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Test – Super Mario Galaxy 2

20. Juni 2010 | 23:04 Geschrieben von : Keine Kommentare

Der italienische Klempner Mario ist wieder zurück und düst in Super Mario Galaxy 2 zum zweiten Mal durch den Weltraum. Da ist natürlich etwas Skepsis berechtigt, denn auf den ersten Blick und auch im ersten Level scheint sich ja nicht viel geändert zu haben. Doch erwartet uns hier nur ein Aufguss längst gemeisterter galaktischer Abenteuer? Nö, denn Super Mario Galaxy 2 strotzt nur so vor Ideenreichtum in einer gewohnten Umgebung.

Das Setting bleibt, die phänomenale Steuerung wird beibehalten und auch die Story ist unverändert. Die Kurzform: Bowser entführt Prinzessin Peach und Mario muss sie retten. Dabei stehen ihm diesmal einige Neuerungen und Gehilfen zur Seite, wie etwa Yoshi und sein Bruder Luigi. Mario erhält aber auch wieder Hilfe von den kleinen Sternenkindern namens Lumas, die für ihn ein eigenes Raumschiff gebaut haben.

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Das hat uns gefallen

Einsteigerfreundlich: Falls es unter euch jemanden gibt, der bislang noch kein Mario-Spiel oder allgemein Videospiele gespielt hat, für den hat Super Mario Galaxy 2 einiges zu bieten. Zwar ist der Schwierigkeitsgrad auch für die eingefleischten Zocker fordernd, doch selbst Einsteiger können Marios Abenteuer meistern. Auf den unterschiedlichen Planeten findet ihr nicht nur Anleitungen in Form von Videos, sondern dem Spiel selbst liegt eine Anleitungs-DVD bei. Deshalb kommt Super Mario Galaxy 2 auch in einer etwas dickeren Verpackung daher, welcher ebenso noch eine Anleitung über die grundlegende Steuerung beiliegt. Auf der Anleitungs-DVD, die sich übrigens nicht in eurer Wii-Konsole abspielen lässt (nur DVD-Player oder Computer), finden sich Videos in insgesamt fünf Sprachen, die die wesentlichen Grundlagen erläutern und nicht ganz 30 Minuten lang gehen. Selbst erfahrene Spieler erhalten noch den ein oder anderen unbekannten Tipp. Oder wusstet ihr, dass man sich am Anfang eines Hechtsprunges drehen kann, um Gegner mit einem Doppelkick auszuschalten?

Das Raumschiff: Eine der Neuerungen in Super Mario Galaxy 2 ist das Raumschiff, das die Lumas in Form von Marios Kopf gebaut haben. Naja, eigentlich sieht es eher aus wie Luigi, wie auch einer der Lumas treffend anmerkt, aber das „M“ auf der Mütze symbolisiert es dann doch als Mario-Kopf. Jedenfalls ist das Raumschiff der Dreh- und Angelpunkt, von wo Mario aus die einzelnen Planeten anfliegt. Im Vergleich zum Vorgänger und Super Mario 64 verzichtet Nintendo hier diesmal auf eine „offene Welt“ und spendiert dem Spiel stattdessen eine Karte, wie man sie aus klassischen Mario-Spielen oder etwa New Super Mario Bros. Wii kennt, und von der aus man die einzelnen Planeten ansteuern kann.

Klar, dadurch wird der Entdeckungsdrang außerhalb der eigentlichen Levels minimiert, doch dafür ist alles nun viel übersichtlicher. Zudem löste Nintendo das Ganze auch äußerst geschickt: Mit der Zeit gibt es auf dem Raumschiff nämlich mehr zu entdecken. An der einen Ecke kommen neue Charaktere hervor, unter Marios Mütze tut sich plötzlich ein Eingang auf und auch hier und da spriesen einige neue Dinge aus dem Boden. Und wenn eure Batterien in der Wiimote langsam der Saft ausgeht, erscheint über Lubba (die Anführerin der Luma-Gruppe) eine Sprechblase, die euch auf eure fast leeren Batterien anspricht. Sollte das der Fall sein, könnt ihr aber noch etwa eine Stunde lang spielen.

Mario muss Sterne sammeln, damit sein Raumschiff noch weiter fliegen kann.

