tolino shine eReader im Test / Review

13. April 2013 | 08:44 Geschrieben von : Ein Kommentar

tolino-shine-feature

Mit dem tolino shine bieten Thalia, Weltbild, Hugendubel, Club Bertelsmann und die Telekom einen ziemlich schicken eReader an, mit dem man einen Angriff auf Amazons Kindle startet. Zu den Besonderheiten des Gerätes gehören der Touchscreen sowie die Hintergrundbeleuchtung, mit der man auch im Dunkeln eBooks lesen kann. Wir haben uns den tolino shine eReader genauer angeschaut und sagen euch, was dieser so zu bieten hat und ob sich ein Kauf lohnt.

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist sehr übersichtlich, dem Gerät liegen ein Micro-USB-/USB-Kabel sowie eine Garantiekarte und eine Kurzanleitung bei. Das war es auch schon. Was hier natürlich zu bemängeln wäre, ist der fehlende Netzstecker, denn mit dem beiliegenden Kabel lässt sich der tolino shine nur an einem Gerät mit USB-Eingang laden, wie etwa Notebook, etc.. Da die Laufzeit mit 7 Wochen (ohne Hintergrundbeleuchtung) angegeben wird, kann man damit vielleicht leben. Ansonsten muss man sich einen USB-Netzstecker kaufen oder nutzt den vom iPhone und Co.. Die Anleitung selbst ist wirklich sehr knapp gehalten und erklärt, welche Funktion die jeweiligen Knöpfe haben, wie das Menü aufgebaut ist und wie man das Gerät bedient.

Der erste Start

tolino-shine3Noch bevor der tolino shine verwendet wird, empfiehlt sich das komplette Aufladen des Gerätes, auch wenn bereits genügend Akkukapazität vorhanden ist. Sehr witzig: Sobald die Verpackung geöffnet wurde, blickt man auf einen „schlafenden tolino shine“: auf dem Display wird ein schlafendes Smilie-Gesicht gezeigt, das Gerät ist sozusagen bereits aktiv. Sobald der tolino shine schließlich angeschaltet wurde, kann man auch schon loslegen, zumal zumindest bei unserem Gerät bereits ein paar Leseproben vorinstalliert waren.

Die Bedienung fällt sehr einfach aus, da ihr alles mit eurem Finger über den Touchscreen regelt und das Menü einfach und vor allem selbsterklärend aufgebaut ist. Eigentlich benötigt man dazu keine Anleitung, wer dann aber doch eine etwas umfangreichere haben möchte, findet in dem Gerät selbst nochmals ein digitales Benutzerhandbuch.

Ein Buch wählt ihr mit eurem Finger aus, die Ladezeiten sind äußerst angenehm, auch beim Umblättern sebst. Wollt ihr umblättern, tippt ihr einfach die rechte Seite des Displays an, wollt ihr zurückblättern, tippt ihr hingegen die linke Seite an. Alternativ könnt ihr auch mit dem Finger über den Bildschirm in die jeweilige Richtung wischen. Sehr intuitiv also und absolut leicht verständlich. Neben den Zeilen des Buches seht ihr ansonsten noch die Seitenanzahl ganz klein im unteren Bereich sowie ein Lesezeichen rechts oben in der Ecke, mit dem ihr natürlich ein Lesezeichen hinzufügen könnt, um an dieser Stelle später weiterzulesen.

Das Hauptmenü, sobald ihr den tolino shine eingeschaltet habt.

Das Hauptmenü, sobald ihr den tolino shine eingeschaltet habt.

Ansonsten weiß der tolino shine automatisch, auf welcher Seite ihr das letzte Mal gelesen habt, so dass ihr nicht unbedingt ein Lesezeichen setzen müsst. Das war es auch schon, mehr Anzeigen gibt es während des Lesens eines Buches nicht. Im Gegensatz zu anderen eReadern lässt der tolino shine hier eine Uhrzeitanzeige vermissen, genügend Platz wäre auf dem Display definitiv vorhanden. Einzig im Menü wird die Zeit angezeigt.

