Test: Wo die wilden Kerle wohnen – Das Videospiel

24. Januar 2010 | 13:57 Geschrieben von : Keine Kommentare

„Wo die wilden Kerle wohnen“ ist nicht nur ein amerikanisches Buch, nein, auch ein Film kann ab sofort im Kino bestaunt werden. Inhaltlich dreht sich alles um den kleinen Max, der sich ein Wolfskostüm angezogen hat und macht – wie es in den jungen Jahren nunmal so ist – etwas Blödsinn. Seine Mutter mag das gar nicht und bestraft ihn damit, ihn ohne Essen auf sein Zimmer zu schicken. Bevor er dies aber erreicht, beschimpft sie ihn mit „du bist ein wilder Kerl“, was im Grunde auch ausschlaggebend für Max‘ künftiges Abenteuer ist.

In seinem Zimmer, mit einem leicht schmollenden Blick angekommen, verwandelt sich dieses plötzlich in einen Wald, wo er in ein Segelboot steigt und zu den wilden Kerlen gerät. Die wilden Kerle sind große Monster, die am Anfang furchteinflößend wirken, später aber auf Max‘ Seite sind. Auch darf er schon bald eine Krone tragen und sich Anführer der wilden Kerle nennen. Ja, aber wo wohnen sie denn nun, die wilden Kerle? Natürlich in einem kleinen Dorf mitten im Wald.

Das hat uns gefallen

Jump&Run und coole Spielelemente: Eigentlich ist „Wo die wilden Kerle wohnen“ ja eher ein Action Adventure, das sich aber durchaus auch als Jump&Run betiteln lässt. Gesteuert wird der kleine Max, der in seinem Kostüm steckt und quasi in seiner eigenen Fantasiewelt wohnt. Als Max auf der Insel ankommt, sieht er aus der Ferne ein Monster, das vor ihm wegläuft. Max aber möchte hinterher und so müssen wir ihn durch und über allerlei Hindernisse dirigieren. Vielmehr gleicht der Anfang einem Tutorial, in dem euch Interaktionsmöglichkeiten und die Steuerung näher gebracht werden. Max kann nicht nur springen, sondern auch mit seinem Zepter kleinere Feinde (Spinnen, Glühwürmchen) K.O. schlagen. Auch kann Max auf den wilden Kerlen reiten. Gleich am Anfang darf man selbst einen „wilden Kerl“ steuern und muss in den richtigen Augenblicken bestimmte Tasten drücken, damit dieser über oder unter Baumstämmen rutsch und springt sowie Hindernisse zum Einsturz bringt. Das Spielprinzip ist spaßig, wird aber noch durch einige kleinere Dinge erweitert.

So sind Pflanzen immer wieder wichtig. Insgesamt sechs verschiedene Pflanzarten existieren, wobei jede Pflanze eine bestimmte Eigenschaft besitzt. Ist ein Vorsprung zu hoch, auf den Max nicht springen kann, dann muss man sich umschauen, ob denn eine Kletterranke in der Nähe ist. Oder versperren fiese Silberkäfer gerade den Weg? Kein Problem, die Lilafrucht lockt Käfer zu einer bestimmten Stelle und macht sie vorübergehend unschädlich. Und möchte Max plötzlich in die Tiefe, dann sind Pusteblumen eine gute Wahl, die wie ein Fallschirm wirken. Interessant aber ist, dass die Pflanzen nicht immer sofort zu sehen sind. Einige von ihnen müssen erst gegossen werden, damit sie aus der Erde herausspriesen. Dadurch wird das Spiel zwar nicht komplexer, dafür aber bietet es somit ein paar kleinere Rätseleinlagen. An einer Stelle müssen sogar Steine verschoben werden. Später darf sich Max auf dem Wasser mit einem Boot bewegen, wodurch die Spielgeschwindigkeit etwas ansteigt.

Sammelwut und das Dorf: Ok, zur besseren Verständnis: Die wilden Kerle leben also in einem Dorf. Von da aus startet man jede Mission und kann eben Haupt- auch Nebenaufgaben ausführen. Mit der Zeit verändert sich das Dorf leicht, wobei aber auch ihr daran Schuld habt. Denn in den jeweiligen Levels finden sich zahlreiche Items, die die Lust des Sammelns in den Kids erwachsen lassen. Und damit ihnen das Sammeln auch etwas bringt, verwandeln sich die Items in Belohnungen. Selbst wenn nahezu die meisten Items direkt vor eurer Nase liegen, so macht das Sammeln dennoch richtigen Spaß. Jedenfalls kann das Dorf kosmetisch aufgehübscht werden. Auch lassen sich etwa diverse Nester oder sogar eine Modellstadt freischalten. Jedes freigeschaltene Extra in dem Dorf bietet einige zusätzliche Herausforderungen, die noch mehr Extras freischalten. Für längeren Spielspaß ist also gesorgt.

Technisch ganz hübsch: Wir testeten die Wii-Version und diese ist von ihrer technischen Seite wirklich gelungen. Oft knallt und zischt es, Explosionen werden flüssig dargestellt und selbst größere Schluchten sehen hinreißend aus. Und da es sich ja um eine Fantasiewelt handelt, darf die grafische Darstellung ruhig etwas bunt und unrealistisch aussehen. Die wilden Kerle – also die großen Monster – wurden hübsch kreiert und niedlich animiert. Und was die audiovisuelle Untermalung betrifft, so lehnt diese sich natürlich an den Kinofilm an. Hier darf man ebenso wie die Sprachausgabe eine recht ordentliche Kreation erwarten.

Das hat uns weniger gefallen

Doofe Kamera und verwirrender Einstieg: Am Anfang haben wir ja etwas über die Story erzählt und was denn nun die wilden Kerle sind. Das Problem an dem Spiel ist aber, dass es kein richtiges Intro gibt und man als Spieler nur mit dürftigen Informationen bekleckert wird. Wer den Film oder das Bilderbuch nicht kennt, der wird etwas verwirrt sein. Auch im Laufe des Spieles weiß man nicht so richtig, wie man denn auf die Insel kommt. Man hat das Gefühl, das Spiel wurde für diejenigen Spieler entwickelt, die wirklich Fans von dem Film sind und die Geschichte bereits kennen. Ansonsten lässt sich noch die Kamera bemängeln. Das ist bei den meisten filmbasierenden Spielen ja ohnehin immer irgendein Kritikpunkt. Die Kamera ist ziemlich stur und ab und an kann man auch nicht so richtig einschätzen, wie weit ein bestimmter Vorsprung oder einige Gegner entfernt sind.


Schlusswort

Das Spiel „Wo die wilden Kerle wohnen“ ist Durchschnitt, wie man ihn an jeder Ecke eines Videospiel-Geschäftes finden kann. Man springt mit Max durch die Levels, hangelt sich über Abgründe und gibt ein paar Tieren Saures. Mit der Zeit wird das Spielprinzip monoton, es kommen keine großen Momente zum Vorschein und die Story bleibt von Anfang an zäh. Hier hätten die Entwickler sicherlich mehr herausholen können, da die Vorlage ein echter Klassiker ist. Trotzdem ist der Spielspaß da und für die jüngeren Spieler bietet der Titel genügend Spielzeit, um auch etwas länger zu fesseln. Kids sollten sich das Spiel näher ansehen.

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