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Pokémon: Schwarze und Weiße Edition im Test

14. März 2011 | 11:00 Geschrieben von : 2 Kommentare

Knapp ein Jahr ist es mittlerweile her, als mit der Goldenen und Silbernen Version zwei neue Pokémon-Spiele für den Nintendo DS herauskamen, wobei es sich ja nicht direkt um neue Spiele handelte. Nur kurz danach wurde mit Pokémon Schwarze und Weiße Edition ein wirklich brandneues Abenteuer angekündigt, das nicht nur optisch und auch spielerisch einige neue Wege geht, sondern die altbekannten Pokémon das gesamte Spiel über gar nicht erst auftreten lässt.

Ansonsten läuft alles wie gehabt, am Spielverlauf hat sich kaum etwas verändert. Zu Beginn wählt ihr, ob ihr einen weiblichen oder männlichen Charakter haben wollt – kurz danach sucht ihr euch eines von drei Pokémon heraus, nämlich Floink (Feuer), Ottaro (Wasser) oder Serpifeu (Planze).

Im Gegensatz zu den anderen Pokémonspielen wurde alles nur etwas anders verpackt. So habt ihr im Grunde genommen keinen Gegenspieler mehr, der mit euch parallel auf Pokémon-Jagd geht und euch hin und wieder feindselig über den Weg läuft. Stattdessen rücken mit Bell und Cheren zwei Freunde in den Mittelpunkt, auf die man das ganze Abenteuer häufig trifft und die einen ähnlichen Weg wie unser Hauptcharakter bestreiten wollen.

Der Start ist ganz klassisch: Prof. Esche drückt uns einen Pokédex in die Hand, den es zu befüllen gilt. Danach wird man in das Pokémon-Fangen eingeweiht, geht in die erste Stadt und stellt schon bald fest, dass es eine Untergrundorganisation gibt, die einen fiesen Plan ausheckt. Die nennt sich aber nicht mehr Team Rocket, sondern Team Plasma und sorgt in der Einall-Region für Angst und Schrecken.

Wir wollen noch einmal kurz auf die Grundelemente eingehen, die man als Pokémon-Fan wissen sollte: Die Pokémon unterscheiden sich in ihren Elementeinteilungen bzw. in ihren Typen. So gibt es etwa Pflanzen-, Wasser-, Feuer-, Boden-, Normal-, Elektro-, Eis-, Kampf-, Gift-, Flug-, Käfer-, Psycho-, Drache-, Geist-, Gestein-, Unlicht- und Stahl-Pokémon, wobei sich die Pokémon innerhalb dieser nochmals aufteilen, wie etwa in Gemüt, Geschlecht und Wachstum.

Pokémon können insgesamt vier Attacken gleichzeitig beherrschen, die sie entweder von selbst erlernen oder erst durch sogenannte TM (Technische Maschine) bzw. VM (Versteckte Maschine) vom Trainer beigebracht bekommen. Allerdings können nicht alle Attacken von einem Pokémon erlernt werden, was ja auch logisch sein dürfte. So können Wasser-Pokémon keine Feuer-Attacken und Feuer-Pokémon keine Waser-Attacken lernen. Einige wenige Attacken sind auch außerhalb von Kämpfen einsetzbar (VM), um etwa zu fliegen oder Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Dabei ist stets ein taktisches Vorgehen Voraussetzung, um die Kämpfe bestehen zu können. Ein Pokémon des Typs Wasser hat etwa gute Karten gegenüber einem Feuer-Pokémon. Und so gilt es, immer möglichst ein breit gefächertes Team zu besitzen. Wer sich nur auf Pflanzen- oder Feuer-Pokémon spezialisiert hat, wird in dem Spiel nicht vorankommen. Auch ist es wichtig, mit seinem Pokémon dem anderen Pokémon nicht einfach nur Schläge zu verabreichen, sondern die Attacken aufeinander abzustimmen.

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Das hat uns gefallen

156 neue Pokémon: Wie bei jedem neuen Pokémon-Spiel üblich, rücken neue Pokémon in den Vordergrund, die sich hauptsächlich optisch von den bisherigen Taschenmonstern unterscheiden. In Pokémon Schwarz und Weiß ist das nicht anders, jedoch erstmals so, dass ihr nur Zugriff auf die neuen Pokémon haben werdet. Wer sein Abenteuer etwa mit einem Pikachu oder einem anderen älteren Pokémon bestreiten will, muss erst die Top 4 besiegen und den Abspann über den Bildschirm flimmern lassen. Dann dürft ihr euren Pokédex auch mit allen anderen Pokémon füllen und sie von euren älteren in eure neuen Editionen übertragen. Und dann beginnt auch die Zeit, in der der Schwierigkeitsgrad straff anzieht, sich neue Wege auftun und neue Höhlen zum Vorschein kommen.