Das Menü innerhalb des Buches ruft man auf, wenn man mit dem Finger am unteren Rand tippt, was leider aber nicht immer ganz so genau funktioniert. Sobald man dies geöffnet hat, kann man ganz schnell mit einem Balken zu einer bestimmten Seite springen oder einige weitere Funktionen verwenden. Eine davon ist die Möglichkeit, ein bestimmtes Wort oder eine Textstelle innerhalb des Buches zu suchen.  Auch lässt sich über das Menü die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung einstellen – leider ist das Ganze hin und wieder ungenau und der Zeiger springt wild hin- und her. Vielleicht lag das aber auch nur an unserem Gerät.

Nicht fehlen darf natürlich auch die Möglichkeit, die Schriftgröße in insgesamt sieben Stufen anzupassen. Ebenso lässt sich der Lesefortschrift via Facebook teilen. Was während des Bedienens ansonsten auffällt: hin und wieder ist die Bedienung etwas unpräzise, was sich aber kaum auf die normale Leseerfahrung an sich negativ auswirkt. Was leider fehlt, ist die Möglichkeit Textstellen zu markieren.

Ausstattung

Insgesamt drei Hardware-Knöpfe besitzt der tolino shine. An der Oberseite befindet sich links einmal der Einschalt- und Ausschaltknopf, über den man das Gerät ebenfalls in den Standby schicken kann – leider ein wenig wackelig. An der Oberseite rechts hingegen habt ihr Zugriff auf das Ein- und Ausschalten der Hintergrundbeleuchtung. Ansonsten verfügt der tolino shine in der Mitte unter dem Display über einen richtigen Home-Button, wie man ihn beispielsweise von iPhone und Co. kennt. Mit diesem kehrt man wieder zurück in das Hauptmenü, weitere Features konnten wir für diesen nicht ausmachen. An der Unterseite befindet sich noch eine kleine Klappe, über die man den Speicher durch eine Micro SD Karte problemlos erweitern und somit mehr virtuelle Bücher mit sich tragen kann. Intern verfügt der tolino shine über gute 4 GB, die im Normalfall völlig ausreichen sollten, um Tausende eBooks zu speichern.

Das Gerät unterstützt die drei Formate ePub, TXT und PDF, was ein wenig dünn im Vergleich zu anderen eReadern ist, wie etwa der Pocketbook Basic New. Wer auf PDF setzt, muss mit einer sperrigen Steuerung leben, ein sogenannter Reflow-Modus fehlt. Und auch wenn sich der Inhalt in eine TXT-Datei importieren lässt, so ist das Lesen in dieser Art und Weise doch sehr unschön, zumal die Umlaute in einer Textdatei gar nicht erkannt werden. Letztendlich ist also nur ePub das einzige Format, das man mit dem tolino shine verwenden sollte. Das ist allerdings am Ende auch in Ordnung, zumal sämtliche eBooks im ePub-Format vorliegen. Alternativ existieren unterschiedliche Programme, mit denen man PDF und Co. in das ePub-Format konvertieren kann. Darunter sind Calibre oder auch der ABBYY Finereader zu empfehlen.

Die Verarbeitung des tolino shine wirkt sehr hochwertig, und bis auf den Einschaltknopf wackelt nichts. Alles ist komplett aus Plastik, während das Gehäuse ein wenig gummiert ist, so dass es einerseits nicht aus den Händen rutscht und andererseits auch auf dem Tisch oder anderen glatten Oberflächen relativ fest anliegt.

Die Hintergrundbeleuchtung ist sehr angenehm und gleichmäßig – sogar gleichmäßiger als beim Kindle. Wie bei den meisten eReadern mit Hintergrundbeleuchtung auch, werden die Augen dadurch mehr angestrengt, als wie wenn man ohne Licht lesen würde. Wir empfehlen das daher eher in den Abendstunden, wenn man im Bett lesen möchte. Bei einem normal ausgeleuchteten Zimmer wird die Hintergrundbeleuchtung nicht benötigt, macht das Lesen aber je nach Empfinden durchaus angenehmer.

