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Test – Worms Reloaded

3. September 2010 | 13:30 Geschrieben von : Keine Kommentare

Worms Reloaded ist im Grunde nicht das typische Casual-Spiel, hat jedoch enorm viel Potential. Die bisherigen Worms-Spiele wurden immer mit „ab 0 Jahren“ oder „ab 6 Jahren“ eingestuft, Worms Reloaded wurde von der USK zwar nicht geprüft, hat sich aber im Vergleich zu den anderen Worms-Spielen nicht verändert. Wir empfehlen Worms Reloaded erst ab 12 Jahren zu spielen. An die Eltern: Worms Reloaded ist nicht brutal, sondern witzig und spaßig, wo man nicht alles ernst nehmen sollte.

Wahnsinn, stolze acht Jahre ist es mittlerweile her, als das letzte 2D-Worms für den PC erschien. Was danach folgten waren 3D-Ableger, die die Würmer zwar in eine spaßige dritte Dimension katapultierten, aber weit hinter den klassischen 2D-Titeln blieben. Mit Worms Reloaded veröffentlichte Entwickler Team 17 nach acht langen Jahren endlich wieder ein neues Worms für den PC, das in einer kunterbunten 2D-Grafik daherkommt.

Noch immer stehen sich mindestens zwei Teams aus kleinen Würmern auf dem virtuellen Schlachtfeld gegenüber und führen mit den skurrilsten Waffen gegeneinander Krieg. Dabei gilt es Wind, Winkel und Stärke des Angriffes mit einzuberechnen – eine Strategie und die richtige Wahl der Waffen wäre zusätzlich besonders hilfreich.

Aktueller Trailer

Das hat uns gefallen

Neue Physik, tolle Grafik und coole Waffen: Bereits bei der ersten Explosion fällt sofort die brandneue Physik auf, die besonders für Worms-Veteranen sehr gewöhnungsbedürftig ist. Sie lässt mehr Möglichkeiten zu und ist teilweise sogar viel berechenbarer. Dabei scheint die Wucht der Explosionen etwas heftiger zu wirken. Was auch richtig cool ist, selbst wenn es keine Neuerung darstellt, ist das physikalisch korrekte Abprallen von Granaten, so dass man sie zum Beispiel an eine Ecke schleudert, damit sie im 90 Grad Winkel eine andere Bahn fliegen und schließlich bei einem gegnerischen Wurm landen.

Ein Blitzgewitter erschüttert die Würmer.

Eine Neuerung stellt auch die Optik dar, die die Würmer viel moderner erscheinen lässt, es dabei aber nicht übertreibt. Alles wirkt etwas plastischer, Feuer brennt realistisch ab und die Explosionen enden mit einem donnernenden Paukenschlag. Insgesamt existieren 13 unterschiedliche Themen, darunter eine Schneelandschaft, ein (Käse-)Planet oder auch London. Die Hintergründe der Themen sind größtenteils in 2D gehalten, sind in Wirklichkeit aber doch 3D. Das ist schlecht zu beschreiben, der Effekt jedenfalls ist richtig gut.

Auch sehr witzig ist bei der Optik, dass die Würmer etwas mehr auf bevorstehende Gefahren reagieren. Schleicht man sich etwa mit einem Brenner, der einen Weg tief in die Erde brennt, knapp an andere Würmer vorbei, schreien sie mit einem Gesichtsaudruck voller Furcht und Panik. Das passiert auch, sobald neben ihnen etwa ein Dynamit oder eine Mine platziert wird.

Und natürlich müssen wir auch die Waffen ansprechen, die von klassischen Wummen wie Bazooka, Luftschlag und dem Superschaf bis hin zu den kuriosesten Schießeisen reichen. Neu sind zum Beispiel die Magneten, die abstoßend und aber auch anziehen wirken. Neue taktische Möglichkeiten verschafft die Wachkanone, die an jeder beliebigen Stelle aufgestellt werden kann und ab dann das eigene Team vor feindlichen Aktivitäten schützt. Sobald ein gegnerischr Wurm auch nur in die Nähe bzw. Sichtweite kommt, wird er automatisch von der Kanone angegriffen – sowas hat tatsächlich noch gefehlt. Und was sich hinter dem Büffel der Lügen und den Frettchen verbirgt, das findet ihr besser selbst heraus. Die Waffenauswahl ist jedenfalls sehr gelungen und gehört wohl auch gleichzeitig zu den besten in einem Worms-Spiel. Über 45 davon sind enthalten.