Yoshi ist wieder zurück: Mario erhält in seinem zweiten galaktischen Abenteuer Unterstützung von dem kleinen grünen Drachen Yoshi und seinem Bruder Luigi. Dabei ist Yoshi wohl eine der besten Neuerungen, denn unser zweibeinige Freund hatte viele Jahre Pause, bevor er nach langer Zeit endlich wieder in ein 3D-Jump&Run zurückkehrt. Und Yoshi steuert sich wie früher, gleichzeitig aber auch noch genialer. Seine Zunge kann er diesmal 360 Grad in alle Richtungen ausschlagen lassen, was für alteingesessene Nintendo-Fans schon etwas verwunderlich ist. Aber hier handelt es sich um neues Designelement, das mehr Frische einbringt. Bevor Mario aber auf Yoshi reiten kann, muss er ein Yoshi-Ei ausfindig machen, die auf einigen Planeten verstreut sind und wovon eines auch auf dem Sternenschiff zu finden ist.

Wie gewohnt, kann Yoshi für kurze in der Luft schweben und etwas an Höhe gewinnen, womit man Abgründe überwinden und höher gelegene Orte erreichen kann. Und wie es sich für Yoshi gehört, dient seine lange Zunge als eine Art Waffe. Mit ihr kann er Gegner betäuben, sie verspeisen und ausspucken. Einige Gegner, darunter Krabben, können sogar als Geschosse eingesetzt werden. Yoshis Zunge dient aber auch dazu, um sich an bestimmten Punkten hochzuangeln und Früchte zu mampfen. Von den Früchten gibt es einige unterschiedliche Sorten, wodurch Yoshi bestimmte Fähigkeiten erhält.

Mampft er etwa eine blaue Frucht, so pumpt er sich in einen überdimensionalen blauen Yoshi auf und fliegt wie ein Ballon für eine kurze Zeit durch die Lüfte. Schnappt er sich hingegen eine gelbe Frucht, so erhellt er die nähere Umgebung und kann unsichtbare Wege sichtbar machen – ein äußerst kreatives Gameplay-Element. Sollte Yoshi durch einen Gegner getroffen werden, erschrickt er, wirft Mario herunter und rennt unkontrolliert hin und her. Sollte das passieren, kann man etwa warten, bis er wieder in sein Ei schlüpft, oder aber man versucht auf ihn zu springen. Das kennt man bereits aus den Klassikern der Neunziger Jahre. Schön ist, dass Yoshi im Gegensatz zu New Super Mario Bros. Wii etwas häufiger zum Einsatz kommt.

Das Gesetz der Schwerkraft wird gerne mal außer Kraft gesetzt.

Kreatives Leveldesign: Kreativität, Mut und endlose Fantasie findet ihr in nahezu jeder Ecke. Es ist einfach unglaublich, was Nintendo für frische Ideen eingebracht hat. Jeder Planet verfügt über seine eigene kreative Idee und keiner der Levels spielt sich wie der andere. Da gibt es etwa eine Passage, in der ihr einen Kettenhund über eine Art Parcour leiten müsst. Währenddessen stehen verschiedene Hindernisse im Weg, wie etwa Wände, auf die Mario springen muss, damit sie sich senken. Jedoch muss Mario aufpassen, dass er dabei nicht überrollt wird, denn sobald Mario von der Wand wieder ablässt, steigt sie erneut gen Himmel empor.

Auch müsst ihr um die Ecke denken, einen düsteren Geisterplaneten besichtigen, kunterbunte Bonbon-Welten unsicher machen, Bahnen herunterrutschen, Plattformen mit einem Wiimote-Schwenk wechseln, überdimensionale Level und Gegner einen Besuch abstatten, durch Unterwasserwelten schwimmen, aus dem Nichts auftauchende Brücken überqueren, an Wänden herumstolzieren, und so weiter.

Auf was ihr ebenfalls trefft, sind wieder klassische 2D-Passagen, die an einigen Punkten sogar etwas überraschend auftauchen. Doch nicht nur 2D-Passagen lassen Erinnerungen an alte Zeiten aufleben, sondern auch ein ganz bestimmter Planet. Der Planet ist ein Remake des zweiten Levels namens Wummps Wuchtwall aus Super Mario 64. Dort trefft ihr sogar auf die friedlichen rosanen Bob-ombs und dürft euch über den neuaufgelegten Soundtrack des Levels freuen. Wow, das sorgt echt für Gänsehaut und einen Nostalgietrip.

Wolken-Mario kann selbst Wolken erschaffen und so weit bzw. höher gelegene Orte erreichen.