Ein Reader, ein Shop

tolino-shine-ebook-reader3Wie bereits eingangs erwähnt, lässt sich der tolino shine bei Thalia, Weltbild, Hugendubel, Club Bertelsmann und Telekom bestellen.

Je nachdem, wo ihr bestellt, ist bereits der jeweilige Shop vorkonfiguriert – ändern lässt sich das nicht. Wir haben den tolino shine von Club Bertelsmann, so dass sich also direkt über das integrierte Menü auch nur auf den Bertelsmann-Shop zugreifen lässt.

Wer die anderen Shops verwenden möchte, muss auf den Browser oder eben den Computer zurückgreifen. So wirklich negativ ist das allerdings nicht, denn jeder Shop bietet genügend und natürlich auch die neuesten Bücher zur Auswahl an.

Internetbrowser

Was uns wirklich sehr gut gefallen hat, ist der integrierte Webbrowser, mit dem ihr beliebige Internetseiten ansurfen könnt. Das funktioniert auch sehr gut, die Darstellung ist sehr scharf und Text sowie Bilder sehr gut erkennbar. Wer zwischendurch etwas surfen möchte, kann das durchaus tun. Multitouch funktioniert leider nicht, weshalb das Vergrößern mittels eines bestimmten Buttons auf dem Display vorgenommen werden muss. Leider lässt sich das Display bzw. die Ansicht nicht drehen, weder im Browser noch während des Lesens eines Buches. Nicht erwartet werden sollte hier eine Alternative zu einem richtigen Tablet, es ist eher ein nettes und nützliches Gimmick.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit konnten wir leider nicht testen, da uns der toline shine maximal nur zwei Wochen zur Verfügung gestellt wurde. Angegeben ist die Akkulaufzeit mit 7 Wochen – genaue Details allerdings fehlen hier. Wir gehen stark davon aus, dass die 7 Wochen natürlich nur dann gelten, wenn man den tolino shine komplett ohne Hintergrundbeleuchtung nutzt, denn die zieht dann doch am Akku. Zumal ihr auch die Helligkeit einstellen könnt  – je heller, desto kürzer hält der Akku. Auch das Wlan verbraucht Akku – wird es nicht benötigt, sollte man es also deaktivieren. 7 Wochen dürften allerdings sehr realistisch sein, derartige Displays verbrauchen kaum bis „gar keinen“ Akku, da Strom (grob ausgedrückt) hauptsächlich während des virtuellen Blätterns bzw. beim Neuladen einer Seite benötigt wird. Etwa 4 Stunden soll es dauern, bis das Gerät vollständig aufgeladen ist.

Cloud und Hot Spots

Mit dem Erwerb des tolino shine erhaltet ihr 25 GB Cloud-Speicher zum Speichern eurer Daten auf einem Server, was für eBooks wirklich eine ganze Menge ist. Ob der Cloud-Speicher aber wirklich benötigt wird, muss jeder selbst entscheiden, gerade weil man den eBook-Reader ja mit zusätzlichem Speicher erweitern kann. Ansonsten habt ihr innerhalb Deutschlands kostenfreien Zugang mit dem Gerät über die 11.000 Hot Spots der Deutschen Telekom. Wenn ihr also unterwegs seid, könnt ihr euch mit einem solchen Hot Spot verbinden und neue Bücher herunterladen.

Absturz

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Einmal kam es vor, da stürzte das Gerät ab, nachdem wir es vom Strom trennten. Es reagierte nichts mehr, auch der Einschalteknopf hatte keine Funktion mehr. Es dauerte gut eine halbe Stunde, bis das Gerät von selbst wieder aufwachte und sich normal bedienen ließ. Der Grund ist uns noch völlig unklar, wir hatten auch keine eBooks darauf gespeichert, mit Ausnahme der bereits vorhanden Leseproben.