Die neuen Pokémon bringen selbstverständlich einige neue Spezialfähigkeiten mit, darunter etwa Heilherz, bei dem gelegentlich Statusprobleme des Pokémon geheilt werden. Oder aber Telepathie, bei der das Pokémon keinen Schaden mehr von einem befreundeten Pokémon in Mehrfachkämpfen erleiden kann.

Erwähnenswert dürfte vielleicht noch das neue Pokémon Victini sein, das sehr selten ist und zu der ebenfalls sehr seltenen Gattung Psycho- und Feuer-Typ gehört, der übrigens neben Flampivian auch nur Victini angehört. Jedenfalls können sich alle Käufer von Pokémon Schwarz und Weiß Victini bis zum 22. April über Nintendos Wi-Fi-Verbindung „herunterladen“. Hierzu liegt jedem Spiel eine Anleitung bei, wodurch man sich über die Internetverbindung des Nintendo DS einen Gartenpass holt, mit dem man wiederum die Chance bekommt, Victini im Freiheitsgarten zu fangen.

Spannende Kämpfe: Klar, die Kämpfe haben sich im Grundkern nicht verändert. Noch immer stehen sich die Pokémon im Kampf gegenüber und pfeffern sich gegenseitig abwechselnd ihre Attacken um die Ohren. Doch es gibt ein paar Dinge, die frischen Wind in die Kämpfe bringen. Das wichtigste Element sind die Dreifachkämpfe, wo ihr tatsächlich mit drei eigenen Pokémon gleichzeitig gegen drei andere Pokémon kämpft. Dadurch könnt ihr neue Strategien einsetzen und Attacken miteinander kombinieren. Selbstverständlich hat das auch den schönen Nebeneffekt, dass das Trainieren der eigenen Pokémon dadurch etwas leichter gestaltet wird.

Die Kämpfe sehen viel dynamischer und lebendiger als noch in den Vorgängern aus, da die neue Grafik hier ebenfalls ihre Stärke zeigt. Die Pokémon sind animiert, wackeln mit den Ohren, mit ihren Schwänzchen und zeigen auch Reaktionen auf mögliche Statusveränderungen. Gleichzeitig wurde die Darstellung der Attacken aufpoliert und es gibt auch eine dynamische Kamera, die sich während den Kämpfen etwas hin und her bewegt. Die Pokémon wirken zwar etwas pixelig, wie man es von den Ur-Game-Boy-Versionen her kennt, das stört aber nicht weiter.

Übrigens: Bisher war es ja immer so, dass wenn ihr eine TM verwendet habt, diese aufgebraucht wurde. Nun verhalten sich die TM aber wie die VM und lassen sich nicht mehr aufbrauchen. Wenn ihr eurem Pokémon also eine TM beibringt, dann wird sie nicht aufgebraucht, sondern befindet sich noch immer in eurem Besitz und kann auch auf andere Pokémon angewandt werden. Sehr schön, so muss man sich keine Attacke mehr mehrmals besorgen, gerade wenn es seltenere Attacken sind.

Mehrspieler-Aspekte ausgeprägter denn je: Schön zu sehen ist, dass sich Nintendo mehr Gedanken über die Online- und Mehrspieler-Aspekte gemacht hat. Im Mittelpunkt steht dabei das neue C-Gear, das ihr nach den ersten zwei Stunden erhaltet und euch auf dem unteren Bildschirm verschiedene Funktionen zur Schnellauswahl bietet. Mit Infrarot könnt ihr etwa einen schnellen Kampf beginnen und natürlich auch Pokémon tauschen. Wi-Fi bzw. Wlan hingegen eignet sich neben Kämpfe und Tauschen sogar für Videochats mit bis zu vier Spielern. Ihr gelangt darüber aber auch in die Dream World, worauf wir etwas später kurz noch eingehen werden.