Spaßiger Singleplayer: Auch wenn Worms Reloaded wie schon dessen Vorgänger auf Multipayer hinzielt, macht der Singleplayer so richtig Laune. Dafür sorgt unter anderem die stark überarbeitete künstliche Intelligenz (KI). Was besonders bei bisherigen Worms-Abenteuern nervte, war die immer gleiche Vorgehensweise – die KI benutzte oftmals nur Granaten oder die Bazooka. In Worms Reloaded hingegen hat man teilweise das Gefühl, als würde man bei der KI gegen menschliche Gegner spielen. Die vom Computer gesteuerten Würmer setzen nicht nur nahezu jede Waffe ein, sondern legen auch längere und ‚komplizierte‘ Wege zurück, nutzen den Fallschirm und gehen strategisch vor. Und selbst über Ecken und „Banden“ spielen Würmer die Granaten zu. Es ist eben einfach mehr auf dem Spielfeld los. Und das Tolle daran ist, dass sie ebenso Fehler wie menschliche Spieler machen.

Ansonsten habt ihr im Singleplayer viel zu tun. Neben der Möglichkeit, einfach nur ein schnelles Spiel mit diversen Anpassungen zu starten, könnt ihr beispielsweise auch zwei Kampangen spielen. Beide Kampagnen sind äußerst herausfordernd, wobei man bei der normalen Kampagne (nennt sich ganz schlicht Kampagne) mehr Abwechslung hat und die Kriegsgebiet-Kampagne nicht wirklich mit der normalen Kampagne zu vergleichen ist. Bei Kriegsgebiet spielt man einfach nur ganz klassisch Worms, dafür aber im fortgeschrittenen Modus. Das heißt also, dass es etwa passieren kann, dass drei gegen sieben Würmer auf dem Schlachtfeld antreten. In Kriegsgebiet sind es die extremen Unterschiede der beiden Fraktionen, in der normalen Kampagne sind es die abwechslungsreichen Missionen, die sehr fordern sind.

Bei der normalen Kampagne spielt ihr nämlich nicht nur das klassische Worms, sondern müsst zum Beispiel mit dem Jetpack in einem gewissen Zeitrahmen enge Wege entlang fliegen. Nicht zu vergessenauch das beliebte Ninjaseil, das ebenfalls in solchen Missionen zum Einsatz kommt, womit man sich eben durch den Level bis zum Ziel hangeln muss. Aber auch Rätsel müssen gemeistern werden, die durchaus richtig knackig sind und manchmal für Frust sorgen. Da gibt es zum Beispiel eines in der Mitte der Kampagne, bei der über Ecken gedacht werden und man etwa Magnete so platzieren muss, dass eine Mine direkt zu einem gegnerischen Wurm katapultiert wird. Sehr tricky das Ganze und nicht immer in den ersten Versuchen nachvollziehbar.

Habt ihr eine Mission in der normalen Kampagne erledigt, erhaltet ihr Geld, womit ihr unter anderem neue Waffen, Hüte oder Grabsteine kaufen könnt. Die Hüte sind übrigens so bescheuert genial, dass man sich einfach für keinen davon entscheiden kann. Setzt man den Würmern den Afro auf oder doch lieber einen Steinbrocken?

Ansonsten gibt es noch einen Modus namens Body Count, bei dem ihr nur einen einzigen Wurm habt und gegen theoretisch unendlich viele andere Würmer antretet. Ihr müsst quasi versuchen, so lange wie möglich zu überleben. Sobald ihr nämlich einen Wurm erledigt habt, werden weitere Würmer herbeiteleportiert. Haben die gegnerischen Würmer am Anfang noch 20 Gesundheitspunkte, steigen diese später an. Das ist nicht ganz so einfach, wie es sich anhört, da die von der KI gesteuerten Gegner per Zufall auf dem zerbombten Schlachtfeld erscheinen.