Sprunghafte Fähigkeiten: Natürlich dürfen auch die Items nicht fehlen, mit denen sich Mario verwandeln kann und über wahnwitzige Fähigkeiten verfügt. Mit dabei das wohl bekannteste Item: die Feuerblume, mit der sich Mario in Feuer-Mario verwandelt und Feuerbälle schießen kann. Auch aus dem Vorgänger bekannt ist Bienen-Mario, der für eine kurze Zeit durch die Küfte fliegt und an Honigwaben klettert. Neu sind jetzt Wolken-Mario und Fels-Mario. Eines der interessantesten Items ist dabei die Wolke, wodurch Mario federleicht wird und auf Wolken gehen kann. Ohne diese Fähigkeit lösen sich die Wolken sofort wieder auf. Hinzu kommt, dass Mario maximal drei Wolken herbeizaubern kann, mit denen sich höher gelegene Orte erreichen lassen. Es gibt etwa auch Passagen, in denen man eine Wolke kreieren muss, um dann per Wind fortgetragen zu werden.

Verwandelt ihr Mario hingegen in Fels-Mario, kann er sich zu einem Felsbrocken einrollen und so große Hindernisse sowie Gegner zerstören. Und selbst als Geist kann sich Mario wieder verwandeln, um Gitter und Co. zu passieren. Was dann aber nicht ganz so gelungen, dafür aber eine tolle Idee ist, ist Feder-Mario. Sieht putzig aus, bewegt sich unkontrolliert, steuert sich aber etwas träge. Auch neu ist der sogenannte Wirbelbohrer, durch den sich Mario jedoch nicht verwandelt. Stattdessen hält er eine Art Bohrer über dem Kopf und kann sich durch Erde bohren. Richtig gelungen sind dessen Einsätze, darunter eine Art Schwerkraft-Labyrinth.

Koop-Gameplay: Wer möchte, kann Super Mario Galaxy auch mit einem Freund spielen. Während ein Spieler Mario kontrolliert, übernimmt der andere Spieler einen Luma und kann nicht nur Sternenteile aufsammeln, sondern Mario auch bei einigen Gefahren helfen. Unter anderem lassen sich Hindernisse aufhalten und zerstören, wie etwa große Kettenhunde, die Mario normalerweise überrollen würden. Und wenn Yoshi plötzlich weglaufen sollte, kann der zweite Spieler Yoshi aufhalten. Diesmal wurden die Multiplayer-Elemente sinnvoll integriert, auch wenn es ab und zu etwas wirr auf dem Bildschirm zugeht.


Bombastischer Soundtrack: Für Super Mario Galaxy 2 wurde der Soundtrack natürlich wieder mit einem Orchester eingespielt, wobei die einzelnen Melodien von Mahito Yokota komponiert wurden. Der Soundtrack erinnert sehr stark an dem des ersten Teiles, bietet dann aber doch großartige Nuancen. Ein Ohrwurm jagt den anderen, und wenn ihr dann plötzlich Bowser oder seinen kleinen Helfern gegenübersteht, dürft ihr euch auf satte orchestrale Klänge gepaart mit Vocals freuen. Wir geben euch sogar eine Garantie: Wenn ihr mit Mario über die optisch leckeren Landschaften hüpft und dabei den krachenden Klängen lauscht, so dauert es nicht lange, bis sich eure Nackenhärchen aufrichten und ein Kribbeln durch den Körper fährt.

Besonders schön sind auch die kleinen Details am Rande, die nicht nur in der Optik, sondern ebenfalls im Soundtrack zu finden sind. Als Beispiel: Das Musikstück, das bei eurer Anwesenheit auf dem Sternenschiff gespielt wird, existiert in insgesamt drei verschiedenen Versionen. Je nachdem, wie weit ihr bereits fortgeschritten seit, ertönt eine der Versionen – zum Ende hin mit mehr Elementen bzw. musikalischen Inhalten. Ein weiteres Detail findet sich etwa in Wasserwelten. Sobald Mario taucht und sich unter Wasser befindet, ändert sich das im Moment gespielte Musikstück so, dass es viel harmonischer und ruhiger klingt, aber sich dennoch vom Takt und von den Noten her nicht anders anhört. Und sobald ihr die Credits und das Ende hört, treibt es euch die Tränen in die Augen – Weltklasse.

Eine Bitte an Nintendo: Bitte, bitte, bitte bevorzugt nicht immer die japanischen Clubmitglieder. Bringt den Soundtrack auch bei uns auf CD heraus.