Eine weitere Funktion ist der High-Link, um Freunde lokal in eure Spielwelt einladen zu können. Jedenfalls müsst ihr euch nicht mehr mit den lästigen Freundschaftscodes herumschlagen, sondern könnt auch direkt gegen anonyme Gegner antreten und in den verschiedensten Match-Varianten eure Kräfte messen, darunter neben Einzel-, Doppel- und Dreierkämpfen ebenso Reihum- und Werferkämpfe. Wem der Einsatz von Freundschaftscodes dann doch zusagt, darf mit Bekannten spielen und eben auch die bereits angesprochene Videochat-Funktion verwenden.

Exklusives in Schwarz und Weiß: Erstmals in der Geschichte der Pokémon bieten die beiden neuen Editionen Orte, die nur in den jeweiligen Editionen zu finden sind. Während es in der Weißen Editionen den Ort „Der Weiße Wald“ gibt, existiert „Die Schwarze Stadt“ nur in der Schwarzen Edition. In Twindrake City, also der Stadt des 8. Arenaleiters, gibt es ebenfalls einige Dinge, die exklusiv nur in den jeweiligen Editionen vorkommen. So sieht die Stadt in jeder Edition anders aus und auch der Arenaleiter ist jemand anderes.

Natürlich unterscheiden sich in den beiden Versionen auch die Pokémon selbst. In jeder Edition gibt es 20 exklusive Pokémon, wobei darunter nicht nur die neuen Monster sind, sondern ebenfalls einige Altbekannte, die dann allerdings erst nach dem Durchspielen auftauchen. Beispielsweise finden sich in der Schwarzen Edition Bibor, Kramurx, Gochimu und das legendäre Pokémon Reshiram. In der Weißen Edition finden sich hingegen Raupy, Smettbo, Churine und das legendäre Pokémon Zekrom. Für welche Edition ihr euch entscheidet, liegt also mal wieder an eurem Geschmack. Bevorzugt wird hier aber keine der Versionen.

Musiktheater und Kampfmetro: Wie auch in den Vorgänger-Spielen, dürfen in Pokémon Schwarz und Weiß natürlich nicht die verschiedenen Nebenaufgaben fehlen, die euch abseits von der Hauptstory unterhalten wollen. Da gibt es etwa das Musiktheater, wo Pokémon-Musicals aufgeführt werden und man auch selbst daran teilnehmen darf. Ihr wählt ein Pokémon aus eurem Team, stattet es anschließend noch mit Deko-Artikeln aus, um es danach auftreten zu lassen, wobei dies mit einer Art Minispiel gekoppelt ist. Und wer möchte, kann sich in der Kampfmetro austoben und gegen andere Pokémon-Trainer antreten, um neue Items, Attacken oder auch Tränke zu gewinnen.

Optische Vielfalt: Eine der wichtigsten Neuerung der beiden Editionen ist die Grafik, die nun deutlich lebendiger und detaillierter wirkt. Durch eine Veränderung der Kameraperspektive erstrahlt ganz Einall in 3D. Gerade wenn man sich in Großstädten befindet – Stratos City ist hier wohl mit die beeindruckendste Stadt -, wirkt alles enorm groß und die Wolkenkratzer erdrückend. Selbst wenn man beim örtlichen Pokémon-Center vorbeischaut, wirkt alles greifbarer. Dort schaut ihr quasi direkt von vorne herein und nicht mehr von oben.

Übrigens: In den Pokémon-Centern werden jetzt nicht mehr nur eure Pokémon geheilt, ihr könnt dort jetzt sogar einkaufen gehen. Die bisherigen Pokémon-Supermärkte existieren nicht mehr. Ansonsten gibt es auch einige schöne Effekte, wie etwa Windböen, die sich in den Gräsern wiegen. Oder aber die hübschen Spiegelungen auf dem Wasser, die das Spiegelbild etwas verzerren.

Die Jahreszeiten: Wirklich sehr gefallen haben uns die vier Jahreszeiten, die vor allem optisch eine schöne Abwechslung bieten. Aber auch spielerisch ändert sich durch die neue Funktion etwas, das den typischen Tag-Nacht-Zyklus wunderbar ergänzt. Die Jahreszeiten ändern sich jeden Monat, wobei man natürlich das Datum im Nintendo DS ändern kann, wenn man zu einer bestimmten Jahreszeit springen möchte. Außerdem ist es so, dass zum Start eines neuen Spieles nicht immer die gleiche Jahreszeit herrscht, sondern manche Spieler eben mit Sommer anfangen und manche mit Herbst.