Witziger Editor, Würmer nach Maß: In Worms Reloaded habt ihr zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten, die sowohl die Levels als auch die Würmer selbst betreffen. Was die Levels angeht, steht euch hier ein recht witziger Editor zur Verfügung, mit dem ihr eigene Levels malen könnt. Im Grunde gibt es im Spiel ja ohnehin unendlich viele Levels, da diese per Zufall erstellt werden. Trotzdem aber könnt ihr eigene erstellen und eurer Fantasie freien Lauf lassen. Egal ob ihr die Höhe des Levels bestimmt, das Schema ändert, Linien zeichnet, die Landschaft zum ‚Schmelzen‘ bringt, Positionen der Würmer vergebt, Items platziert, … es gibt fast keine Grenzen. Apropos Höhe: Die Levels waren noch nie so hoch, wie in Worms Reloaded.

Auch richtig toll ist die Option, um eigene Spielstile zu erstellen, wo ihr ganz einfach gefühlte tausend Einstellungen vornehmt, um individuelle Spielstile und Modis zu erstellen. Das Erste, was ihr übrigens in Worms Reloaded macht, ist das Erstellen eines eigenen Teams, was durch ein umfangreiches Tutorial eingeleitet wird. Das Team könnt ihr jederzeit wieder verändern. Ihr setzt ihnen die wirklich komischsten Hüte auf, wählt ihre Hautfarbe, legt ein Sprachstil (verschiedene Sprachen, Akzente, Fantasie-Sprachen, etc. – leider kein Sächsisch mit dabei) fest, ein Grabstein muss natürlich auch ausgewählt werden (Blumen sind ganz hübsch), Siegestänze sollten die Würmer auch haben und ein Titel wäre auch ganz nett – wir entschieden uns für Weltraumkadett. Es gibt aber auch noch Titel wie Kakerlake, Projektilophil und Obstheld. Unser Team heißt Normandy mit den jeweiligen Würmern Shepard, Miranda, Garrus und Grunt.

Multiplayer at it’s best: Der Multiplayer ist nunmal das Herzstück von Worms und folglich auch das von Worms Reloaded. Worms Reloaded ist exklusiv über Steam erhältlich, was die Sache mit dem Multiplayer und natürlich auch den künftigen Updates etwas einfacher macht. Auch hier stehen sich ganz klassisch Team gegenüber, bekriegen sich mit Waffen und können nebenbei diverse Kisten einsammeln, herumliegende Minen zum Explodieren bringen und herumstehende Fässer mit explosivem Inhalt taktisch ausnutzen. Hier gibt es ebenso all das, was das Worms-Herz begehrt. Den Multiplayer könnt ihr entweder über das Internet oder aber auch über das lokale Netzwerk spielen. Laut einigen Forenberichten soll es im Multiplayer zu diversen Bugs kommen, darunter etwa ein Sprung-Bug, wo der eigene Worm permanent springt, ohne dass eine Taste gedrückt wird. Wir konnten allerdings keine Bugs in irgendeiner Form festellen. Vermutlich hängt dies auch mit dem Update zusammen, das gleich am Releasetag herauskam.


Das hat uns weniger gefallen

Keine Beanstandungen

Schlusswort

Die Kinnladen klappen runter, die Augen werden immer größer und der Drang nach großen Explosionen wird immer stärker. Da ist es wieder, dieses Gefühl, das man bei Worms Armageddon hatte. Worms Reloaded ist ein mehr als würdiger Nachfolger zu Worms Armageddon, der die typischen Worms-Elemente bietet, aber doch zahlreiche Neuerungen mitbringt.

Wer bereits von Anfang an mit dabei ist, der wird sich sofort heimisch fühlen. Besonders die vielen Anpassungsmöglichkeiten, die überarbeitete Grafik (HD), die neue Physik, die intelligente KI und der enorme Umfang sind gelungen. Worms Reloaded ist die Spaßgranate schlechthin. Diese Wurmkur hat der Spielreihe definitiv gut getan.

Worms Reloaded könnt ihr euch über Steam herunterladen, wobei ihr euch vorher unbedingt die Demo anschauen solltet. Worms Reloaded kostet 19,99 Euro, wovon jeder Cent eine gute Investition darstellt.

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