Optische Eleganz: Es ist schon erstaunlich, welch prachtvolle Optik Nintendo aus Super Mario Galaxy herausholen konnte. Auch im zweiten Teil konnten sie ein wahres Grafikfeuerwerk zünden und schraubten hier und da noch etwas an den Effekten. Gerade das Glitzern, Schimmern und Funkeln beeindruckt. Doch die wohl optisch anspruchsvollste Szene von allen ereignet sich auf einem Planeten, auf dem sich ein Baum befindet und durch dessen Blätter Sonnenstrahlen schimmern. Ihr werdet erstaunt sein, zu welchen Meisterleistungen die Wii-Konsole so fähig ist. Auch das Wasser plätschert feuchtfröhlich vor sich hin und lädt zum Planschen ein.

Das hat uns weniger gefallen

Bugs und Designschnitzer: Wenn man Fehler in Super Mario Galaxy 2 finden will, muss man schon ganz genau hinschauen. Dann findet man einige wenige, seltene Bugs und sogar einige Designschnitzer. Was die Bugs angeht, so hatten wir etwa an einigen Stellen Probleme mit der Kamera. Sie zoomte sehr weit heraus, so dass man nichts mehr erkennen konnte. Währenddessen wurden Mario und Yoshi von Gegnern attackiert und wir konnten nichts unternehmen. Was zudem bereits mehrfach auftauchte, war die Fähigkeit, an Wänden entlangzugehen. Und dabei handelt es sich wirklich nicht um ein Feature, sondern um einen Fehler. Es waren stahlgraue Wände und Marios Schatten war an einer völlig anderen Stelle zu sehen.

Erinnert ihr euch an die gelben Blöcke, die in fast jedem Mario-Spiel auftauchen? Wenn man von unten an sie heranhüpft, dann offenbaren sie entweder Münzen oder Sternenteile. Einige dieser gelben Blöcke verfügen über mehrere Münzen, die nach jedem Kontakt mit Marios Faust (Fakt: Es ist nicht der Kopf) hervorsprudeln. Egal ob in Super Mario World oder Super Mario Bros. Wii – wenn man schnell nacheinander an die Blöcke hüpft, gibt es mit der letzten Münze ein Extraleben (1Up). So aber nicht in Super Mario Galaxy 2. Stattdessen löst sich der Block einfach auf. Zwar verdient man sich im Laufe seines Abenteuers mehr Leben, als man vielleicht benötigt, doch das ist unserer Meinung nach ein grober Designschnitzer.

Was man vielleicht auch noch bemängeln könnte, ist ein Planet, auf dem sich Mario an einen bunten Paradiesvogel hängt und durch die Lüfte gleitet. Die Idee ist toll und im weitesten Sinne aus Super Mario 64 bereits bekannt, doch die Steuerung ist so hakelig, dass man voller Frust den Planeten meidet. Der Vogel steuert sich träge und man hat wirklich richtig zu kämpfen, dass man nirgendwo aneckt – dann verliert man nämlich ein Leben und fängt von vorne an.

Schlusswort

Die Nackenhaare stehen der vielen tollen kreativen Ideen wegen zu Berge und die Augen sind durch Nostalgie-Auftritte noch etwas feucht. Auch wenn es aufgrund des Galaxie-Settings nicht mehr so viele „Aha-Momente“ wie im Vorgänger gibt, so kommen die „Wow-Momente“ aber umso häufiger zum Vorschein. Permanent entdeckt man frische Spielideen, findet immer wieder spannende Herausforderungen und freut sich, dass endlich auch Yoshi den Sprung (in 3D) auf die Wii-Konsole geschafft hat. Keine der Welten spielt sich gleich und ihr habt immer wieder etwas zu Erforschen.

Was uns besonders gefällt, ist die Einsteigerfreundlichkeit. Dem Spiel liegt eine Video-DVD mit Erklärungen für Anfänger bei und neben der normalen Anleitung auch ein Stück Papier, worauf die grundlegende Steuerung näher gebracht wird. Und selbst im Spiel finden sich Anleitungvideos.

Nintendo schafft es einfach immer wieder, den dicken Klempner wie ein perfektes Model dastehen zu lassen. Anscheinend könnte Nintendo auch ein Mario-Spiel in einer Käsefabrik oder Unterwasser spielen lassen – sie würden wieder einen Hit daraus machen. Kauft euch Super Mario Galaxy 2!


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