Was die spielerischen Änderungen hier betreffen, so sind nicht alle Wege zu jeder Jahreszeit passierbar – zum Beispiel kann man im Winter durch viel Schnee eine Klippe erreichen, die man in anderen Jahreszeiten nicht erreichen würde. Außerdem wechseln zwei Pokémon ihre Fellfarben und manche Pokémon tauchen gar nicht mehr auf und halten offenbar Winterschlaf – einige tauchen auch nur im Winter, nur im Sommer, nur im Herbst und nur im Frühjahr auf. Übrigens sehen die jeweiligen Jahreszeiten richtig hübsch aus – im Winter rieseln Schneeflocken auf den Erdboden und im Herbst sind es die Laubblätter, die durch die Luft wirbeln.

 

Das hat uns weniger gefallen

Global Link erst später: Global Link ist eine Internetseite, die mit Pokémon Schwarz und Weiß kommuniziert, wodurch man auf  Global Battle Union und Pokémon Dream World zugreifen kann. Wer sich mit Global Link aktuell verbinden möchte, erhält den Fehler-Code 13212, was bedeutet, dass der Service noch gar nicht zur Verfügung steht. Erst vier Wochen nach dem Verkaufsstart der beiden neuen Editionen, nämlich am 30. März, soll Global Link starten.

Und auch erst dann funktionieren die Zufallsmatches im Bewegungsmodus. Das ist etwas schade, dass Global Link erst so spät startet, da man eben einige Items nur darüber erhalten kann. Die Dream World (Traumwelt) scheint aber ganz interessant zu ein, auch wenn wir sie leider noch nicht ausprobieren konnten. Das Ganze funktioniert hauptsächlich über den Internet-Browser. Ihr ladet eure Daten auf die Pokémon-Website hoch, bringt euer Pokémon ins Bett und spielt via Firefox, Internet Explorer etc. in den Träumen eures Pokémons, um euch mit anderen Pokémon anzufreunden und um neue Items zu finden.

Schlusswort

Nintendo konnte gar keine bessere Entscheidung treffen, als erst auf die neuen Pokémon zu setzen, bevor man sich auch mit den bereits bekannten Taschenmonstern vergnügen darf. Dadurch wirkt die Spielwelt Einall viel frischer, auch wenn sich an dem Spielverlauf nicht viel verändert hat. Noch immer strebt man danach, die Top 4 zu besiegen, während man einer Untergrundorganisation nebenbei das Handwerk legen muss. Dennoch haben die beiden neuen Editionen Pokémon Schwarz und Weiß die bisher umfangreichste Evolution hinter sich.

Besonders auffällig ist die sehr hübsche Grafik, die die Spielwelt in 3D erstrahlen lässt und so den Eindruck vermittelt, als würde man durch lebendige Wälder und belebte Städte wandern. Dafür sorgen gleichzeitig die Jahreszeiten, die die Spielwelt optisch und auch vom Spielerischen her verändern. Ansonsten wirkt sich die neue Grafik positiv auf die Kämpfe auf, die durch die Animationen und der sich bewegenden Kamera viel dynamischer sind.

Apropos Kämpfe: Endlich ging Nintendo den Weg und bietet erstmals Dreierkämpfe an, wodurch man mehr Strategien einsetzen und Attacken kombinieren kann. Weiterhin sehr gut gefallen haben uns die Mehrspieler-Funktionen, gerade das kommende Global Link klingt interessant, das leider erst Ende März erreichbar sein wird.

Wer von euch aber nur die Hauptstory erledigen und die Mehrspieler-Funktionen nicht nutzen möchte, der wird maximal 30 bis 40 Stunden Spaß an den beiden neuen Editionen haben.  Danach ist einfach die Luft raus.

Für die Zukunft bleibt zu hoffen, die auf dem Nintendo 3DS stattfindet, dass Nintendo wirklich komplett neue Ideen einbringen wird. Auch wenn sie bereits den ersten Schritt dazu machten, bleibt der Spielverlauf weiterhin ziemlich angestaubt und alles ist vorhersehbar. Ansonsten gilt: Wer mit Pokémon bisher nichts anfangen konnte, der wird mit den beiden neuen Editionen vermutlich auch nichts anfangen können. Pokémon-Fans greifen wie immer zu.

2 Kommentare Antworte

  1. wie fangt man vicini im winter

  2. wie meinst du das

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