonauts gefunden haben und am heutigen Tag gemeinsam ein so witziges Spiel auf den Markt bringen. Der konsequent durchgezogene und stets herrlich wirkende Blödsinn macht das Spiel einfach einzigartig und motiviert ungemein. Es erinnert sogar an die Rare-Klassiker auf dem N64, was Lob auf dem höchsten Niveau darstellt. Blödsinnig, skurril und charmant – damit lässt sich der Humor am besten beschreiben.

Sicherlich gibt es auch ein paar kleine nervige Dinge, die wir aber nicht ganz so eng sehen. Die manchmal bockige Kamera und einige aufgesetzt wirkende Elemente kann man durchaus ausblenden.

The Kore Gang ist eine deutsche Entwicklung, in der viel Liebe und ebenso viel Arbeit steckt. Unterstützt die Entwicklung und kauft euch das Spiel. Spieler jeden Alters werden ihre Freude daran haben.

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