Auch nahmen wir keine Einstellungen vor, die zu dem Absturz geführt haben könnten. Dass ein tolino shine hin und wieder abstürzen kann, erfuhren wir aber in verschiedenen Foren. Ansonsten kam es auch vor, dass das Gerät ausgelastet war, nachdem wir ein Lesezeichen bei einem durchschnittlich großen eBook (ePub) hinzufügten.

Technische Details

Display 15,24 Zentimeter (6 Zoll), Shine Display mit integrierter Beleuchtung, 1024×758 Pixel, 16 Graustufen
Abmessungen 175x116x9,7 mm
Gewicht 183 g
Touchscreen Infrarot
Akkuleistung Bis zu 7 Wochen Akkulaufzeit
Beleuchtung Shine Display mit integrierter Beleuchtung, zuschaltbar und stufenlos regelbar
Konnektivität Gratis HotSpot Zugang an über 11.000 HotSpots der Telekom in Deutschland; WLAN (802.11 b/g/n)
Prozessor/RAM 800 MHz  /256 MB
Speicher (intern) 4 GB, 2 GB verfügbar
Speicher (extern) Micro-SD-Speicherkarte (SD und SDHC), bis zu 32 GB
CloudSpeicher 25 GB, maximale Größe einer Einzeldatei: 500 MB
Ladezeit Schnelllademodus 250 Minuten; PC-Lademodus 480 Minuten
Betriebssystem Android
Unterstützte Formate ePub, ePub mit Adobe DRM, PDF, PDF mit Adobe DRM, TXT
Dokumentation Kurzanleitung im Lieferumfang enthalten; Tolino Shine Benutzerhandbuch (auf eReader vorinstalliert); Nachträglicher Download auf www.tolino.de
Garantie Herstellergarantie über 12 Monate
Lieferumfang tolino Shine eReader, USB-2.0-Lade und Verbindungskabel (USB Typ A auf Micro B) und Kurzanleitung. Zubehör separat erhältlich.
Web Integrierter Browser
Bedienung Infrarot-Touchscreen

Fazit

Der tolino shine macht eine gute Figur und bietet eine intuitive Steuerung über Touchscreen, ein aufgeräumtes, wenn auch eher spärliches Menü, sowie eine gleichmäßige und angenehme Hintergrundbeleuchtung. Von der Reaktionszeit und der Bedienung kommt der tolino shine nicht ganz an den Kindle Paperwhite heran, der ist allerdings auch mit 30 Euro teurer und unterstützt nicht das ePub-Format.

Wer auf eine bessere Ausstattung sowie bessere Shop-Anbindung für eBooks verzichten kann, ist mit dem tolino shine gut beraten, gerade weil er für 99 Euro gleich eine Hintergrundbeleuchtung mit sich bringt. Wer hingegen anspruchsvoller ist, sollte die Hände von dem Gerät lassen und sich eher den teureren Kobo glo anschauen. Ansonsten aber gehört der tolino shine derzeit mit zu den besseren Geräten auf dem Markt, mit dem ihr für 99 Euro nicht viel falsch machen könnt.

Bevor ihr euch für einen Kauf entscheidet, solltet ihr euch vielleicht noch Gedanken darüber machen, in welchem Shop ihr künftig eure virtuellen Bücher kaufen wollt, da immer der jeweilige Shop im System automatisch vorgegeben ist, bei dem ihr euer Gerät bestellt habt. Es ist nämlich schon ganz bequem, einfach über das integrierte Kauf-Menü die eBooks herunterzuladen. Ansonsten könnt ihr natürlich auch die anderen Shops über den integrierten Browser erreichen oder die eBooks über euren Computer kaufen und diese so auf den tolino shine eReader transferieren.

1 Kommentar Antworte

  1. Tolino Besitzer
    13. April 2013

    Kleiner Tipp:
    Ebooks kann man auch folgendermaßen vom PC auf den Tolino übertragen:
    Beispielsweise mit dem Cloud-Reader im Kundenkonto von Thalia.de. Dort kann man die Ebooks in direkt vom PC indie Cloud laden. Somit braucht man den Tolino nur noch mit der Cloud zu synchronisieren.

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